Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

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Celandril
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Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Celandril » Dienstag 4. Juni 2019, 00:17

Sulothar

Auf den ersten Blick schon, fast als müsste alles daran für sich allein darauf hinweisen, erkennt man die den Noldor typischen dunklen Haare, die entweder offen getragen werden, oder zu einem dicken Zopf geflochten bis zur Hüfte den Rücken hinab liegen, und die nebelblauen Augen dieses Kriegers.
Zwar gibt es sicherlich auch Elben, die größer sind, Elben, deren Körperbau noch mehr jeden vielleicht im Geiste entstehenden Eindruck eines zarten Geschöpfs beiseite schmettert, doch dass dies hier jemand ist, der angeborene Veranlagung nicht als ausreichend betrachtet, sondern oft und regelmäßig zu inzwischen vollkommen natürlich wirkender Selbstverständlichkeit gestählt hat, wird jedem Beobachter sofort auffallen.
Ob es nur darum geht, Gepäck anzuheben, an dessen Gewicht man ein junges Pferd erst gewöhnen müsste, oder darum, jeden Morgen und jeden Abend einer Reihe von Übungen zu folgen, die einen menschlichen Beamten bei versuchter Nachahmung mit hoher Wahrscheinlichkeit zum spontanen Herzstillstand treiben würden - die ständig vorhandene (und von anderen häufig genug bemerkte) Arroganz ist zumindest in dieser Hinsicht auf Tatsachen begründet.

Die leichte Stoffkleidung, hochgeschlossen und ordentlich verarbeitet, ist fast immer in einem kräftigen Rot gehalten, welches eine persönliche Vorliebe zu sein scheint, und mit Stickereien verziert, die nur zum Teil dezent sind, und dafür mit Sicherheit alle viel Zeit verschlungen haben...vermutlich allerdings nicht Sulothars eigene, denn über fast allen Tätigkeiten, die in ihrer Natur ruhige sind, hängt bei ihm eine gewisse Ungeduld, die es wenig glaubhaft macht, warum er mehrere Stunden, Tage sogar, an einem verschnörkelten Bildnis von zartem Zwirn auf feinem Stoff sitzen sollte.

Es müsste ein außergewöhnlicher Zufall sein, vielleicht durch die unverhoffte Nähe während eines freundschaftlichen Übungskampfes, oder anderer unwahrscheinlicher Gelegenheiten, dass jemand bemerkt, wie wenig Sulothar in Wahrheit auf reines Können ohne jeden Rüstschutz vertraut, denn unter den edler gestalteten Gewändern liegt nicht nur simple Unterkleidung wie bei jeder anständigen Person, sondern auch eine geschickt angepasste Rüstung aus kräftigem Leder. Diese wird zwar vor einem direkten Schwertstich nicht so gut schützen wie die traditionellen Stahlplatten, aber es ist in jedem Falle ... mehr als es offensichtlich den Anschein haben soll.

An den Armen dagegen werden bei Bewegung hin und wieder breite, silbrig anmutende Bänder sichtbar, die in aufwendiger Weise so ineinander verschlungen aus schmaleren Teilen bestehen, dass es zum einen sehr kunstvoll aussieht, zum anderen aber vermutlich auch ein wenig schützen könnte...oder es hat noch andere Vorzüge, über die der Elb bisher keinen Grund hatte, zu sprechen. Wo genau an den Armen diese Bänder enden, wird man wohl nur sehen, wenn er, entgegen aller guten Sitten, andere Reisegefährten absichtlich damit belästigen sollte - aber es ist recht wahrscheinlich, dass es nicht sehr weit hinauf geht, denn das würde doch einige Bewegungsabläufe deutlich beeinträchtigen, und davon ist nun wirklich nichts zu bemerken.

Weiterer Schmuck ist soweit nicht sichtbar vorhanden, es sei denn natürlich, man würde die Schnallen außen an den festen, hohen Stiefeln mit dazu zählen, die in der Machart sogar ähnlich zu den Armbändern wirken mögen, oder die Schnalle am Gürtel, die offenbar beim selben Schmied gefertigt wurde.

Am Gürtel selbst hängt eine nicht zu große Tasche aus Leder, sowie zwei lange Dolche, einer für jede Seite. Stilistische Einheit herrscht auch dabei vor, und dass sie beide in gleichem Maße benutzt werden können, ohne eine Hand zu bevorzugen oder zu benachteiligen, wird jemandem, der ähnliche Kunst beherrscht, gewiss recht schnell klar werden, denn sie sind stets in die täglichen Übungen eingebunden.

Elben, die sich darauf verstehen, die Augen ihres Gegenübers zu betrachten, werden bemerken, dass Arda nicht immer schon Sulothars Heimat war, ebenso deutlich wird der Umstand sein, dass kein hübsches Gesicht je wieder ernsthaftes Interesse wecken könnte, auch wenn die Dame, der dies offensichtlich gelang, derzeit wohl nicht zugegen ist.

Obwohl die Stimme, wie es bei seinem Volk üblich scheint, durchaus zum Singen geeignet wäre, wird man eben das nie hören können. Sollte irgendetwas diesen Elben verärgern, ist die Aussprache, mitunter sehr plötzlich, scharf, und weit weniger angenehm, was sicherlich Absicht ist, und den Eindruck erwecken könnte, dass jemand gewohnt ist, Anweisungen, oder auch Befehle, zu geben.

Das falbe Ross, das er bei sich hat, ist ein kräftiges Tier, was auch notwendig ist, um die erstaunlich große Menge an Gepäck tragen zu können, in dem man ohne sonderliche Mühe Zeltstangen, Felle, und den metallischen Aufbau einer kleinen Kochstelle entdecken kann - unter anderen, weniger leicht identifizierbaren Stücken.
Wer häufig an den Stallungen beschäftigt ist, dem wird auffallen, dass dieses Pferd nicht das ist, mit dem Sulothar vor einigen Monden ins Tal kam. Dass er es manchmal Stein und manchmal Kiesel ruft, hat vermutlich nichts mit falscher Erinnerung zu tun. Warum auch?

Unter den vollen Tragegurten wurde dem Pferd eine bereits leicht verblasste rote Decke gegönnt, sowohl zum Schutz als auch zur Zierde - nur reiten wird man mit all dem wohl kaum noch können. Gut, dass weder Statur noch bisher gezeigte Ausdauer den Anschein erwecken, man müsste deswegen irgendwann langsamer werden oder gar eine zusätzliche Pause einlegen...
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Wethrinvar
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Wethrinvar » Dienstag 4. Juni 2019, 20:31

Rhawfaloth


Der Elb ist wohl noldorischer Herkunft, wie leicht an hohem und starkem Wuchs, sehr starkem, für einen Elben sicherlich beinahe als bullig zu bezeichnendem Wuchs sogar , erkennbar wird und auch an dem üblichen dunklen, wenn auch nicht schwarzen, sondern braunen, Haar und grauen Augen. Allerdings scheint dieser hier einer derjenigen zu sein, die irgendwann eben als nicht nur einem Blute angehörend entstanden sind , sondern noch von einem Elternteil Blut derer in sich hat, die nie auch nur Anstalten machten, wirklich gen Westen zu ziehen.
Die Augen verraten Alter und Stolz, aber auch ein Temperament, dass eher einem großen Bären oder dergleichen entspechen dürfte... ruhig und gelassen und erstaunlich geduldig, bis man soweit zu reizen versteht, dass doch einmal für kurze Zeit das Blut in alter Weise zu kochen beginnt, bis der Grund des Ärgers verschwunden und beseitigt ist. Und offensichtlich niemandes Gegenstück, wie jemand zu sehen vermag, der versteht , wonach man schauen müsste.
Ansonsten wirkt das Gesicht angenehm, wenn auch nicht so feinknochig oder hübsch, wie manch ein anderer es ist. Stattdessen sind der Körper und die Bewegungen, die Züge und auch warme große Hände , eindeutig die eines Kriegers, auch eines Handwerkers, aber vor allen Dingen eines Kriegers. Hände, die eine anderthalbhändige Waffe auch mühelos einhändig wirbeln lassen und einen Speer werfen können ,während der Bogen nicht wirklich die bevorzugte Waffe scheint, aber ausreichend gut genutzt werden könnte...wenn es Not täte.

