Filbu lag noch lange wach. Er dachte über den vergangenen Tag nach und lauschte nebenbei dem Schnarchen des Zwerges. Was nicht heißen soll, das kein anderer der Reisenden schnarchte. Aber der Zwerg übertönte sie alle bei weitem. Er war ein bisschen anders als die Zwerge die er bisher kennen gelernt hatte, doch so recht wusste er nicht warum er das so empfand.Vielleicht lag es daran das dieser Zwerg einen Beruf hatte, der eigentlich keiner war. Jemand der für jeden Dienst bezahlt werden wollte, aber keinen als Beruf erlernt hatte, war ihm bisher nicht untergekommen. Wie auch immer. Er würde ihn im Auge behalten.
Dann dachte er an die Elben welche sie am "Elbenweiher", wie sie den Tümpel als Kinder immer nannten, getroffen hatten. Er erinnerte sich daran wie er mit Mikho und Bellamina oft Stunden an dem Weiher zugebracht hatte, in der Hoffnung, einen der hochgewachsenen Leute zu erblicken. Leider ohne Erfolg. Doch war das schon sehr lange her und das Schicksal hatte es ihm beschert das er vor einigen Jahren, in der Nähe der Michelbinger Felder, eine Elbenfrau getroffen und sich daraus wohl etwas wie eine Freundschaft entwickelt hatte. Das war natürlich nichts was man unbedingt herausposaunen sollte und so wusste kaum jemand um seine Bekanntschaft mit Elardiel. Was sollten denn schließlich die Nachbarn denken? "Ich bin doch nicht so ein Hallodri wie dieser Bilbo Beutlin." murmelte er in sich hinein. Das sie Elardiel und einen anderen Elbenherren, dessen Namen ihm schon wieder entfallen war, getroffen hatten, erfüllte ihn trotz dem Gerede das er wohl nun zu erwarten hatte, mit großer Freude und er fragte sich ob sie die Gruppe wohl auf der Reise begleiten würden.
Ein Rascheln weckte seine Aufmerksamkeit und er blickte ziellos in die Dunkelheit. Unsicherheit durchströmte jede Faser seines Körpers. War da jemand? Oder war es nur das Rascheln der Blätter?
Er lag in der Nähe der Feuerstelle und wusste das dort irgendwo eine Bratpfanne liegen musste. Etwas hektisch tastete er nach dem gußeisernen Kochutensil und gerade als er den Griff der Pfanne zu packen bekam, hörte er ein lautes unverfälschliches Schmatzen. Seine Anspannung verflog augenblicklich und ein zufriedenes Grinsen huschte ihm übers Gesicht.
"Bango. Bist du das?" fragte er leise in die Dunkelheit
Das Schmatzen hörte aprupt auf und es war wieder nur das Schnarchen des Zwerges zu hören.
"Uh. Ich wars nicht" sagte Bango verunsichert.
"Ach, Bango. Natürlich bist du das. Außer uns ist doch gerade keiner wach." erwiederte Filbu
"Oh. Stimmt. Hast du auch Hunger?" fragte Bango
Filbu horchte in sich hinein. Nein. Keine Anzeichen eines Hungergefühls.
"Nein. Ich konnte noch nicht schlafen. Aber es ist wohl langsam an der Zeit. Schlaf gut, Bango. Und lass es dir schmecken. Aber iss nicht zu viel." sagte Filbu
"Nienich." antwortete Bango
Das Schmatzen von Bango setze ein und verfing sich unrhythmisch mit dem Schnarchen des Zwerges. Kurz bevor sich Filbus schwere Augenlieder schlossen hörte er noch ein murmelndes..."Uh, was bedeutet das, zu viel essen?". Doch er hatte keine Kraft mehr um diese Frage zu beantworten und fiel in einen tiefen Schlaf. Ein paar Bilder die sich am vergangenen Tag in sein Gedächtnis eingebrannt hatten, verfingen sich mit seinen Träumen und tauchten vor seinem inneren Auge auf.





