Auszug aus den persönlichen Notizen eines Reisenden

Geschichten aus Tolkiens Welt vom Herrn der Ringe und anderen Werken.
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Celandril
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Auszug aus den persönlichen Notizen eines Reisenden

Ungelesener Beitragvon Celandril » Sonntag 17. Mai 2020, 14:10

(( Maeronmorns private Notizen zum ersten Abend des Pferderennens - bitte bedenkt im Spiel ggf., dass diese Notizen iC wirklich absolut niemandem zugänglich sind. Teil Zwei folgt noch, sobald ich wieder Zeit habe.))

…und dann hörte ich von einem der Bauern unterwegs, es werde am nächsten Tag bei Michelbinge ein Pferderennen stattfinden, was ich natürlich sofort als interessantes, einheimisches Ritual erkannte.
Eine Gelegenheit, wie man sie nur auslässt, wenn etwas von größter Wichtigkeit zu erledigen gewesen wäre – da aber meine Reise, unter anderem, genau für solche Erkundungen gedacht ist, was könnte es Wichtigeres geben?

Die vorgesehene Strecke war leicht zu finden, und da ich ganz offensichtlich früher eingetroffen war als die meisten der Gäste – um genau zu sein, die Rennstrecke war geradezu verwaist – konnte ich diese auch noch vor dem Beginn der Veranstaltung in die Kartenzeichnung einfügen. Anders gesagt, die Ansätze der Wege hatte ich beim letzten Durchreisen bereits erfasst, nun aber kannte ich die Bestimmung, was eine leichte Dekoration mit Festbändern und einem Pferd rechtfertigte. Dieser Hinweis mag anderen Wanderern weiterhelfen, die sich über die seltsame Anlage in diesem friedlichen Landstrich vielleicht wundern.

Durch den lustigen Zufall der frühen Ankunft wechselte ich einige Worte mit dem Veranstalter, dem Festunternehmer Birkenheim, wie ich später hörte, doch es war kaum mehr als ein kurzer Austausch, eben die beiläufige Höflichkeit, für die die Bewohner hier bekannt sind, ohne jedes Aufspielen oder Aufhalten, da der Hobbit sich direkt seinen wichtigen Aufgaben bei dem von ihm geleiteten Ritual widmete.
Da waren zunächst nicht, wie ich erwartet hatte, die Pferde an erster Stelle, sondern einige Musikanten, die sich am Hang sammelten, während auch immer mehr Gäste heranströmten. Was auf den ersten Blick wirkte wie Durcheinander, besah sich rasch als vollständig durchorganisiert – ich musste nicht einmal meinen Platz unter den Bäumen aufgeben, was ich kurzzeitig befürchtet hatte. Nicht, dass es schrecklich gewesen wäre, es ist mir nur immer äußerst unangenehm, bei meinen Beobachtungen den Ritualteilnehmern im Weg zu sein statt am Rande. Und letztlich kann man das ja vorher nie ganz genau wissen, beim ersten Mal.

Während sich also am Hang langsam positioniert wurde, vermutlich um die besten Standmöglichkeiten zu finden, so ganz ohne eine Bühne, konnte ich nebenbei einige Regeln mithören, so zum Beispiel, dass es zu Beginn gar nicht so sehr darauf ankäme, als Erster ins Ziel zu reiten, sondern nur bloß nicht als Letzter. Ein interessanter Ansatz.

Dass man als Zuschauer, also Gast, am Rand der Strecke bleiben sollte, schien mir sofort einleuchtend, die Frage, wann die Strecke als vom Reiter verlassen gilt dagegen war … nicht ganz so eindeutig zu beantworten, leider habe ich auch nicht gehört, wie genau es sich damit verhält.
Dafür erschienen nun einige Teilnehmer, in nahezu uniformiert wirkender Bekleidung, wofür sie auch direkt gelobt wurden.
Das nächste große Aufsehen erregte Fürst Kriso der Zwerge, der überschwänglich begrüßt wurde – was eindeutig die Wichtigkeit des Pferderennen-Rituals unterstreicht, denn sonst würde eine solche Persönlichkeit sich dort wohl kaum sehen lassen. Noch dazu, wo dieses Fest jedes Jahr gegeben wird!