Lange Beine, die sowohl langen, wie auch schnellen Lauf zustande bringen und offenkundig mühelos über Stunden hinweg alles hinnehmen, was ihnen an Aufgaben zugedacht ist und ein Kreuz, das stark genug scheint, um mehr als nur das eigene Gepäck zu tragen, eventuell auch zu stemmen oder zu hieven, was man im ersten Momente noch nicht ganz zutrauen würde.
Selbst Hals und Nacken wirken nicht, als wären sie zart oder zerbrechlich, aber das trifft ja auch auf den gesamten Elben nicht zu.
Unterstrichen wird der Eindruck von jemandem, der schon ausreichend Kämpfe erlebt hat, von einer Narbe, die die rechte Gesichtshälfte ein wenig zu verziehen scheint, jedes Lächeln schief und einen Mundwinkels stets leicht gehoben wirken lässt. Allerdings verblasst sie bereits und scheint , wie es der Elben Art ist , nicht in ferne Zukunft ausharren , sondern in den nächsten Jahren schwinden zu wollen, wobei es schon von einer gewissen Schwere des Schadens spricht, dass sie überhaupt so lange verblieben ist.

Zähigkeit und Ausgeglichenheit scheinen hier führende Eigenschaften zu sein, die man mit ihm verbinden kann und eine enorme körperliche Kraft. Dazu kommt ein überraschender Mangel an Arroganz trotz Alter und Fähigkeiten, denn weder die Haltung noch die Kleidung würden eine solche ausstrahlen. Tatsächlich scheint er sich gerne führen zu lassen, statt selbst zu führen, auch wenn es ihm sicherlich möglich wäre, wie jeder weiß, der ihn einmal auf den Übungsplätzen gesehen hat. Es ist nur kein sehr offensichtliches Bedürfnis. Stattdessen diese Ruhe, die manches Mal an Gleichgültigkeit grenzt.
Derweilen besteht das Rüstzeug nicht aus etwas, das man Leder nennen müsste.. .nicht überall. Es gibt einen Helm ,so er von Nöten sein sollte , der Wangen und Nase zusätzlich schützt und ein Kettengeflecht an Nacken und unterer Gesichtshälfte besitzt, eine Platte, wenn nicht gar einen regelrechten Harnisch, der von hervorragenden Schmieden , nicht zwingend Elbischen wohlgemerkt, den Oberkörper schützt und Unterarmschienen, aus demselben Material, beides schmucklos, dafür aber mit der ein oder andern Spur, die von der lebensrettenden Funktion in der Vergangenheit zeugt.
Dazu ein paar lange Handschuhe, die mit Kettengeflecht verstärkt sind gegen Hiebe und dergleichen und zu ledernen Hosen hohe Stiefel, die mit Schienen für die Unterschenkel versehen werden können....
Trägt er kein Rüstzeug , besteht die Kleidung meist aus einer Hose aus leichtem Leder hervorragender Machart und leichten Lederschuhen oder halbhohen Stiefeln. Dazu gesellen sich lockere Hemden aus erdfarbenem oder dezent gefärbtem Stoff, der leicht, aber fest ist und, falls es für nötig gehalten wird, einer Weste aus Leder.
Ansonsten kann man zu ihm noch sagen, dass das Haar überraschend schlicht zusammengefasst ist und die warme, tiefe Stimme offenkundig zu angenehmem Gesang taugt, wenn man ihn denn dazu bekommen könnte, es zu tun. Was ihm völlig zu fehlen scheint, ist derweilen ein vierbeiniger Begleiter. Auch wenn ein Teil des Gepäckes , das ja nicht... wenig ist.... in einem paar Satteltaschen verstaut ist, die oft genutzt scheinen.
Ebenfalls überraschend dürfte sein, dass er zwar oft mit edlen Dingen hantiert und arbeitet... aber er selbst keinerlei Schmuck trägt.
The feasting people were Wood-elves, of course. These are not wicked folk. If they have a fault it is distrust of strangers.[...]They differed from the High Elves of the West, and were more dangerous and less wise. For most of them were descended from the ancient tribes that never went to Faerie in the West.

-J.R.R Tolkien. The Hobbit


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Elofinwe
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Elofinwe » Donnerstag 13. Juni 2019, 01:53

ELONWE

Die Sonne hatte ihren Höchststand bereits erreicht als ein einzelner Reiter die Ställe Bruchtal´s erreicht hatte. Der Reiter stieg von seinem Pferd. Der fremde Elb streichelte dessen Nacken liebevoll während er das schöne Tier zu den Ställen führte. Das gepflegte, kastanienbraune Fell des Tieres glänzte in der Mittagssonne. Beim Stallmeister angekommen wechselte der Ankömmling einige wenige Worte mit diesem als ob er sicherstellen wollte, dass man sich in den Ställen gut um sein Tier kümmert. Die Antwort schien den Pferdeherr zufriedenzustellen und er wandte sich einen großen Rucksack schulternd dem Hof zu, von wo er weiterzugehen gedachte. Sogleich wurde das Pferd weggeführt und der Elb blieb als einer unter einigen anderen Reisenden im Hof zurück.
Der Elb war hochgewachsen und sehr schlank, lediglich der Rucksack und sein schwerer Ledermantel gaben ihm etwas mehr Körperfülle wo tatsächlich keine war. Der auf seinem Rücken geschnallte Rucksack schien zwar groß, aber nicht besonders schwer zu sein. Das Drehen nach links und rechts bereitetes ihm trotz der Last offensichtlich keine Mühe. Zudem ragten aus dem nur mit einem Ledergurt verschlossenen Gepäckstück auf allen Seiten zusammengerollte Pergamente hervor.

Sein vor Zufriedenheit und Sanftmut strahlendes Antlitz wurde von langem, glattem Haar eingerahmt. Seine weichen und doch gleichzeitig stolzen und edlen Gesichtszüge unterstrichen seine durch tiefdunkles Haar angedeutete noldorische Abkunft. Sein Blick war sanft sowie freundlich und doch zeugte er von Selbstbewusstsein und innerer Stärke. Die braunen Augen wanderten ruhelos umher und musterten wissbegierig ihre Umgebung während sie einen jeden Fremden stets mit einem freundlichen, aber dennoch niemals lächelndem Blick bedachteten. Dieser Blick versprühte Freundlichkeit und seine ruhige Art vermittelte Zutrauen, und dennoch keine Nähe oder Wärme. Trotz seines ruhigen und Vertrauen schaffenden Auftretens, war er stets darauf bedacht, eine gewisse Ferne zwischen sich und seinen Gesprächspartner zu schaffen, welche zwar niemanden rabiat zurückstößt, aber auch niemals zu Vertraulichkeit und Freundschaft einlädt, denn weder das eine noch andere suchte er. Als stiller Betrachter trat er der Welt entgegen, die er weder zu Gutem noch zu Bösem verändern, aber ganz und gar kennenlernen und verstehen wollte.

