Briefe an den Onkel

Geschichten aus Tolkiens Welt vom Herrn der Ringe und anderen Werken.
Lestard
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Re: Briefe an den Onkel

Ungelesener Beitragvon Lestard » Mittwoch 30. Mai 2018, 18:51

Kerker Kap von Belfalas

Ich bin euer Pflichtverteidiger.
Was?

Der Rohirr aus matten Augen im flackernden Licht der Kerzen.
Erzählt was vorgefallen ist. Die ganze Geschichte.
Warum. Was bringt das noch?
Vielleicht mildernde Umstände nach Sachlage, die ich wissen muss.
Der Medicus hält mich für zurechnungsfählg

Der Verteidiger mit einer kleinen Geste, dennoch die Geschichte, seine Geschichte zu erzählen.
Es begann vor Jahren. Die Orks überrannten viele Dörfer. Rohirrim starben. Hingemetzelt. Ich war im Feld als Heiler.
Viele starben an diesem Gift der Feinde. Bekam ich den Auftrag Gifte ähnlicher Art herzustellen.

Der Advokat verfolgt die Geschichte.
Unsere Gifte machten dem Feind nichts aus. Es hieß im Auenland sei eine Hobbitfrau die mehr weiß als manch Anderer.
Ich ging bei ihr in die Lehre. Jahre her. Als ich allerdings mehr über Gifte wissen wollte. Starke Gifte lehnte sie ab. "Ich bin keine Mörderin"
Danach flog ich raus.
Warum seid ihr zurück ins Auenland?
Ich wollte diese Rezepte. Orks sind immer noch in Rohan.
Als sie mich sah versuchte die Hobbitfrau mit einer Mistgabel auf mich loszugehen. Ich entriss ihr das Ding und zog ihr eins über.

Der Advokat verfolgt die Geschichte.
Das ganze Smial durchgewühlt. Nichts. Wahrscheinlich woanders versteckt.
Wieso nach Gondor?
Ganz einfach in Gondor kannte uns keine Sau. Außerdem hätte die Frau das ganze Auenland auf mich gehetzt.
In Gondor entwischte mir die Alte.

zischt.
Es geht um Eure Anschläge.
In Dol Amroth sprachen viele vom Haus Berenthil. Diese Dynastie. Wie eine Festung uneinnehmbar. Ich wollte wissen, ob ich es noch kann.
Was genau "können".
Nach meiner Zeit im Feld verdingte ich mein Geld mit Attentaten auf die Oberschicht...Pleite. Angeheuert von Söldnern machte ich meine Arbeit.
Das war eine Art "Versuch" am lebenden Objekt?

Unfassbar für den Verteidiger dessen Gesichtszüge langsam aber sicher entgleisen.
Die Mischungen waren nie tödlich. Ich habe es bis ins Herz der Familie der hohen *ironisch* geschafft.
Das war der Grund? Ein Spiel ob ihr Eure "Kunst" noch beherrscht?

Nahezu fassungslos.
Mit dem Leumund hätte mir jeder Söldner hier eine gute Arbeit verpasst.
Es kam niemand zu Tode.
Aber dieses Schreiben?
Spaß am Spiel.
Danke. Gibt es dem etwas hinzuzufügen?
Nein.

Der Pflichtverteidiger erhebt langsam die Stimme etwas an.
Ihr wisst wenn Anschläge auf eine Fürstenfamilie passieren gilt das hier als Hochverrat, unabhängig davon, ob das Gift töten sollte oder nicht.
Hab ja nicht damit gerechnet, das ich geschnappt werde.
Hrm..Ich kann euch verteidigen. Die Chancen...
Scheiss was drauf. Denke es gibt keine Chancen..
Das, was ich erwirken könnte wäre eine Auslieferung nach Rohan.
Ich nehme die Verteidigung an...

Kurz drehte sich der Advokat um bevor die Wachen den Gefangenen abführen würden.
Die Frau aus dem Auenland verstarb an den Folgen eures Schlages...

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Lestard
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Re: Briefe an den Onkel

Ungelesener Beitragvon Lestard » Sonntag 10. Juni 2018, 11:05

Die Entscheidung

Ser!
Ein Offizier betritt mit einem Salut das Schreibzimmer des Fürsten.
Neuigkeiten aus Rohan?
Ein Brief Ser aus Rohan
überreicht Berenthil das Schreiben.
Wegtreten!
Ser!
Der Fürst öffnet das Schreiben. Zufriedenes Nicken.
Roderyk betritt das Schreibzimmer.
Herr Berenthil. Euer Tee.
Danke. Ruft den Richter. Es eilt.
Der Major Domus mit ergebenden Nicken.
Später am Morgen tritt der Richter in die Schreibtstube des Fürsten.
Herr Berenthil.
Eine Verneigung.
Bitte setzt Euch.
Danke.
Es gibt Neuigkeiten aus Rohan. Mein Attachée hat die Zustimmung des Thans erwirkt auf keiner Auslieferung zu bestehen.

Der Richter nickt.
Wir werden den Gefangenen hier in Gondor richten.
Verstehe.
Mein Attachée ist auf dem Rückweg. Mit ihm die beglaubigte Abschrift des Thans.
Wann ungefähr erwartet Ihr den Diplomaten zurück?
Zwei bis drei Wochen bei gutem Wetter auf See.
Ich brauche zwei Beisitzer in dem Verfahren.

