RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

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Valimaro
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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Mittwoch 3. Oktober 2018, 10:15

12. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Sechster Tag meiner Ankunft in Nordithilien, Mittag, Nordithilien an der Grenze zum Ödland

Sie kommt langsam in Sichtweite - die Dagorlad, die kargen Ebenen unmittelbar vor dem Morannon, südlich der Braunen Lande und östlich der Totensümpfe.
Das große Heerlager von Aragorn ist hier schon lange Geschichte, übrig geblieben ist eine kleine hölzerne Siedlungsbefestigung der Menschen und Elben, die hier versuchen, etwas auf Dauer zu errichten.
In den frühen Abendstunden des gestrigen Tages erreichte ich die nördliche Grenze Nordithiliens, nachdem ich mich noch lange mit den Waldläufern Ithiliens in Henneth Annun unterhalten hatte, um mehr Informationen über Mordors Widerstandsgruppe und vielleicht dem möglichen Aufenthaltsort meines Freundes einholen zu können. Grahil, einer der wortführenden Waldläufer in Nordithilien bot mir direkt seine Hilfe an, gemeinsam nach Mordor vorzudringen und mich nach Dor Amarth zu begleiten. Ihm vertraute ich mich und meine Absichten auch an und offenbarte ihm meine Identität als Sindar, da ich ihm traue und er auch meinen Prinzen, Legolas, treu ergeben ist, der sich in Ithilien aufhält. Allerdings möchte ich nicht, das mein König etwas davon weiß, dass ich im Auftrag Elronds und aus persönlicher Überzeugung nach Mordor unterwegs bin, ich stehe ja nicht länger im Dienste von Thranduil. Wie dem auch sei, Grahil hegt einen persönlichen Groll gegen Mordors Widerstand, was mir noch sehr nützlich sein könnte und ich kenne mich in den Regionen Gorgoroths überhaupt nicht aus. Über Avanthelions schwieg ich mich jedoch aus, das muss hier niemand wissen. Leider bekam ich keine neuen Informationen über eine gondorische Geisel oder ähnliches. Aber bei Mordors Widerstand handelt es sich wohl um eine Gruppe in ganz Mordor versprengter Ostlinge und Soldaten aus Harad, die einst zur Streitmacht Saurons gehörten und nun das Machtvakuum, was dieser nach seiner Vernichtung im Schwarzen Land hinterließ, auszufüllen versuchen, vor allem mit Gewalt und Arglist.

13. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Zweiter Tag auf der Dagorlad, früher am Abend, irgendwo vor den Schlackehügeln und tief im Ödland
Die Tiefebenen der Dagorlad, dort wo das letzte Bündnis die große Schlacht gegen Sauron schlug, die vielen Geisterstimmen aus den Totensümpfen drängen sich des Nachts hier auf. Die Soldaten Gondors sind hier überall präsent, sie haben eine Straße errichtet und die zahlreichen Ruinen zu kleinen Außenposten ausgebaut, um den Schein von Sicherheit aufrecht zu erhalten, aber das ist in dieser lebensfeindlichen Umgebung kaum möglich. Grahil führt unseren kleinen Tross an, denn in Haerondir, einer kleinen von Gondor besetzten Zuflucht haben sich uns vier Soldaten angeschlossen, die Proviant nach Udun bringen sollen. Die Präsenz Gondors ist hier deutlich zu sehen und doch wirkt sie so unwirklich in diesem Land.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Mittwoch 3. Oktober 2018, 17:06

14. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Vierter Tag auf der Dagorlad ,Nachts, Lager des Heeres in den Schlackehügeln