Gekleidet war der Elb in einen bis zu seinen schwarzen Lederstiefeln reichendem Ledermantel, an welchem an Rücken, Brust und Beinkleid dunkelgrüner Stoff genäht war. Der Ledermantel war an Armen und Oberkörper durch einen leichten Kettenpanzer verstärkt und doch blieb dem geschulten Auge nicht verborgen, dass diese leichte Rüstung nur bedingten Schutz vor massiven Angriffen bieten würde. Zwei breite Ledergurte säumten die Lederrüstung an den Körper des Elben. Während der eine Gurte kleinen Lederbeuteln einen Platz bot, war an dem zweiten Gurt nur ein Schwert befestigt. Schon ein Blick auf das makellose Schwert an seiner Seite verriet die Herkunft der Waffe. Die fein geschwungene Klinge beugte sich zum Ende hin leicht nach innen, aber nur soweit als dass das Gleichgewicht der Klinge hierdurch nicht wesentlich verlagert wurde. Im glänzend gebürstetem Elbenstahl waren feine Buchstaben in alter Sprache der Noldor eingelassen, dessen unteres Ende wohlgeformt in einem Griff aus elastischem und gleichzeitig unnachgiebigen Holz der Rotesche eingearbeitet war, der wiederum sorgfältig in braunes Leder gewickelt der Hand seines Herren sicheren Halt gewährte. Der Anblick dieses außergewöhnlich kunstfertig gearbeiteten Schwertes hätte leicht auf einen großen Krieger als dessen Träger schließen lassen, doch Elonwe war weder ein großer Krieger noch hatte er an Schlachten teilgenommen. Zeit seines Lebens lebte er im fernen Lindon unter der Obhut seines Oheims, auf dessen Geheiß Elonwe eine breite und gründliche Ausbildung in Kunst und Wissenschaft genossen hatte.

Geboren in Lindon als der Untergang Beleriands für die Menschen in Mittelerde nur noch eine weitentrückte Erzählung aus altvorderer Zeit war und doch bereits alt genug um unzählige Generationen der Menschen kommen und gehen zu sehen. Seine Eltern schieden schon so früh aus seinem Leben, sodass seine Eltern lediglich schöne, aber weit entfernte Kindheitserinnerungen für ihn darstellten. Elonwe war noch keine 30 Jahre als seine Eltern von einer Reise nicht wieder nach Lindon zurückkehrten. Der vom Vater angekündigte Tag der Rückkehr war verstrichen und Elonwe hoffte jeden Tag von Neuem darauf, dass seine Eltern endlich heimkehren. Doch die Tage vergingen und weder seine Eltern noch irgendeine Kunde von Ihnen erreichte Lindon, aber der junge Elb blieb standhaft und verharrte noch Wochen in Erwartung der Rückkehr seiner Eltern. Doch seine Eltern kehrten niemals mehr zurück. Stattdessen kehrte der Bruder seines Vaters nach jahrhundertelanger Abwesenheit nach Lindon zurück, um sich der Erziehung seines Neffen anzunehmen.

Der alte Krieger und der junge Elonwe waren einander zunächst fremd, da dessen Rückkehr nach Lindon auch das erste Zusammenkommen der beiden bedeutete. Die Annäherung dauerte Jahre, und erst nach Jahren taute das Eis zwischen ihnen auf und enge Bande erwuchsen zwischen ihnen. Elonwe´s Oheim stellte sicher, dass der junge Elb in Kunst, Wissenschaft und Handwerk unterrichtet wurde, so sehr er selbst allein im Kriegshandwerk die Bestimmung eines jeden noldorischen Kriegers sah. Elonwe war ein eifriger Schüler und lernte bereitwillig alles, was seine Lehrer ihn lehren wollten. Dennoch überragte sein Interesse an der Gesichtsschreibung seinen Lerneifer an anderem und so verbrachte er bereits als Jüngling sehr viel Zeit zwischen den unzähligen Bücherreihen der Bibliothek in Lindon und studierte alles, dessen er habhaft werden konnte. Einzig zuwider war ihm das Üben des Schwertkampfes, zu dem ihn sein Oheim Tag für Tag anspornte. Doch aus tiefer Verbundenheit zu diesem ließ er sich das nie anmerken und mit den Jahren kraftraubenden Übens erlangte er im Schwertkampf auch passable Fähigkeiten, die jedoch immer noch im Krieg und Kampf auf Leben und Tod ungeprüft blieben. Er war weder ein begnadeter Kunsthandwerker noch Sänger. Seine große Leidenschaft war die Geschichtsschreibung und alte Geschichten sowie die alten Sprachen der Elben und Menschen, die er eifrig erlernte, um möglichst viele Schriften lesen und verstehen zu können.
Nach einigen Jahrhunderten gemeinsam verbachter Zeit in Lindon verließ sein Oheim von Zeit zu Zeit die vertraute Stadt und ging auf Reisen. Zunächst nur kurz und selten, doch mit der Zeit wurden die Reisen länger und zahlreicher und Elonwe sah ihn immer seltener. So vergingen Jahrhunderte um Jahrhunderte und Elonwe hortete jedwedes Wissen, während sein Oheim noch immer unzählige Reise unternahm als ob er nach irgendetwas Bestimmtem suchte. Sooft sich die Gelegenheit bot, fragte Elonwe seinen Oheim nach dessen Reisen. Doch der ruhelose Krieger schüttelte nur immer sein Haupt und entgegnete: "Ich weiß, dass du es vermutest. Und Du hast Recht. Aber folge nicht diesem Pfad, denn es ist keine Suche, sondern ein Fluch. Für mich ist es zu spät, doch lasse ab davon, mir zu folgen."

Bei seinem letzten Aufbruch aus Lindon fragte der alte Krieger seinen Neffen, ob dieser ihn nicht begleiten wolle. Elonwe stimmte zu und beide vereinbarten eine Zusammenkunft wenige Wochen danach bei Celondim. Wenige Wochen später in Celondim angekommen, musste aber Eleonwe feststellen, dass sein Oheim nicht dort zugegen war. Etwas enttäuscht wartete Elonwe einige Tage dorten in der Hoffnung, dass auch sein Oheim bald nach Celondim käme. Doch er wartete vergebens. Anstatt seines Oheims suchte ihn nur ein Bote auf und übergab ihm eine kurze Nachricht seines Oheims.

"Komme so schnell Du kannst nach Bruchtal. Ich habe ihn in den Hängen des Hithaeglir gefunden."

Elonwe grübelte lange über diese mysteriöse Nachricht. Im Vertrauen auf die Echtheit der Nachricht beschloss er, der Nachricht zu folgen und nach Bruchtal aufzubrechen, auch wenn er nicht wissen konnte, was ihn dort erwarten würde und was sein Oheim gefunden haben wollte, denn es war unmöglich, dass es das sein könnte, woran Elonwe zuerst dachte.
Among the tales of sorrow and of ruin that come down to us from the darkness of those days there are yet some in which amid weeping there is joy and under the shadow of death light that endures.