Dass die vorgesehene Festwiese bereits gut gefüllt war, könnte ein Grund gewesen sein, warum der Veranstalter Birkenheim bald ankündigte, man werde etwas verfrüht beginnen – nicht mit dem Rennen, aber mit Musik, die ganz hervorragend auf diesen Tag zugeschnitten war, ich möchte sogar vermuten, es handelte sich zumindest beim ersten Lied um eines, das eigens für diesen Tag im Jahr geschrieben wurde. Noch ein Punkt auf der Skala der enormen Wichtigkeit im Jahreslauf dieser Leute!

Selbstverständlich wurde auch getanzt, und ich wechselte allmählich meinen Beobachtungsort, ohne mich zu sehr in die Reihen der Tänzer einzumischen, denn es wurden Wetten erwähnt, über die ich gern mehr erfahren wollte.
Einige Einheimische, ich vermute junge Hobbits, wobei ich mir nicht ganz sicher bin … sie sind immerhin alle recht klein, und diese sahen nicht mehr aus wie Kinder… nun, sie schienen davon in einer lustigen Weise angetan, als sei es ihnen eigentlich verboten. Dabei ergibt das ja nun wirklich keinen Sinn, denn warum sollte etwas verboten sein, das auf einem so bedeutenden Ritual der Bevölkerung ausdrücklich jedem angeboten wird!

Jedenfalls war das Prinzip des Wettens zu Anfang eigentlich sehr einfach zu durchschauen, besonders, weil am Wettstand auch alle Gruppenkombinationen nochmals erklärt wurden, obwohl jemand sagte, es sei auch alles aufgeschrieben – und vermutlich verteilt – worden. Ich hörte nur zu, denn überall wurde sich unterhalten, so dass ich mich ab und zu wirklich kurz konzentrieren musste, um einzelne Gespräche zu isolieren ohne die Anderen auszublenden.

Ich war sehr überrascht, Vyzra zu sehen – seit dem verhängnisvollen Ausflug ist einige Zeit vergangen – und sie war wohl auch überrascht, obwohl sich das schnell gelegt hat. So konnten wir zusammen wetten, was durchaus hilfreich war, weil Vyzra von jemandem den nützlichen Hinweis bekommen hatte, man sollte auf den Reiter mit dem besten Hut setzen… allerdings muss ich wohl, während ich bemerkte, dass es auch eine Verlosung geben würde, und das nächste Lied wieder mit Gesang unterstützt wurde, den Hinweis der Wettleitung zum Höchsteinsatz überhört haben, ich weiß gar nicht wie das passieren konnte…

Am Wettstand mussten wir zwar erst warten, was aber an sich sehr gut war, denn so konnten wir uns noch wegen dem Hut umsehen, und ich fand heraus, dass Fürst Kriso auf seine Mannen setzte. Damit war dann auch eindeutig klar, was genau diese Art des Wettens bezweckt – es geht darum, die eigene Gruppe anzufeuern, oder eben, denjenigen, den man gern gewinnen sehen würde. Motivation!
Die beiden vielleicht jungen Hobbits machten sich die Art gemischter Sorgenfreude, wie sie ein Elbling beim ersten, noch unerlaubten Versuch von Schwertübungen mit Mutters Dolchen zeigt, und die Auswahl des richtigen Hutes kam und kam nicht voran, obwohl es absehbar war, dass wir uns bald würden entscheiden müssen.
Da wir uns im Auenland befanden, schien es nach kurzem Überlegen doch ganz gut, nicht nur den Hut mit in die Auswahl mit einzubeziehen, sondern auch den politischen Aspekt - es sollte ein Hobbit sein, auf diese Weise ist es am sichersten, bei dem Ritual des Wettens niemanden zu verärgern.

Leider wollte der Wettenleiter uns niemanden empfehlen, aber zum Glück zeigte sich der Hobbit direkt hinter uns sehr enthusiastisch, und hatte tatsächlich einen recht ansprechenden Hut auf dem Kopf. Für Vyzra nicht so ansprechend wie der Hut in Form einer Torte, aber wir konnten nur auf einen der beiden wetten, der strengen Regeln wegen, und entschieden uns, auch weil Vyzra wohl schon einmal für Bango - mit dem Tortenhut - gewettet hatte, für Torbol, der uns seine Freude über eine Wette auf ihn versicherte.

Vielleicht hätte ich mich doch vorher erkundigen sollen, wegen dem Höchsteinsatz, aber wer rechnet schon damit, nur weil der Platz voller Musik, Gesang und jubelnden Leuten ist, etwas nicht zu hören!
Es war also nur möglich, eine kleinere Summe zu wetten, aber ich hoffte, die Motivation würde trotzdem ausreichen, besonders, weil Torbol offenbar lieber jemand anderen, den er mag, motivieren wollte.
Ein schöner Zug des kleinen Volkes, sich auch dann für andere einzusetzen, wenn sie bei einem rituellen Wettstreit die Gegner sind!