Ich bin fast in Mordor. Man kann die Trümmer des Schwarzen Tores deutlich in der Ferne erkennen und dahinter liegt bereits die Tiefebene von Gorgoroth mit den ehemaligen Schmieden Uduns.
Morgen in aller Frühe werden wir zum Brückenkopf in Udun aufbrechen, den das rohirrisch-gondorische Heer dort errichtet hat. Ich bin schon sehr gespannt, was mich dort alles erwarten wird. Grahil erzählte mir gestern Abend von seinem elfjährigen Sohn, der bei einem der Überfälle von Mordors Widerstand auf einen der vielen unbewachten Nachzüglertrosse verschleppt worden ist. Er macht sich immer noch große Vorwürfe, dass er diesen nicht persönlich begleitet habe und der Tross schutzlos durch vermeintlich gesichertes Gebiet gezogen ist. Zwei Jahre ist dies schon her und Grahil hat die Hoffnung, seinen kleinen Sohn lebend zu finden, bereits aufgegeben.
Während er mir von diesem schmerzlichen Verlust berichtete, musste ich natürlich an Avanthelion denken und daran, dass er hoffentlich genügend Wert für den Widerstand besitzt, auf dass sie ihm kein Leid zufügen werden oder ihm gar das Leben nehmen. Ich sollte mich nun etwas ausruhen. Hier stinkt die Luft nach giftigen Gasen und Asche, ich hoffe, dass ich mich dabei überhaupt ausruhen kann.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Mittwoch 3. Oktober 2018, 17:25

15. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Zweiter Tag nach der Ankunft in Mordor, später Nachmittag, Udun-Brückenkopf, Udun im schwarzen Land

Seit gestern rasten wir beim errichteten Brückenkopf in Udun, wo die Heere Elessars seit mehreren Jahren ihren Hauptsitz errichtet haben und stetig erweitern. Überall herrscht rege Geschäftigkeit, kleine und große Zettel reihen sich dicht an dicht und auch erste hölzerne Strukturen werden errichtet. Man könnte meinen, hier entwickelt sich ein neues Siedlungszentrum in Mordor und das, obwohl Udun als Region nur die Schwelle in das Schwarze Land markiert. Grahil und ich haben uns von den übrigen Soldaten, die mit uns aus Haerondir aufgebrochen waren, getrennt. Seit gestern sind wir nun zu zweit auf der Suche nach einer geeigneten Soldatentruppe oder Kurieren bzw. Händlern, die sich uns nach Dor Amarth anschließen wollen.
Valkas geht es im Moment gar nicht gut, er ist diese verseuchte Luft nicht gewöhnt, das Futter ist auch rar und die Sonne bricht nur selten durch die riesigen Wolkenverbände am leuchtend gelben Himmel über Udun.
Ich verabscheue dieses Land jetzt schon zutiefst, es schlägt allen Neuankömmlingen hier schwer auf die Seele und den Körper.

16. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Dritter Tag nach der Ankunft in Mordor, kurz nach dem Aufstehen, Udun-Brückenkopf, Udun im schwarzen Land

Wir wurden heute vom Lagerkommanden Deragon überprüft, weil Gondor anscheinend ganz genau bescheid wissen möchte, wer hier in Udun ein und ausgeht. Könnte das etwas mit dem Widerstand Mordors und ihren Machenschaften vor Ort zu tun haben? Deragon hat meine mit gondorischen Siegeln versehenen Papiere gelesen und sie mir, ohne Fragen zu stellen, wieder zurückgegeben, die Siegel waren natürlich gebrochen. Aber offensichtlich reicht es dem Lagerkommanden, was dort inhaltlich zu meinem Aufenthalt hier geschrieben stand, er stellte mich oder meine Absichten nicht infrage. Auch Grahil wurde überprüft, konnte sich aber als Waldläufer Nordithiliens ausweisen und darf ebenfalls in Udun bleiben. Gestern haben wir auch zwei passende Soldaten gefunden, die morgen mit uns nach Dor Amarth aufbrechen würden, genauer gesagt zu den Ruinen von Dingarth, wo sie zwei andere Wachsoldaten von ihrer dienstlichen Patrouille ablösen sollen für die nächsten sechs Monate. Gleich werden wir die Pferde satteln und aufbrechen. Valkas geht es etwas besser als noch vor ein paar Tagen, er gewöhnt sich langsam an die schlechte Luft hier und dieses beklemmende Gefühl, das einem sagt, man wäre hier falsch.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Mittwoch 3. Oktober 2018, 17:46

17. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Siebenter Tag nach der Ankunft in Mordor, am frühen Abend, Icarach Angren, an der Grenze von Udun nach Dor Amarth

Dieses Land ist verdorben, man sieht es überall hier. Wir befinden uns nun schon seit einigen Tagen auf der großen Straße, die vor einigen Jahren von den Soldaten errichtet worden ist und nun als Hauptverkehrsachse gilt. Abseits der Wege lauern Tod und Verderben, die Geschöpfe, die hier nach der Zerstörung des Rings die ansässigen Lande bevölkern, sind keine Geschöpfe des Lichts. Die Luft schmeckt nach Asche und Schwefel und es brennt auf der Zunge beim Sprechen, wir atmen Gift ein, deshalb machen wir auch lieber viele kleine Pausen, um unsere Pferde zu schonen, die natürlich dieselben Giftgase einatmen, die dieses karge Land abgibt. Bisher sind wir zum Glück auf keine Angreifer gestoßen und doch beschlich mich des öfteren das Gefühl, dass wir beobachtet werden, am Horizont meine ich schemenhafte Gestalten zu erkennen.

18. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Siebenter Tag nach der Ankunft in Mordor, tief in der Nacht, Icarach Angren, an der Grenze von Udun nach Dor Amarth

Sie kamen vor einigen Stunden und überraschten uns wenige in völliger Dunkelheit. Ein gutes Dutzend völlig wild gewordener Orks hat uns abseits der Straße attackiert. Sie kämpften und schrien wie wilde Tiere und lockten mit ihrem Lärm weitere Feinde der Nacht an, riesige Fledermäuse und kriechende Würmer, die ebenfalls mit in den Kampf einstiegen. Wir konnten uns gegen diese Feinde mit aller Kraft erwehren, doch es hat uns viel gekostet.
Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mein treuer Valkas neben mir im Sterben. Einer der größeren Orks schlitzte ihm den Bauch auf, als er versuchte, Grahil und mich durch sein Aufbäumen zu schützen.
Valkas kämpfte auch dann noch wie ein Löwe mit seinen Hufen und Fesseln gegen die Angreifer weiter, doch musste sich dann angesichts seiner schweren Verletzungen niederlegen. Jetzt ruht der Kopf meines schwarzen Hengstes angelehnt auf meinen Beinen und sein Atem wird immer flacher. Ich habe mit meinen wenigen Mitteln versucht, ihm das Sterben zu erleichtern und es ihm so angenehm zu machen wie möglich, doch vermag ich eine so große Wunde nicht ausreichend zu versorgen.
Auch einer der Soldaten Gondors musste mit dem Leben bezahlen, ein weiterer ist schwer verwundet und alle übrigen Pferde sind uns ausgerissen.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Mittwoch 3. Oktober 2018, 18:08

19. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Neunter Tag nach der Ankunft in Mordor, Mittag, Dor Amart, irgendwo vor den Ruinen Dingarths in der Ebene Gorgoroths

Es gibt wohl nichts, was im Moment grausamer für mich ist, als meinen treuen Hengst einfach hier im Staub der kargen Steppenlandschaft Gorgoroths zurücklassen zu müssen, aber der Boden ist so massiv und hart, dass wir kein Grab schaufeln konnten, weder mit unseren Schwertern noch mit den Schilden, die wir mit uns führen. Hinzu kommt die schreckliche Tatsache, dass der Geruch von Tod hier Jäger von Aas anlockt und wir sind als kleine Gruppe zu geschwächt, um einen weiteren Kampf zu bestreiten. Den toten Gonderer schleppen Grahil und der andere Wachsoldat abwechselnd. Sie sind schon seit einigen Stunden gen Südosten aufgebrochen. Ich blieb noch eine geraume Weile am Leichnam meines Valkas und nahm still Abschied, ich verteidigte ihn mit meinen Waffen gegen zahlreiche Wellen diverser Tiere, die von seinem Geruch angezogen wurden. Aber ich bin zu schwach und will den Abstand zu meinen Gefährten auch nicht zu groß werden lassen.
Ich kann nicht in Worte fassen, was für ein schreckliches Gefühl es für mich war, Valkas dort schließlich im Staub zurück zu lassen und zu hören, wie sich das Getier des Schwarzen Landes an seinem Fleisch gütlich tat. Ich habe nicht zurückgeblickt und versucht daran zu denken, Avanthelion hieraus zu holen. In dem Augenblick, wie ich das Knacken der Knochen hörte, als die wilden Tiere ihre Klauen und Zähne tief in das Fleisch meines Pferdes schlugen, habe ich mich dazu entschlossen, die Anführer dieser Widerstandsgruppe zu töten, jeden Einzelnen, ganz gleich, ob sie Avanthelion nun herausgeben würden oder nicht. Aber ich werde sie alle für meinen heutigen Verlust sterben lassen. Ich vergesse dich nicht Valkas.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Tunvil » Donnerstag 4. Oktober 2018, 00:10