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Wethrinvar
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Wethrinvar » Samstag 15. Juni 2019, 15:07

Reisebericht des ersten Tages, Rhawfaloth' Reisetagebuch :

Aufbruch aus Bruchtal

Wir sind heute losgezogen. Ich gebe zu, das Gefühl war etwas seltsam, wo ich doch vor nicht allzulanger Zeit mit einer anderen Gruppe unterwegs war ,die ebenfalls eine Dame begleiten wollte, um in Richtung des Goldenen zu gelangen. Allerdings, das gebe ich gern zu, war es damals ein wenig anders. Schließlich war die Dame mir wichtig und ich freite sogar um sie. Dass das nicht von Erfolg gekrönt war , liegt in der Natur der Sache, denke ich.
Außerdem scheint es besser so gewesen zu sein, wenn ich bedenke, wie sie sowohl Maeronmorn als auch meine Wenigkeit nicht im Geringsten beachtete, sobald sie meinte, unsere Dienste nicht mehr zu benötigen. Traurig und einer hohen Dame unwürdig, aber wohl nicht zu ändern. Immerhin die restliche Gesellschaft damals war unterhaltsam und durchaus interessant und liebenswert.
Bei diesem Aufbruch hier war ich hingegen ohne meine treue Stute , schließlich verschied sie unter diesem Felssturz der letzten Reise. Ebenso hatten wir keine liebenswerten Zwergenherren bei uns und auch keine seltsamen und zu kämpferisch wirkenden Mannsweiber wie diese Sidaneth. Aber auch unser Reiseführer ist dieses Mal kein waldelbischer Kundschafter und Reisender , sondern Herr Sulothar. Ebenfalls ein erfahrener Kämpfer, nehme ich an. Zumindest sagen die Bewegungen und der Wuchs wie auch sein Verhalten das aus. Aber nun... ich ordne mich gern unter und tue, was nötig ist.
Hauptsache, ich kann der Enge- ja, ich nenne es Enge- des Tales fürs Erste entkommen. Alles hier erinnert mich an Rianriel oder an die Gespräche mit Talindir und den Anderen. Was nicht zwingend unangenehm ist, aber immer wieder zu den Erinnerungen führt, die es durchaus sind. Aber nun... wir haben also diesen jungen Burschen, der seine Karten liebt und in dessen Ohren ich eine gehörige Menge an Wachs vermute. Nicht dumm, aber offenkundig zu sehr dem Wissen der Bücher zugeneigt und zu wenig mit den Füßen in der Realität. Aber es sollte möglich sein, den Grünschnabel am Leben zu erhalten.
Dazu Feamarthon, ein gelehriges und fleißiges Bürschlein, dass sich offenkundig auch gern mit dem Formen der Metalle befasst. Ich denke, wenn uns die Reise lang wird, wird man darüber angenehme Gespräche führen können.
Dazu noch Sulothar und eben meine Wenigkeit.
Und die Dame Rodviel, die wohl Verwandtschaft besuchen und zur Fahrt in den Westen überreden will, wenn ich es recht verstanden habe. Aber was kümmert es mich?
Es geht mir nicht darum, sie bei dieser Sache zu unterstützen, wo ich doch noch nicht fertig bin auf dieser Seite des Meeres, sondern darum, zu helfen, dass jeder, der es eben wünscht, sicher dort drüben angelangt und seine Belange erledigen kann. Ich denke, das wird recht gut gelingen. Wir wollen zwar erneut übers Gebirge, aber nun... wir sind eine kleine Gruppe und dieses Mal werden wir wahrlich keinen Grund haben, die Tore der alten Miene auch nur anzusehen. Daher mache ich mir keine Gedanken darüber, dass sich große Schwierigkeiten abzeichnen könnten. Ich meine... eine ganz simple Sache haben wir in Form des Menschen ebenfalls nicht dabei, also sollten auch die Probleme, die sich daraus ergeben hatten... nicht mehr vorzufinden sein.
Im Großen und Ganzen hoffe ich also auf eine ruhige und friedliche Reise. Sollte das nicht der Fall sein... nun ... ich habe Rüstzeug dabei und der Rest besitzt Pferde, die ihnen sicherlich ein wenig Vorsprung gegen das Ein oder Andere verschaffen könnten. Ich denke... wir sind also nicht in übermäßiger Gefahr, von etwas belästigt zu werden.
Heute allerdings trafen wir erst einmal an den Stallungen Imladris' aufeinander und beluden die Tiere. Es war unterhaltsam, mit anzusehen, wie Gepäck verschnallt und Proviant noch im letzten Moment aufgestockt wurde und endete damit, dass ich nun, obwohl ohne Ross, eines neben mir führe, dass sich recht anschmiegsam gibt und ausgesprochen neugierig scheint, was das Sammeln von Feuerholz angeht. Wir sind auch nicht übermäßig weit gekommen.
Lediglich an die Ränder des Tales. Aber bekanntermaßen ist Imladris ja auch nicht klein und somit ist dies keine Überraschung, wo wir es ja auch nicht eilig zu haben scheinen.
Herr Sulothars Wahl des Lagerplatzes fand ich nur zu passend und die Pferde werden es uns danken, dass wir ihnen soviel Ruhe als möglich gönnen. Erst recht, wenn man bedenkt, dass sie nun auch noch das Feuerholz zu tragen haben, was Feamarthon und meine Wenigkeit gesammelt haben, damit wir in den Bergen stets für ausreichend Wärme sorgen können. Schließlich ist es dort trotz allem .... eisig genug, dass sogar wir es als unangenehm empfinden könnten. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, inwiefern sich der Rest der Gesellschaft darüber im Klaren ist. Aber nun gut... wir haben ja ausreichend Gepäck dabei, dass sicherlich jeder von uns auch etwas anderes zum Anziehen mit sich führt.
Falls nicht... habe ich noch ein oder zwei Umhänge, die ich nicht brauche. Es sollte sich also alles einrichten lassen.
Aber nun... der Lagerplatz ist bereitet, Herr Sulothar hat sich mit dem Klingentanz befasst und auch ich werde das nun noch hinter mich bringen. Schließlich ist es die Übung, die dafür sorgt, dass es sich schnell und präzise in jeder Lebenslage durchführen lässt. Übung, die mir schon mehr als einmal das Leben gerettet hat. Außerdem gibt es nichts weiter über diesen ersten Reisetag zu berichten. Wir haben beladene Pferde, ich für meinen Teil finde mein Gepäck nicht zu schwer und der Rest scheint guter Dinge zu sein, für das Wohlbefinden der Dame hat unser Reiseführer sogar den ein oder andern Leckerbissen ,wie es scheint, also sollte in nächster Zeit alles gut gehen und gelingen. Nun ist dieses naseweise Tier endlich auch mit seinem Futter und nicht mehr mit meinem Tintenfaß beschäftigt, sodass ich das Tagebuch vor ihm verstecken und tief in der Satteltasche vergraben kann.
Auf dass der morgige Tag ebenso erfreulich ereignisarm verlaufen möge wie dieser heutige, wo wir doch dann den Schutz des Tales verlassen werden.
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Vyzra
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Vyzra » Montag 17. Juni 2019, 13:51

Vyzra

Es raschelt kurz und schon streckt die Elbin ihren Kopf aus einem Gebüsch, oder hängt kopfüber aus einem Baum, lugt um die Ecke, wild winkend, grinsend, als hätte sie leckere Erdbeeren gefunden die sie euch zeigen muss, oder einfach nur froh ist euch zu sehen.
Das ist der weit verbreitete, erste Eindruck dieser deutlich jungen Elbin. Schwarze Haare umranden ein leicht gebräuntes Gesicht. Irgendwelcher Haarschmuck in Form von Metall, Holz, Horn, oder geflochtenem Haar fehlt, dafür aber Blätter, die sie wohl in dem Moment schön fand. Sie sind kaum merklich hereingeflochten worden, um dem Anschein von offenen Haaren nicht entgegenzuwirken.