Danach sahen wir uns wegen der Lose um, die verteilt wurden. Das war sehr einfach, weil auch dabei ein auffälliger Hut im Spiel war, allerdings mussten wir auch hier etwas warten. Es waren eben ausgesprochen viele Gäste, und dabei hatte das Spektakel noch gar nicht begonnen.
Es stellte sich sogar heraus, dass ganz spontan jemand aus dem Publikum noch mitreiten könnte – für mich käme das natürlich nicht in Frage, da ich Fuinë bei Laegtuiwen gelassen habe, aber auch Vyzra wollte an diesem Tag nicht.
Wir unterhielten uns ein wenig, auch ein kleines Stück abseits der Musikanten und Tänzer, um nicht zu stören, und warteten dann, nachdem klar wurde, dass wir die Lose bis zum späteren Abend würden behalten müssen, auf den Beginn des eigentlichen Rennens.

Es gab viel an Feuerwerk, was ich immer noch beeindruckend finde, denn keins der Tiere ging dabei durch… jemand hatte sogar ein Schwein vor einen kleinen Wagen gespannt, das sich kein bisschen vor Krach und Funken fürchtete, doch bedauerlicherweise wollte der Mann sich nicht überreden lassen, es mir zu verkaufen. Vielleicht hätte Hrávalaco mir damit endlich geglaubt, dass Feuerwerk grundsätzlich nichts Schlimmes ist…
Aber gut. Es gab dann, kurz vor Beginn, noch ein weiteres Lied speziell für diesen Tag, was mich erneut annehmen lässt, dies muss einer der Höhepunkte des Jahres hier sein. Die Vorbereitungen ebenso wie die Ausgelassenheit sind offensichtlich enorm.
Alle Gäste wurden gebeten, sich zu einem Spalier aufzustellen, zur Begrüßung der Reiter, und so wurde uns einer nach dem anderen vorgestellt, so auch der Sieger des letzten Jahres – das wäre sicherlich gar nicht schlecht gewesen VOR dem Wetten, aber ich muss davon ausgehen, die Einheimischen kennen ihre Favoriten bereits, wo einige dem Ereignis schon derart lange entgegenfiebern, und sicher rechnet kaum jemand damit, dass sie nicht weit über ihre Grenzen hinaus bekannt sind.
Dass dem Titelverteidiger direkt unterstellt wurde, sein Pony kurz vor dem Rennen gestohlen zu haben… es erscheint mir merkwürdig, aber das Zuhören ist ... nun, mit Blick auf die Reiter kann ich die Worte nicht ganz so einfach einem Gesicht zuordnen, also weiß ich nicht, was davon zu halten ist.

Obwohl ich es mir hätte denken können, war ich von den Reittieren überrascht. Offenbar gibt es keine Regel, die ein Pferd oder Pony vorschreibt, und das, obwohl es so eindeutige Regeln beim Wetten gab. Allmählich fiel mir auch auf, wieviele Zwerge an dem Rennen teilnehmen würden, Was mir ein wenig zu schaffen machte. Immerhin hatte ich mit der Wette nur einen der Einheimischen unterstützt, aber keinen von Fürst Krisos Zwergen… und wer weiß schon, wie ernst so etwas genommen wird! Bei manchen Ritualen von dieser Größenordnung hat man es hinterher mit einem neuen Stammesoberhaupt zu tun, und mit Konsequenzen für jeden, der auf der falschen Seite –-aber hier ist das natürlich Unsinn, es gibt kein friedlicheres Volk als die Halblinge des Auenlandes, und jeder Sieg ist rein symbolisch. Dennoch nahm ich mir vor, beim nächsten Mal auch an die Bärtigen zu denken.

Es zeigten sich auch schon die ersten Anflüge von Raffinesse im Wettkampf – so hieß es, jemand würde die gegnerischen Tiere mit Möhren ablenken wollen, aber es schien, als sei das nur bedingt erlaubt.
Am Ende war es beinah erstaunlich, dass nicht noch ein Bulle oder ein Hausschwein als Reittiere vorgeführt wurden, so bunt sah die Mischung der Wettstreiter aus, als die ersten sich an der Startlinie sammelten, doch für die gewissenhafte Kontrolle machte das keinen Unterschied. Dabei zeigte sich auch, dass weder Möhren auf der Strecke noch Nägel in den Taschen eine passable Option darstellten, denn das wurde von einer sehr gründlichen Grenzerin bereits vorab ausgeschlossen.