*grummel* Ist ja unfair heute noch soviel Neues dazuzuschreiben. Zum Glück brauchten wir diese Zeilen nicht auf unserem heutigen Abenteuer.
Armer Valkas! So ein treues Schlachtross und dann so ein trauriges Ende ...
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Valimaro
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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Donnerstag 4. Oktober 2018, 17:23

Ja, tut mir leid liebe Tuni :-) Aber gestern habt ihr die Informationen ja tatsächlich noch nicht gebraucht. Mal sehen, wie das morgen ausschaut^^ Ich freue mich aber, dass ihr die Einträge lest :-)

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Donnerstag 4. Oktober 2018, 17:52

20. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Zehnter Tag nach der Ankunft in Mordor, Nachmittag, Dor Amarth, Ankunft in den Ruinen von Dingarth

Wir haben sie erreicht, lebend - die Ruinen Dingarths in Dor Amarth nahe der westlichen Vulkanhänge des Orodruin in Mordor.
Grahil und ich haben zuvor die Wunden des jungen gondorischen Soldaten so gut es ging behandelt und ihm vermutlich durch unser geübtes Können vor dem sicheren Tod bewahrt, denn die Versorgung der Wunde scheint tatsächlich gut gewirkt zu haben, da Andril, wie der tapfere Mann von gerade einmal 19 Sommern heißt, sich stetig erholt und auch schon wieder etwas lächeln kann. Die Ruinen von Dingarth sind, so wie der Name es tatsächlich verrät, ein Haufen Trümmer einer ehemaligen Wehranlage, in deren Überreste sich nun der größte Außenposten Gondors in Dor Amarth befindet. Die Garnison, wenn man sie denn als eine solche bezeichnen möchte, umfasst gut drei Dutzend alteingessene Soldaten und die Hälfte von ihnen hat vor Jahren an der Schlacht am Schwarzen Tor mitgekämpft oder war vor den Mauern Minas Tiriths dabei, erfahrene Veteranen also. Dazu kommen noch einmal gut zwanzig leicht bewaffnete Späher, die sich als freie Söldner für etwaige Kundschaften in diesen Landen anbieten, ein paar Gemischtwarenhändler und Wundärzte, vier Waldläufer aus den Nordhöhen sowie natürlich die Offiziersmannschaften. Der befehlshabende Offizier Falatir, seines Zeichens Hauptmann des zehnten Außenpostens von Mordor, hat uns Neuankömmlinge aufs Wärmste begrüßt und uns in den Ruinen willkommen geheißen. Ich denke, wir alle werden gut miteinander auskommen. Nun muss ich mich aber erstmal ausruhen, die Reise hierher war anstrengend und von Entbehrungen gezeichnet.

21. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Elfter Tag nach der Ankunft in Mordor, früher Vormittag, Dor Amarth, die Ruinen von Dingarth

Gelächter war das Erste, was ich nach meinem Ruhen vernahm, das Gelächter von Menschen. Ich bahnte mir einen Weg durch die Zelte der Mannschaften und sah bereits, dass sich viele Männer zu einem Kreis vor mir aufbauten, unmittelbar am Rande der Ruinen mit Blick zum Orodruin. Ich sah nur ihre Rücken und musste mir erst ein wenig Platz verschaffen, um einen Blick auf das zu erhaschen, was sie offensichtlich amüsierte. Als ich das tat, war ich zutiefst schockiert. Vor meinen Augen hatten die Soldaten einen alten Mann, vermutlich einen Ostling, an die Mauerreste gekettet, ihm einen schwarzen Sack über den Kopf gezogen und zwei der Soldaten bewarfen den angeketteten Mann mit allerlei Unrat, leeren Flaschen und nicht zuletzt mit Messern. Das war zu viel für mich, ich schritt dazwischen und herrschte die Männer an, die auf ihn einwarfen, was zum Ork hier fabriziert würde? Die beiden Männer bauten sich vor mir auf, nach anfänglichem Schubsen entwickelte sich daraus ein Handgemenge und schließlich eine Schlägerei zwischen den beiden und mir. Da ich als Elb unerkannt bleiben wollte, hielt ich mich mit einer Stärke zurück und ließ es einfach geschehen, dass die Männer mir mit ihren Fäusten ordentlich zu setzten. Ich hoffte darauf, dass der laute Tumult vielleicht andere Offiziere, wenn nicht sogar Falatir selbst anlocken würde. Aber nichts dergleichen geschah, sodass die beiden Soldaten mich auf das Heftigste verprügelten und ich schlussendlich im Staub liegen blieb. Staub, da fiel es mir wieder ein...alles von damals. Doch ich blieb liegen und ließ die beiden Soldaten sich triumphierend mit den restlichen Zuschauern davon stehlen. Als der Jubel der Männer verstummt war, wischte ich mir den Dreck aus dem Gesicht und ließ etwas Wasser über mein Gesicht laufen, um das Blut abzuwaschen. Morgen habe ich garantiert zu geschwollene Augen und mehr als nur eine Dicke Lippe. Ich blickte zu dem gefangenen Mann hinüber, der keinen Ton hervorbrachte und einfach nur dort fest hing. Ich ahnte schon das Schlimmste, doch als ich ihm vorsichtig die Messer aus Schulter und Oberschenkel zog, quoll überraschend kein Blut hervor und auch kein Geschrei des Mannes war zu hören. Seltsam. Ich werde diesen Mann wohl genau untersuchen müssen und mehr über ihn in Erfahrung bringen.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Freitag 5. Oktober 2018, 16:49

22. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, Zwölfter Tag nach der Ankunft in Mordor, Mittag, Dor Amarth, Ruinen von Dingarth

Ich sehe furchtbar aus und die Männer tuscheln hinter meinem Rücken über den schlechten Zustand meines blauviolett verfärbten Gesichts, jeder im Lager hier scheint genau zu wissen, was gestern Nacht am Rande dieser Ruinen zwischen den zwei Schlägern und mir vorgefallen ist.
Die beiden Gondorer selbst grinsten mich frech an, als ich gestern nach unserer heftigen Auseinandersetzung an ihnen vorbei ging. Das war ein Zustand, der nicht von Dauer wäre, sonst hätte hier niemand der Anwesenden auch nur einen Hauch Respekt und Anstand vor mir gehabt, geschweige denn meine Wort ernst genommen. Ich habe gestern mit Falatir über den angeketteten Gefangenen gesprochen und er sagte mir, dass Lomazar, so heißt der Ostling, schon hier war, als Gondor vor über vier Jahren in Dor Amarth einmarschiert ist, nachdem Sauron vernichtet wurde. Niemand weiß mit Sicherheit, wer Lomazar hierher gebracht hat, aber er scheint bereits ein Gefangener dieser Ruinen gewesen zu sein, bevor das Heer des Westens hier seinen Außenposten einrichtete.
Falatir berichtete mir auch, dass Lomazar für die Männer als Belustigung dient und es als Unterhaltung angesehen wird, dem angeketteten Lomazar spitze Gegenstände auf den Körper zu schmeißen, ihn zu demütigen und zu erniedrigen und dass jeder, der sich dagegen stellen würde, ein Narr wäre und von den Männer niedergeschlagen würde. Widerlich. Daraufhin stürmte ich aus dem Zelt, es war Zeit, mir von den Männern Respekt abzutrotzen und mir hier einen Namen zu machen.