Hinter den schwarzen Haaren lugen aufgeweckte, neugierige, tiefblaue Augen hervor. Sie versucht sich zumindest auf ihren Gegenüber zu konzentrieren bei der Unterhaltung. Aber was war das? Ein Schmetterling? Eine Schneeflocke? Ohhh, ein Blatt! Und es ist so ein schönes Grün mit einer Einkerbung genau... Zurück zum Gesprächspartner.Zumindest erweckt das den Anschein. Die Unterhaltung wird ja schließlich einfach weiter fortgesetzt, als gäbe es keine Ablenkungen.

Die Lippen sind so gut wie immer nach oben gezogen. Es ist schließlich eine wunderbare, interessante Welt, in der wir leben! Und es gibt so viel zu sehen, so viel zu erleben und so viele Möglichkeiten Spaß zu haben! Und das muss man allen mitteilen. Vielleicht nicht wörtlich, Körpersprache ist schließlich allgemein besser verständlich. Vor allem, da es selbst unter Elben Verständigungsprobleme gibt. Sindarin ist kein Problem - meist. Quenya, oh sie hat hier und da mal ein Wort aufgeschnappt. Ob sie der Übersetzung des Wortes gewahr ist, bleibt offen. Khuzdul? Keine Chance. Wer kann den die Sprache schon? Außer Zwerge natürlich.
Die Sprache der Menschen? Natürlich kennt sie die. Man kommt ja viel rum und Menschen sind wirklich überall und mit denen kann man handeln und sich unterhalten und Geschichten austauschen. Auch wenn sie sich angewöhnt hat, spitze Ohren unter eine Kapuze zu verbergen, sobald sie Menschen begegnen könnte, um dem plötzlichen Aufschrei, sie sei eine Hexe, aus dem Weg zu gehen. Menschen können nun mal auch sehr merkwürdig sein, nicht wahr?
Andere Sprachen? Nein, nicht das sie wüsste.
Sonst noch was? Ab und an spricht sie mal mit jemanden, der nicht da zu sein scheint. Nein, wartet... es ist die Unterhaltung einer Waldelbin mit... nunja... einem Baum. Oder Gebüsch. Oder der Blume. Es ist auf jeden Fall nicht einseitig. Sie hat wohl eine reghafte Fantasie, diese Elbin.
Oh, und glaubt ja nicht, sie wäre still, wenn sie mal nicht den Mund aufmacht. So viele Lieder kann man wunderbar summen, pfeifen und zwitschern in allen Sprachen der Vögel.
Eine wirklich schöne Singstimme besitzt sie nicht - außer eigener Meinung. Andere behaupten das Gegenteil, aber wer sind die denn schon, um zu behaupten, dass sie eine gute Singstimme besäße?
Vielleicht liegt es daran, dass sie sich, trotz dieser Meinung, nicht davon abhalten lässt hin und wieder ein Lied zum Besten zu geben, wenn ihr die Laune dazu gekommen ist. Aber trotzdem: Gute Singstimme? Sie? Pfff, niemals.

Vyzra ist nicht besonders groß. Zumindest für eine Elbin.
Ihre Arme zeugen dafür von Kraft. Kein Wunder bei dem Jagdbogen, silvanischer Machart, der bei ihr ist.
Der Köcher ist gefüllt mit Pfeilen, gespikt mit verschiedenen Federn von Vögeln, die sie mal erlegte, oder Federn die sie schlichtweg fand. Sie besitzt auch zwei Dolche, die recht neu erscheinen und mehr an noldorische Schmiedearbeit erinnert, als an Silvanische. Auch wenn der Stil mit eingebracht worden ist. Vielleicht ein Geschenk?
Auf jeden Fall weiß sie damit umzugehen - solange es um die Jagd geht. Kommt es zu einem Kampf ist sie schneller auf einem Baum, oder sonst einer Erhöhung, als man "YRCH!" schreien kann. Von dort lässt es sich relativ sicher Pfeile verschießen - und Diese treffen.

Ach, aber dieses quirlige Wesen ist nicht 24/7 beim herumalbern zu beobachten. Es gibt ruhige Momente. Entweder, wenn sie angebracht sind, oder sie in ihrem Buch vertieft ist, dass Einiges miterlebt hat und schon mehr Seiten rein geschoben bekommen hat, als es ursprünglich zu Anfang besaß.
Es ist gefüllt mit Zeichnungen, Karten aus eigener Hand und Notizen. Ohja, da ist sie tatsächlich mal still und kaut auf einem Stift herum, wenn das Zeichenwerkzeug nicht im Einsatz ist.
Bei näherer Betrachtung ist die Kartografie sogar recht genau. Was aber die kleinen Symbole und Zeichnungen drauf sollen, erläutert sich nicht von selbst. Aber eindeutig sollen sie etwas bedeuten. Vielleicht steckt ja eine Geschichte dahinter.

Und wie transportiert Vyzra alles? Ein Pferd ist nicht in Sicht. Aber ein Rucksack - ledernd und schon seit Jahren im Einsatz. Hier und da ist sogar mal geflickt worden.
Mehr braucht sie ja auch nicht. Die Natur versorgt einen doch immer mit allem was man benötigt.
Vergesst den Plan, sprengt etwas in die Luft!!!

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Celandril
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Celandril » Montag 17. Juni 2019, 15:25

Es war eine gute Idee, hierbei Hilfe anzubieten, und ich werde mir nun nicht im Nachhinein einreden, es wäre irgendwie anders. Mein Schmetterling ist nicht im Tal, ich müsste warten, was mir wirklich nicht liegt, und Wilwarin sollte ich zu so etwas ohnehin nicht mitnehmen, selbst wenn sie anwesend wäre. Nicht, dass sie das Gebirge nicht ertragen könnte, oder dass ihr die Wälder nicht gefallen würden .. aber diese Art der Anstrengung muss nicht sein, und solange ich es nicht verlange, würde sie niemals auf die Idee kommen.

Umso schlimmer erscheint mir, dass diese Rodviel ihre Aufgabe wohl ganz allein begonnen hat… doch es liegt nicht an mir, das zu beurteilen, wo sie nicht zu meinen Verwandten zählt. Ich betrachte sie, wie es sich gehört, als schützenswerte Dame, und das bedeutet, es ist meine Aufgabe, ihr die Reise so angenehm wie möglich zu machen, sei das nun mit dem für Krieger oder Späher eigentlich unnötigen Komfort eines Zeltes oder mit etwas besserer Wegzehrung als nur etwas Trockenfleisch und Wegbrot.

Ich bin vollkommen sicher, dass wir ohne Probleme in wenigen Wochen auf der anderen Seite sein werden – es sei denn natürlich, wir machen uns selbst welche, was mir zwar unwahrscheinlich vorkommt, aber dennoch… es wäre möglich, mit dem Jungen und diesem ... bücherhungrigen Burschen dabei. Wie kann man nur ernsthaft daran glauben, das Lesen eines Buches ersetze reale Erfahrung?