Dass der erste Versuch direkt ein Fehlstart war und daher wiederholt werden musste, störte soweit ich sehen konnte niemanden. Die Stimmung der Gäste war dem Ereignis angemessen, und voller Ungeduld warteten wir alle auf die ersten Ergebnisse, obwohl von meiner Position aus, bei einem dichten Rennen, gar nicht eindeutig zu erkennen gewesen wäre, wer denn nun eigentlich gerade Erster war .. aber auch das wurde ganz genau kontrolliert, und wie wir hörten gewann der Zwerg Gollorin das erste Rennen.

Wir unterhielten uns über die Wetten, während die nächsten Teilnehmer sich bereitmachten, und Vyzra stimmte mir zu, dass eine höhere Menge Gold sehr viel motivierender gewesen wäre. Aber an solchen seit langem festgesetzten Regeln darf man als Gast aus der Fremde auf keinen Fall etwas ändern wollen, das wäre äußerst unhöflich.
Noch unhöflicher ist es natürlich, zu einem so gut geschützten Ritual mit sichtbarer Bewaffnung zu erscheinen, aber auch darauf hatte die beflissene Grenzerin, begleitet von einem Hund der größenmäßig fast als ihr Reittier durchgehen könnte, ein Auge, während wir normalen Gäste gespannt dem nächsten Rennen zusahen. Vyzra feuerte sehr erfolgreich den Huthobbit an, als sich unter den Reitern Bedenken wegen der Hirschgeweihe regten.

Grenzerin Tulpeline kontrollierte auch diese, wohl in der Hoffnung, es handle sich um eine abnehmbare Zierde, und als sich da nichts machen ließ, mit dem Hinweis, man sollte die Spitzen mit Korken sichern. Es erstaunt mich immer noch, dass Hirsche zugelassen wurden, wo es doch als ein friedliches Rennen gilt – aber es war dem Veranstalter wohl bewusst, dass kein Teilnehmer sein gewähltes Tier für üble Zwecke einsetzen wollte, und da mit den natürlich gewachsenen Geweihen kein Betrugsversuch vorlag, startete auch diese Runde unter dem Jubel der Zuschauer.

Ich kenne mich damit nicht aus, aber wie es scheint, sind Hirsche nicht für feste Rennstrecken gemacht – die Beiden kamen als letzte ins Ziel, auch wenn natürlich auch hier nur der allerletzte ausschied. Vielleicht lag es auch an der Vorsicht der Reiter, nachdem die Grenzerin so deutlich auf die Gefahr für die anderen Teilnehmer hingewiesen hatte … jedenfalls fiel Vyzra auf, dass sie selbst keinen Hut hat, womit ich dann auch erfuhr, dass sie selbst am nächsten Tag reiten würde. Da wäre ein Hut vermutlich praktisch gewesen.
Die letzte Runde gewann wieder ein Hobbit, dem im Rennen verbliebenen Hirsch wurden Holzstücke für die Geweihspitzen organisiert, und es gab eine kurze Pause, die man bei Musik einer anderen Gruppe wieder zum Wetten nutzen konnte. Aus mir völlig unerklärlichen Gründen bekam ich Gold von der Wettenleitung zurück, doppelt so viel wie gegeben, aber weil ich mir inzwischen zwei potentielle Gewinner ausgesucht hatte, und Torbol das Gold nicht haben wollte, machte das nichts aus und ich konnte es direkt wieder abgeben.
Diese Form des Wettens ist vielleicht doch verwirrender als ich erwartet hatte, besonders, weil Torbol, der ja das Rennen gewonnen hatte, meinte, er hätte gewonnen, weil er selbst auf den anderen Hobbit, Trulco, gesetzt hätte. Sicherlich war das in irgendeiner Weise freundschaftlich gemeint, und ich beschloss, nicht dagegen zu protestieren. Bei solchen Ritualen ist es im Zweifel einfacher, zu tun was erwartet wird, auch wenn es keinen Sinn ergibt.