Ich suchte die Männer, die mir letzte Nacht körperlich sehr zugesetzt hatten. Ich fand sie rasch beim gemeinsamen Armdrücken, etwa zwei Zelte weiter südlich und beide Männer hatten ihre Rüstung angelegt, welche sie als Unteroffiziere der Wachmannschaften auswiesen. Ich beugte mich über die schmale Oberseite des Metfasses und schaute dem größeren der beiden Kerle direkt in seine Augen. Ohne weitere Worte spukte ich ihm in seine Visage. Im nächsten Moment schlug mich dieser baumlange Unterroffizier so heftig mit seiner rechten Faust in mein Gesicht, dass ich zwei Meter weit nach hinten flog und äußerst unsanft auf dem Boden aufschlug. Meine Nase war gebrochen und das Blut lief nur so in Strömen über mein geschwollenes Gesicht, doch ich lächelte und spukte Blut in die Richtung der beiden Männer aus.
Ich rappelte mich auf, mittlerweile hatten sich etliche Soldaten um diese Szenerie geschart und bildeten einen großen Bogen um uns drei. Die beiden forderte mich auf, dass ich mich beruhigen und einfach wieder hinlegen sollte, was für reichlich Gelächter in den Reihen der Zuschauer sorgte. Doch ich dachte nicht daran, mich in dieser Situation den Kleingeistern Gondors zu ergeben. Ich erhob meine Fäuste einladend zum Kampf vor meinem Gesicht und signalisierte den beiden Männern dadurch, dass ich entschlossen war, nicht klein bei geben zu wollen. Daraufhin lachten die beiden laut auf und in ihr Lachen stimmten sämtliche Soldaten mit ein, die sich bereits um uns scharten.
Auf meine Kampfbereitschaft grölten die beiden Unteroffiziere noch lauter und trommelten fast das gesamte Lager zu diesem Schauspiel zusammen. Selbst Grahil und Falatir waren unter den Schaulustigen und schüttelten nur beunruhigt den Kopf in meine Richtung.
Doch dafür war es jetzt schon zu spät. Ich stürmte auf die beiden Unteroffiziere zu, doch sie warfen mich erneut zu Boden und ließen mich mit einem höhnischen Lachen einfach liegen. Sie waren bereits dabei, mir den Rücken zu zuwenden und die zuschauenden Männer wollten schon gehen, als ich schließlich am Boden sitzend das Wort erhob und den beiden Unteroffizieren zurief, dass der Gefangene ab sofort unter meinem persönlichen Schutz stehe und ich jeden, der sich ihm in Boshaftigkeit nähern und ihm Schaden zuführen würde, in die Schranken weisen würde.
Daraufhin brach das gesamte Lager in schallendes Gelächter aus und die beiden Männer konnten sich fast gar nicht mehr auf ihren Beinen halten vor Lachen.
Ich rappelte mich erneut auf die Beine und ballte meine Fäuste in Richtung der beiden Unteroffiziere. Diese rollten nur mit ihren Augen und kamen auf mich zugetrottet. Nun war es soweit. Als ich erneut einen plumpen Frontalangriff vortäuschte, den beide Soldaten erneut abgewehrt hätten, drehte ich meine Angriffsbewegung unmittelbar vor dem Aufprall gekonnt und schnell an den Armen des ersten Unteroffiziers vorbei, wich seinem Block aus und schlug ihn mit voller Kraft gegen seinen Nacken. Der Soldat taumelte zur Seite und hielt sich vor Schmerzen seinen Nacken. Währenddessen stürmte der andere Unteroffizier entrüstet auf mich zu, doch ich wirbelte herum, wich ihm aus und riss ihm mit einem kräftigen Fußtritt meinerseits beide Beine unter seinem massiven Körper weg, sodass er krachend zu Boden fiel.
Die Menge war am toben, die Soldaten konnten sich kaum noch beruhigen und jubelten lautstark. Nach einem kurzen Moment kamen die beiden wieder auf ihre Beine und ihre Gesichter waren wutverzerrt.
Ich wiederholte meine Ansprache nun etwas lauter und blickte mich in den Reihen der Anwesenden um, dass mich auch ja jeder gut sehen und hören konnte. Auf meinen erneuten Ausruf, dass dem Gefangenen kein Leid mehr zugefügt werden dürfe, spukten die beiden Männer in meine Richtung und erwiderten, dass sie mich neben dem Gefangenen anketten würden und ich das gleiche Martyrium jeden Abend erleiden würde wie Lomazar.