Und dann … ich kam nicht umhin, der vorgeblich leisen Unterhaltung zu folgen, die Feamarthon offenbar für weit genug entfernt hielt, einmal ganz abgesehen davon, dass ich jederzeit so unfreundlich zu unwissendem Jungvolk sein kann wie ich es für angebracht halte, im Zweifelsfall wird ein Buch eben angezündet, wenn man ein Feuer braucht  um Schnee zu schmelzen – auch wenn es dabei um irgendwelche seltenen Tiere geht, die angeblich in den Nebelbergen ihre Heimat haben! Doch nun, für den Anfang, will ich ihnen ihre Illusionen lassen, und die Reise ohne jeden Druck beginnen.

Es wird schnell genug notwendig sein, Pferden und Mitreisenden mehr abzuverlangen, warum also nicht den Beginn genießen, solange es möglich ist…wobei mir direkt wieder sehr positiv aufgefallen ist, wozu man erfahrene Mitreisende hat, wenn ich mir ansehe, wie Rhawfaloth, der Kunsthandwerker, wie man im Tal des Halbelben sagt, schon jetzt Holz zusammensucht. 

Andere hätten wohl erst in ein paar Tagen damit begonnen, wenn es offensichtlich wird, dass wir es brauchen werden, und dann, das sagt die Erfahrung, hätten wir es mit bereits feuchten Stücken zu tun gehabt, denn wo einerseits Schnee liegt, und es andererseits noch zu warm ist, als dass dieser dauerhaft liegenbleiben würde, ist es schwieriger, wirklich trockenes Holz zu finden. Es beruhigt mich auch, dass zumindest bisher niemand auf die Idee kam, mir zu widersprechen. Nicht, dass ich derartiges erwartet hätte, aber wo Elonwe, der Kartenliebhaber, schon nach dem Preis für sicheres Geleit fragte – dem Preis! Ist es zu glauben…aber wie er sagte, wurde in den Gebieten der Menschen für alles Geld verlangt, scheinbar wird das nach einiger Zeit zur Gewohnheit – da musste ich mehrfach wiederholen, dass ich lediglich absoluten Gehorsam verlange.

Nicht, weil mir so viel daran liegt, natürlich, sondern nur, und ausschließlich, damit niemand unterwegs, wenn es wichtig wäre, irgendeinen dummen Fehler begeht, der hinterher nicht mehr mit einer gemurmelten Entschuldigung und ein wenig Schelte wieder in Ordnung zu bringen ist, und ich hoffe sehr, so etwas wird nicht geschehen. Verteidigung gegen Feinde von außen ist nicht sehr schwierig, Verteidigung gegen Dummheit von innen heraus hingegen… nun gut, ich werde achtsam bleiben.

In Eile sind wir nicht, und da noch nicht jeder, von dem man mir an den Ställen sagte, es wäre möglich, dass dieser sich noch anschließt, sich eingefunden hat, werde ich auch nicht zur Eile antreiben. Wenn das der ungeduldigen Jugend nicht passt, wird sich etwas finden um sie zu beschäftigen…


 
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Feamarthon
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Feamarthon » Mittwoch 19. Juni 2019, 15:06

Feamarthon:

Die Schmiede in Bruchtal ist der Ort, wo man Feamarthon normalerweise trifft. Oft genug aber auch bei den Ställen, wenn einem Pferd neue Eisen aufgezogen werden müssen, und immer wieder taucht er mit Nägeln und anderem nützlichen Werkzeug bei Baustellen auf.
Kein Ruf als herausragender Handwerker bisher, was bei der sichtlichen Jugend auch nicht verwundern darf, der Elb mit schulterlangem, dunklem Haar wird gerade erst hundert Jahre alt sein. Vielleicht etwas mehr, vielleicht etwas weniger, zumindest ist er gut ausgewachsen.
Breite Schultern, kräftige Arme und Hände, die über Stunden den schweren Schmiedehammer führen, graue, wache Augen in einem für Elben fast schon groben Gesicht. Nicht unansehnlich, durchaus nicht, aber nicht ganz so hohe Wangenknochen, keine ganz so schmale Nase, und das Kinn nicht ganz so weit oben wie man es vielleicht von Älteren kennt, auch die Größe mag unter den erfahrenen Schmieden, die es in Imladris gibt, eher unscheinbar wirken. Jung eben, und kein Relikt aus längst vergangenen Tagen.
Die Kleidung ist fest und praktisch geschnitten, allerdings mit verspielten Blumenmustern verziert. Die sonst übliche Lederschürze, die zur Arbeit an der Esse notwendig ist, wurde vermutlich für die Reise ins Gepäck gestopft, möglich, dass man davon etwas sieht, wenn aus-oder umgepackt wird.
Zumindest die Stiefel sind wetterfest, und wirken frisch geputzt.
Wenn man ihn lässt, wird er auf der kleinen, silbernen Flöte spielen, die rechts am Gürtel hängt, auf der anderen, der linken Seite, sieht man einen nicht gerade kleinen Hammer mit breitem Kopf, mit einer viereckigen Bahn einerseits und andererseits in zwei ungleiche Spitzen aufgespalten. Feine Dekorationen am Stiel zeigen ein ähnliches Blütenmuster wie die Kleidung.

Das braune Pferd mit gleichfarbener Mähne wird stets liebevoll geführt, mit kleinen Leckereien versorgt, und immer wieder gestreichelt. Es trägt nicht viel Gepäck, das dafür aber sehr ordentlich über einer weichen Satteldecke befestigt wurde.

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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Rodviel » Donnerstag 20. Juni 2019, 15:27

Rodviel

Mit der hochgewachsenen, jedoch keineswegs alles überragenden Statur, dem schwarzen Haar, welches ihr, frei fallend, ein gutes, aber noch praktikables Stück den Rücken hinab reicht und, der einfacheren Handhabung wegen, meist als einzelner Zopf, bisweilen auch nur von einigen geflochtenen Strängen zusammengehalten sowie, hin und wieder, auch offen getragen wird und den meergrauen, wissbegierig blickenden Augen, die aus einem Gesicht mit eher schmaler Kinnpartie und ebensolcher, geraderückiger Nase hervorschauen, könnte sie, wenn dies keine unter Elben weit verbreiteten Merkmale wären, für eine Noldor gehalten werden, wobei es sich jedoch um einen Irrtum handeln würde.

Mit ihrer wohltönenden Stimme, die auch des Öfteren singend zu vernehmen ist, bedient sie sich, neben dem Elbischen, wie es in den Küstengebieten gesprochen wird, der Gemeinsamen sowie, bisweilen, der Alten Sprache[1] und schließlich, so denn jemand einem Gepräch innerhalb der Familie lauschen würde und dies erkennen könnte, einem mit Einstreuungen des Letztgenannten versetzten Telerin[1].
Einem Erstgeborenen wird zudem, wenn er diese Stimme vernimmt, oder den Blick ihrer Augen mit dem seinen einfängt, nicht entgehen, dass sie ungebunden ist.

Während sie bei der Wahl ihrer Garderobe einen Hang zu Blau zu haben scheint, so kann man sie oft in einem Kleid von den Farben des Himmels und des tiefen Wassers, getrennt von weißen, Schaumkronen von Wellen gleichenden Stickereien antreffen, trägt sie auf Reisen bevorzugt praktische in Grün- und Brauntönen gehaltene, kürzere Kleidungsstücke aus, an beanspruchten Stellen mit ledernen Verstärkungen versehenem, robustem Stoff in Verbindung mit Hosen von gleicher Beschaffenheit. Ein Umhang und festes aber angenehm zu tragendes Schuhwerk vervollständigen diese Ausstattung.