Wie wir also in aller Ruhe darauf warteten, erneut unsere Kandidaten auf den Sieg unterstützen zu können, unterhielten sich die von mir schon zuvor bemerkten Hobbits über Verluste von Münzen, und kamen darauf, einen Raub als Ausrede zu verwenden. Ihre Geschichte klang nach kurzer Zeit sehr abenteuerlich, beeindruckend, was man sich ausdenken kann, nur wegen ein bisschen Geld… aber es schien wichtig gewesen zu sein für eine besondere Art der Hausausstattung…
Immerhin hatte ich nicht als Einziger das mit den zwei Gold pro Reiter überhört. Vielleicht machen sie das ja auch, um eine gewisse Fairness zu gewährleisten und politisch motivierte Wetten auszuschließen.
Und ich traf Fräulein Millaray wieder, das war sehr nett, zusätzlich zu einer weiteren Geschichte im Hintergrund, eine Ausrede für nicht gekaufte Möbel diesmal, wirklich sehr interessant.

Beim Start der nächsten Runde konnte man dann auch die Holzkorken am Hirschgeweih sehen, sehr rücksichtsvoll, auch wenn Gollorin Erster wurde, Torbol hingegen schaffte es im nächsten Rennen nur als zweiter. Ich zweifle ein bisschen an der Huttheorie, aber vielleicht wird das wieder besser.
Noch immer wurde jede Runde genau kontrolliert, obwohl niemand angewachsene Hörner abnehmen konnte, und steigende Spannung war überall zu bemerken. Die kleine Dame vom Wettstand schaffte es nicht ganz auf den ersten Platz, aber immerhin fast, so dass nur noch eine Runde blieb vor der angekündigten Verlosung. Dabei gewann Trulco, und der Hobbit mit dem Tortenhut wurde Zweiter vor dem Sieger des letzten Jahres.

Bei der Verlosung selbst habe ich kaum aufgepasst, aber es gab einige sehr schöne Dinge zu gewinnen, wenn man die richtige Zahl ausgeteilt bekommen hatte, wie zum Beispiel Farben für Kleidung und dergleichen.
Natürlich musste ich nochmals wetten gehen, besonders, weil Vyzra sich davonmachte, um mit demjenigen zu sprechen, der ihr den Trick mit den Hüten verraten hatte. Sie war aber nicht die einzige, auch einigen anderen wurde der Abend bereits lang. Erfreulicherweise konnte ich dadurch aber einmal für mich auf Gollorin und einmal für Vyzra auf Torbol wetten, während erneut von einer vornehmlich einheimischen Gruppe aufgespielt wurde. Ich vermied es sehr geschickt, mich in das komplexe Regelwerk zu verstricken, obwohl die kleine Dame mir schon wieder Gold geben wollte. In so einem Fall ist es wie bei seltsamen Getränken, die einem angeboten werden – akzeptieren, annehmen, bedanken, verwenden, weitermachen – eine Option, die mir hier auch angemessen schien.

Beeindruckenderweise hatte die Aufmerksamkeit der Grenzerin Tulpeline kein bisschen nachgelassen bei der Überprüfung der Reittiere, ich war nur etwas unsicher wegen des Jubelns, weil beide meiner Favoriten in einer Gruppe reiten mussten – es gewannen die beiden Zwerge die Zulassung in die nächste Runde, welche am nächsten Abend ausgetragen werden sollte, und dann nahmen auch schon die Nächsten Aufstellung, wobei wie als Ausgleich zwei Hobbits zuerst ins Ziel ritten. Schwer zu erkennen vom Hang aus, aber dafür wurde ja auch die Ziellinie stets von der Rennleitung genaustens beobachtet.

So war der rituelle Teil der Veranstaltung für den ersten Abend zuende, eingebettet in weitere Musik, und entspannte oder auch weniger entspannte Tänze.
Ich wartete noch eine Weile beobachtend ab, ohne im Wege zu sein, und hörte den Gesprächen zu. Wobei mir etwas lustiges auffiel, die kleine Dame vom Wettstand und Fräulein Millaray sprachen plötzlich über die Ziegen der Zwerge, und warum sie wohl so schnell gewesen wären… zuletzt kam man darauf, einer der Ziegen einen Fisch unterzujubeln! Ein durchdachter Plan, doch Fräulein Millaray schien nicht sehr begeistert, so dass die kleine Dame sich an den Sieger des Vorjahres zu wenden gedachte, um sich seine Mithilfe zu sichern. Sehr raffiniert, wirklich. Ich bin gespannt, ob das als legitimes Mittel zum Sieg anerkannt wird… wie zum Beispiel das Füttern des gegnerischen Kampfhuhns mit in Wein eingelegten Beeren.
Ich werde die Fischangelegenheit also genau verfolgen morgen. Das wird sicher sehr spannend.
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