Daraufhin stürmten die beiden Männer gleichzeitig auf mich zu. Ich sauste durch die Luft, tanzte förmlich mit dem Wind, zu schnell für einen Menschen, hielt mich dann an dem kleineren der beiden Soldaten fest, schnellte gekonnt um ihn herum und riss mich dann an ihm entlang, nur, um in fast derselben Bewegung den größeren der beiden Unteroffiziere mit der vollen Wucht meiner ausgestreckten Beine in seine Hüfte traf. Seine Rippen krachten bei diesem Aufprall und einige gaben auch nach. Schreiend taumelte er zur Seite und hielt sich die Seite. Den kleineren der beiden Soldaten umfasste ich nun von hinten mit beiden Armen an Kopf und Hals und drückte ihn mit aller Kraft zu Boden. Er war in meinem Schwitzkasten eingeklemmt und bekam kaum noch Luft.
Nochmal flüsterte ich ihm meine Worte von vorhin in die Ohren und erhöhte meinen Druck auf seinen Hals noch mehr. Doch er gab nicht auf und witzelte, dass er mich töten würde. In diesem Augenblick schlug mich der andere von hinten auf den Kopf und riss mich von seinem Kameraden. Ich fing mir mehrere Faustschläge ein und kassierte auch den ein oder anderen Tritt gegen meinen Bauch, aber auf all das war ich vorbereitet gewesen und konnte den stärksten Hieben und Tritten ausweichen. Nach längerem Hin- und Her lag der Kleinere bewusstlos am Boden und der größere der Beiden kniete vor mir, als ich seinen rechten Arm von hinten umklammert hielt, diesen weiter nach hinten zog und dabei war, ihm diesen Arm zu brechen. Bevor ich ihn aber brechen ließ, herrschte ich den Unteroffizier an, meine Worte von vorhin laut und deutlich vor den Augen und Ohren des gesamten Lagers zu wiederholen. Als er sich weigerte, brach ich ihm den Arm, um für alle Männer auch konsequent zu wirken, ich bedauere dies zwar jetzt, aber es war notwendig, um mir Respekt zu verschaffen.
Ich ließ den Unteroffizier zu Boden sinken, doch war noch nicht fertig mit ihm. Als ich mich daran machte, seinen anderen Arm nach hinten zu ziehen, flehte er mich an, dass ich ihm diesen Arm lassen solle. Ich willigte unter der Voraussetzung ein, dass von nun an Lomazar in Ruhe gelassen würde und er mir das garantieren müsse. Er nickte und sprach dasselbige dann laut aus, anschließend ließ ich von ihm ab. Die Masse an Soldaten und Zivilisten, die mich die Zeit über beobachtet hatten war gewaltig angewachsen, doch zur Gänze verstummt. Alle waren zu Salzsäulen erstarrt und gaben keinen Ton von sich.
Für alle anwesenden Menschen war die Katze damit aus dem Sack, meine Identität als Elb sichtbar offenbart.
Dieser Morgen würde zwar noch viel Ärger bei Falatir und Grahil für mich bedeuten, aber niemals mehr müsste ich zwischen diesen Männern in Dor Amarth um meine Autorität, Integrität und vor allem meinen Respekt fürchten, das war nun gewiss. Und was am wichtigsten von allem war, Lomazar war nun außer Gefahr.