Lithmador der 87., ein hellgraues, mittelgroßes und kaum aus der Ruhe zu bringendes Pferd, ist für den Transport ihres Gepäcks, bestehend aus diversen Bündeln, Beuteln und Taschen zuständig. Manchen davon, wie der großen harfenförmigen Tasche oder dem langen, flachen Bündel, bei dem sich der darin befindliche Bogen abzeichnet, kann man ihren Inhalt ansehen, in zumindest einem weiteren befinden sich wohl diverse Kleidungsstücke und in einem Rucksack sicherlich Dinge, die man auch ohne Packtier mitführen würde.


[1] Dies geht auf den noch nicht thematisierten Charakterhintergrund zurück.

Änderungen:
  • Familienstand ergänzt (2019.06.22)

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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Aralandor » Samstag 22. Juni 2019, 12:10

Aralandor und Araloth

Sie müssen ganz offenkundig Bruder und Schwester sein und sind doch so viel mehr füreinander, das könnte auch an der innigen Verbindung der Zwillinge liegen.
Die Augenpartien beider hochgewachsenen Elben sind nahezu gleich, ihre hellgrauen klaren Augen unterscheiden sich in geringfügigem Maße von vielen Elben Mittelerdes, die hier, fernab von Valinor, geboren worden sind.
Ihre elfenbeinfarbige makellose Haut steht im scharfen Kontrast zu den kräftigen schwarzen Haaren, die beide Elben als Noldor ausweisen könnten, doch ihre Herkunft wird von so vielem mehr als nur diesen offensichtlich erkannbaren Dingen deutlich.
Aber das Äußere ist nun mal das Erste, was einem in das Auge fällt, und so stechen bei ihm sein breiter und kräftiger Oberkörper hervor, der selbst für einen Noldo mächtig und einschüchternd wirken könnte, zusammen mit seinen markanten und auffallend groben Gesichtszügen spiegelt der Elb nur von seinem Antlitz her jemanden wider, dem man aus Respekt, Ehrfurcht oder Angst nicht lange anstarren oder seinem Blick standhalten möchte, sodass die meisten es vorziehen, nur flüchtigen Blickkontakt zu ihm zu halten, um ihn vermeintlich nicht zu beleidigen oder zu verärgern, ein einschüchternder Elb, dessen Statur darauf schließen lässt, dass er große körperliche Anstrengung gewohnt ist, Strapazen mühelos auf sich nehmen kann und vermutlich kampferprobt ist.
Sie ist von ihrer Statur das komplette Gegenteil, während seine schwarzen Haare ungepflegt nach allen Seiten abfallen und schulterlang geschnitten sind, hat die Elbin ihre schwarzen Haare elegant nach oben aufgesteckt und weist wesentlich sanftere und feine Gesichtskonturen auf, ihre weichen Wangenknochen und schmale Nase verleihen ihr ein zartes Gesicht und zusammen mit ihren kühlen hellgrauen Augen, die dieselben ihres Bruders sind, wirkt die Elbin schön und anmutig,und kann so für die ersten Momenten einer neuen Begegnung über die fast schon wahnsinnig Wesenszüge ihres Charakters hinwegtäuschen, ganz so, wie es manche Tiere vermögen, wenn sie ihre Opfer durch Schönheit und Zerbrechlichkeit einlullen wollen, nur um im nächsten Moment mit umso größerer Gewalt und Täuschung zuschlagen zu können. Die Statur der Elbin ist verglichen mit der körperlichen Präsenz ihres Bruders eher schmal und graziel, wobei sie auch für eine Elbin eher kräftiger und muskulöser gebaut ist, aber verglichen mit ihrem Bruder eher klein und schmächtig wirkt. An ihrem Waffengurt hängen zwei feine Dolche herab, die sie liebevoll Ruhe und Stille nennt und sich täglich ausgiebig mit ihnen beschäftigt. Ansonsten trägt sie kaum etwas bei sich, nur ein paar kleinere Taschen, mit allerhand Nützlichem aus der Natur, das sie eventuell für Wundversorgung und anderen Problemen gebrauchen könnte.

Beide Elben tragen denselben Harnisch unter einem fein bestickten Mantel....Dieser Brustharnisch wirkt wie auch die Dolche der Elbin kunstvoll und anmutig.
Das Erste, was einem wohl auffallen würde, ist die Tatsache, dass ein blasser Stern auf dem Brustbein des Harnisch prangt und die Herkunft beider Geschwister für die Wissenden in Mittelerde offenbart. Daneben wirkt der Harnisch schon sehr alt und ist gezeichnet von vielen Gebrauchsspuren des Kampfes, wobei es auffällt, dass er an vielen Stellen schon ausgebessert worden ist, um seinen Nutzen zu erhalten. Die Umhänge beider Elben wirken sehr kostbar und ein leuchtend heller Baum ziert die Rückseite beider Umhänge, nur ein Narr würde annehmen, es handelt sich hierbei um einen Spross der weißen Blüte oder anderer Ableger.
Nein, die kostbare Darstellung dieser Bäume unterscheidet sich in kleinen Details voneinander, sodass jeder der beiden Elben je einen der beiden Bäume auf seinem Umhang bestickt bekam, in Gedenken an Telperion und Laurelin.
Der Elb trägt im Unterschied zu seiner Schwester einen einzelnen längeren Dolch, wohlgemerkt kein Schwert, aber eine längere Klinge, die eindeutig elbischen Ursprungs ist und mit feinem Tengwar und einer Vielzahl anderer Symbolen und Bildmotive verziert worden ist. Für den Unwissenden leuchtet dieser Dolch weißgold, aber ein geübter Schmied, der sein Tagwerk versteht und über die elbische Kunstfertigkeit bescheid weiß, kann erahnen, welches Metall hier verwendet worden ist.
Beide Elben reiten auf einem großem Hengst, der ein auffallend leuchtendes Zaumug trägt und zu beiden Seiten mit kleineren Taschen beladen scheint.

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Wethrinvar
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Re: Geleitschutz über die Hithaeglir - Mitreisende und Reiseberichte -

Ungelesener Beitragvon Wethrinvar » Sonntag 23. Juni 2019, 00:38

Rhawfaloth's Reisetagebuch.

Hier noch ein Nachtrag. Es ist faszinierend. Während ich davon ausging, dass die jungen Burschen zumindest etwas gelernt hätten, dass ihr Überleben in der Wildnis sicherte...
wurde ich während unseres Lagerns eines Besseren belehrt. Es ist ja nun nicht sträflich, etwas nicht zu beherrschen und es ist sicherlich auch eine löbliche Einstellung, sich
dem Kampfe verweigern zu wollen, weil man den Frieden schätzt. Allerdings hört das dort auf, wo man Andere davon abbringen möchte, etwas zu lernen, dass ihnen das Leben
retten kann. Was dafür sorgte, dass am heutigen Abend mit mir beinahe das Temperament durchging, weil der junge Gelehrte unserer Reisegruppe sich bemüßigt fühlte, auch noch
in der alten Sprache, Dinge zu äußern, die in der Begleitung von mindestens Einem, der alt genug sein dürfte, sie erlebt zu haben... nicht klug waren. So endete unser Disput denn
auch sehr plötzlich, nachdem Herr Sulothar sich einschaltete. Damit ist der Junge nicht mehr meine Sorge, denn Sulothar führt uns nun einmal an und ihm sollte folgsam begegnet werden.
Das zumindest ist es, worum ich mich bemühen werde.

Derweilen ist Feamarthon ein kluger Junge. Sehr gelehrig und offensichtlich auch neugierig genug für Neues. Verwirrend finde ich allerdings, dass er sich offenkundig mehr oder minder an
dem Streite Schuld zu fühlen schien. Ich hoffe, dass das nicht immer passiert. Vielleicht war es auch nur das ,was er später als Erklärung äußerte, was sich nach einer Form des Ausitzens, bis
es wieder besser aussieht, anhörte. Der Junge ist allerdings recht fähig und nicht langsam, also frage ich mich , wer ihn gelehrt hat , so unsicher und zurückhaltend zu sein und so rasch und
gründlich in sich zusammen zu sinken. Ich hatte kurzzeitig wirklich Sorge, dass das arme Kind nun gutes Zureden benötigen würde. Allerdings schien es auch zu genügen, ihn mit ein wenig
Ablenkung in Form von grundlegenden Lektionen zu beschäftigen. Ich hoffe , dass er dieser Tage wieder munterer wird, denn es wäre schade, einen so freundlichen Burschen lange Zeit trübselig
zu sehen.

Ansonsten war ich doch recht überrrascht, dass er anscheinend eine Mappe voller Korrespondenz einfach .. im Gepäck vergessen hatte. Ich reichte sie an seiner Statt an Sulothar, damit sich
unser Anführer nicht aufregen möge, da er mit den Jüngeren gerne einmal weniger Geduld aufweist als mit meiner Wenigkeit, wie es scheint. Was ich hier einmal in die Waagschale zu werfen wagte.
Aber es schadete niemandem und einer Lüge musste ich mich auch nicht wirklich befleißigen...schließlich traf alles mehr oder minder zu... was ich sagte.
Und für Briefe von großer Dringlichkeit hat man ja andere Leute . Dementsprechend sollte sich keiner Problematik aus der Verspätung ergeben.

Noch überraschender wird alleridngs erscheinen, dass noch eine Reihe Mitreisender auftauchten.
Ein Zwillingspaar- wie lange, bei allem Sternenlicht, habe ich bis auf Elronds Söhne- keine Zwillinge mehr gesehen ?
Diese Beiden schein sehr alt und sehr aneinander hängend zu sein und sich in ähnlicher Wesensart wie Herr Sulothar zu befinden. Was mich nicht weiter bekümmert. Sie sind ein wenig verwirrend, hin und
wieder, wie mir schien, aber wirklich beschäftigt habe ich mich am heutigen Abend noch nicht mit ihnen, obwohl ich hoffe, das in der Zukunft noch nachholen zu können . Sie scheinen viel zu wissen und wenig
zu fürchten und ihre leise Verwirrung ob dem Schutze der Dame Rodviel... erinnerte mich nun widerum an den Beginn unserer Reise vor einiger Zeit, als sich Waldelben darüber verwunderten, dass eine Zofe als Leibwache
zu dienen meinte und eine vorgebliche Fürstin sich über ungehörige Kinder beklagte, statt Gespräche zu führen. Aber diese hier ... sind verständiger und scheinen angenehme Zeitgenossen, so man sie nicht reizt.
Was man mit den Alten ohnehin nie tun sollte, wenn ich nicht irre. Ich werde also ein wenig auf Feamarthon achten und im Zweifelsfalle auch dazwischen zu gehen suchen, wenn unser Gelehrter , Elonwe, nicht auf
seine Worte achtet. Den Alten sagt man schließlich nicht nach ,dass sie immer freundlich handeln würden und es wäre bedauerlich ,wenn er einen Heilkundigen benötigen würde. Ich hoffe, das einfach verhindern zu
können, wo er seine Äußerungen mit löblicher Überzeugung , aber ab und an an falschem Orte , vorzubringen scheint.

Aber es waren nicht die Einzigen, die sich heute noch zu uns gesellten. Auch ein Glashandwerker und -bläser kam noch hinzu und ich muss ihn unbedingt einmal fragen, wie haltbar die Perlen sind, die er für sein
Haar gefertigt hat. Sie wirken wie etwas, das man eindeutig auch in ein anderes Schmuckstück einfassen könnte, wenn es ihm beliebt, welche dafür herzustellen. Eine weitere Frage, die ich gleich nach der , die Stabilität betreffend, stellen sollte. Aber erst einmal.. .sollte ich mich vielleiecht vorstellen und mit ihm ein entspanntes Gespräch führen. Wobei da diese brennende Neugierde ist, wie er wohl sein Handwerk betreibt. Das ist
schließlich ein Material, an welches ich mich nur selten wagte und nie, um es selbst herzustellen.
Aber immerhin hier scheinen der junge Elonwe und ich einer Meinung zu sein, da er sehr interessiert und aufmerksam mit dem Künstler schon gesprochen hat.

Und letztlich kam noch eine junge Dame, Vyzra, hinzu, die sich recht gut mit allem und jedem zu verstehen schien, auch wenn sie einen leicht verwilderten Eindruck auf mich machte. Aber nun... in Anwesenheit einer
Dame wie Rianr.... wie Rodviel , macht sich meist alles Andere ein wenig wilder, sobald es eben nicht ebenfalls in reinster Seide erscheint. Daher wird der Eindruck wohl trügen. Sie schien viel mit Bäumen und ...nun.. dem
Gespräch ,was ich mitbekam... auch Nüssen zu schwadronieren und ich bin gespannt, ob das Mädchen uns längere Zeit begleiten wird, denn vielleicht tut ihr Frohsinn, der ihr offenkundig aus den Augen strahlt, auch den
jungen Feamarthon aufzuheitern, beizeiten. Oder Elonwes Gedanken auf Pfade zu lenken, wo sie nicht in Streit mit mir oder den Noldor enden werden. Zu hoffen bleibt es.
Aber nun .. der begonnene Abend klang nun endgültig mit Gesprächen, Spaziergängen und Wachenden aus und ich denke, wenn wir weiterreisen, werden wir nicht mehr so wenige sein, was ich sehr zu schätzen weiß.
Eine größere Gruppe kann Sicherheit bieten und ich bin froh darum, wenn usnere Leute alle sicher über die Berge und in die goldenen Wälder gelangen können, auch wenn mich dort nichts mehr hält. Nicht seit.. nun nicht siet der letzten Reise.
Aber das macht nichts. Es geht nicht um mich. Nur um die Sicherheit der Anderen. Das ist es , wofür ich hier bin, denke ich.


(( OOC: Zweiter Spielabend, sehr unterhaltsam und danke an alle Beteiligten. Auf dass nächstes Mal ebenso unterhaltsam wird ^^ Ich hatte Spaß , Rhaw ein wenig Streß, also ist alles gut XD )
The feasting people were Wood-elves, of course. These are not wicked folk. If they have a fault it is distrust of strangers.[...]They differed from the High Elves of the West, and were more dangerous and less wise. For most of them were descended from the ancient tribes that never went to Faerie in the West.

-J.R.R Tolkien. The Hobbit


“It is not the strength of the body that counts, but the strength of the spirit.”
― J.R.R. Tolkien


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