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Re: RP-Event "Die Rache Elagabals" vom 27.09. - 10.10.2018

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Freitag 5. Oktober 2018, 18:14

23. Eintrag - Anfänge des Vierten Zeitalters, im Jahre 5 der Herrschaft König Elessars, ca. zwei Wochen nach der Ankunft in Mordor, tief in der Nacht, Dor Amarth, Ruinen von Dingarth

Es gab natürlich einen heftigen Wutausbruch von Falatir, der gegen meine Aktion von vorgestern wütete und sich darüber aufregte, dass ich ihn von Anfang an getäuscht hätte und vielleicht gar ein Spion wäre. Ich hörte mir seine Schimpftirade gelassen an, überreichte ihm danach ruhig meine Dokumente, die ihn zumindest in dem Verdacht, ich sei ein Spion des Widerstands um einen Aufruhr in der Armee des Westens anzuzetteln, beruhigten und ihm etwas Wind aus den Segeln nahmen. Auch Grahil hielt mir einen Vortrag über angemessenes Benehmen, obwohl ich tausende Jahre älter bin als er, ließ ich ihm in den Glauben, seine Belehrungen hätten mich nachdenklich gemacht.

Ich habe mich gestern intensiv um Lomazar gekümmert, ihn gewaschen, seine Wunden versorgt und ihn gefüttert. Dabei haben mich gleich mehrere Tatsachen an ihm überrascht, wenn nicht sogar schockiert. Erstens, Lomazar empfindet keinen Schmerz, er scheint keinen Tropfen Blut zu besitzen und nur aus Haut und Knochen zu bestehen, jedenfalls täuscht die verfallene Rüstung nicht darüber hinweg, dass sich ein ausgemergelter Mann darunter verbirgt. Zweitens, Lomazar spricht kaum, er flüstert ständig etwas von einem schlechten Mond, der aufgehen würde und dass man des Nachts nicht aufbrechen möge. Ich weiß nicht was dies bedeutet, aber ich werde mir die Tage Zeit nehmen und mir genau aufschreiben, was Lomazar sagt.
Drittens, Lomazar trägt zwar eine Ostlingskluft, ist aber mit ziemlicher Sicherheit kein Mann aus Rhun oder Harad. Seine Haut und sein Aussehen wirken wesentlicher älter als bei den Menschen, denen ich bisher auf meinen Reisen begegnete.

Könnte es sein, dass hier einer der letzten Numenorer vor mir angekettet ist?
Und ich meine nicht diejenigen, die sich retten konnten und als Tarcil in Mittelerde umherwandern, sondern ein gebürtiger Emporkömmling Andors oder Westernis, wie die Insel bei den Zweitgeborenen genannt wird.
Vieles deutet für mich daraufhin, z.B. das Alter der Haut und der Knochen, das ich auf über tausend Jahre schätzen würde...die Tätowierungen an der Unterseite seiner Arme, sie erzählen von einem Zauberer Lomazar, der einst in Numenor lebte und mit der Allwissenheit gestraft wurde....gestraft? Von wem? Hinter seinem Nacken findet sich ganz verblasst auch eine Tätowierung, die einen fünfzackigen Stern zeigt, möglicherweise die fünf Sternspitzen von Numenor? Ein Zufall? Warum sollte jemand diese Abbildung auf seine Haut auftragen, wenn es sich dabei nicht um seine Heimat, um Numenor, handelt? Aber da ist noch mehr, auf seinem Helm ist neben dem Auge Saurons das Wort Armenelos eingraviert und das auf beiden Seiten neben dem Auge. Armenelos war die Hauptstadt Numenors. Wer ist Lomazar? Ich werde Elrond umgehend benachrichtigen. Könnte es dieser Gefangene sein, weshalb er mich hierher geschickt hat? Bei näherer Betrachtung Lomazars habe ich ihm seinen Helm abgenommen und dort stand, wohl mit einer glühenden Klinge tief eingeritzt: "Lomazar - der Seher" geschrieben.


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