Berenthil sieht den Advokaten an.
Aus Gondor? In Gondor wird wohl kein unparteiischer Richter aufzutreiben sein.
Herr Berenthil diese zwei Beisitzer sind unbedingt erforderlich.

Der Fürst steht auf. Arme auf dem Rücken verschränkt als er sich langsam dem Richter zuwendet.
Wo soll ich die her holen? Vorschläge?
Ja. Ich werde nach der Verhandlung im Beisein eines Protokollführers das Urteil an den Than in Rohan senden. Der soll seine Advokaten hinzuziehen.

Der Fürst hebt alles andere als amüsiert die Brauen an.
Dann sind wir wieder auf Rohan angewiesen Herr Richter. Das Thema ist vom Tisch.
Ich widerspreche ungern. Keine Beisitzer. Keine Verhandlung mit mir als vorsitzenden Richter.
Ihr wisst was das heißen könnte?
Ich bin mir dessen bewusst das diese Entscheidung risikobehaftet ist. Bedenkt jedoch, das wenn ihr zustimmt, dieses Verfahren eine gute Komponenten haben kann.
Welche?
Ein Richter beweist seine Neutralität, die Anerkennung der rohirrischen Rechtssprechung und dessen Authorität. Bei allem Risiko kann es dienlich sein. Politik Herr Berenthil .. Politik. Aufleben von Beziehungen die in allen Dingen dienlich sind.

Berenthils Augen fixieren den Rechtsgelehrten
Verstehe, ihr sucht durch ergebene Haltung die Entscheidung in unsere Richtung zu manipulieren mit einer möglichen Konsequenz der Einflussnahme Gondors auf diesen Teil Rohans. Gefährliches Spiel...


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Lestard
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Re: Briefe an den Onkel

Ungelesener Beitragvon Lestard » Sonntag 10. Juni 2018, 19:14

Familie Berenthil

Als Edhyldir der Bruder des Fürsten Berenthil nach Haus kommt erlebt er eine Überraschung der besonderen Art.
Die Wachen halten vor dem Haus einen Mann fest, der Kapuze aber keine Waffen trägt.

Grüße
Der Mann trägt eine Maske und die Stimme wirkt dadurch leicht verzerrt. Nach den Giftanschlägen sind alle immer noch sensibilisiert, obwohl der Verbrecher derzeit im Gefängnis einsitzt.
Grüße
Der Unbekannte zum Fürsten.
Wer seid ihr und warum vor meinem Haus?
Edhyldir

Der Name fällt.
Mein Name.
Linthvorn. Der Meine

Die Stimme klingt knapp.
Ein schlechter Scherz.
Kein Scherz.
Der Fremde nimmt Maske und Kapuze ab.
Bei den Valar! Ich dachte du bist tot!
Eine Zeit lang dachte ich das auch.
Zwanzig lange Jahre. Du warst verschollen und nach fünf Jahren haben wir dich für tot erklären müssen. Warum hast du dich nie gemeldet?
Hat er von mir gesprochen?
Nein. Wir haben versucht es zu vergessen.
Ich wurde damals in Linhir im Einsatz am Kopf verletzt und verlor mein Gedächtnis. Nur die Kette von Mutter trug ich bei mir, ohne zu wissen wem die Kette gehörte.
Die Heiler hätten uns informieren müssen. Die Garde?
Wie?
Knapp.
Mitten in der Wildnis? In einem kleinen Dorf versorgten die Leute meine Wunden. Im Gegenzug arbeitete ich auf dem Feld. Zufrieden. Zwanzig lange Jahre. Vor einigen Wochen kam ein Offizier in das Dorf. Ich trug wie alle Bauern ein offenes Hemd. Die Kette war sichtbar. Der Mann brüllte mich vor allen an. Woher ich die Kette habe.
Die habe ich seitdem ich denken kann. Meine Antwort. Als der Mann versuchte mir die Kette abzureißen kam es zu einer Schlägerei. Erwischte mich mit der rechten und verlor den Halt. Aufgewacht bin ich in einem Feldlazarett nahe Linhir. Der erste Griff zur Kette.
Niemand hatte sie entwendet. Im Gegenteil. Die Leute waren freundlich. Als es mir besser ging, rasiert, gebadet kam sie zurück die Erinnerung. Wie ein Nebel dessen lange schweren Schleier sich lichteten in einem Augenblick.
Zwanzig lange Jahre.
Du bist wie er. Warst es immer.
Warum habt ihr mich verschwiegen?
Trauer um Dich. Tiefe Trauer.
Was sagst du jetzt Edhyldir?

Eine herzliche Umarmung. Mehr als Worte hätten je vermocht zu sagen...

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Lestard
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Re: Briefe an den Onkel

Ungelesener Beitragvon Lestard » Freitag 3. August 2018, 10:18

Das Urteil

Die Nachricht aus Rohan ereilte den Fürsten einige Wochen später.
Der Than mit einem Dank an den Fürsten ihn trotz anderer Staatsgrenzen und Gebräuchen gefragt zu haben, fiel dementsprechend aus:

Werter Herr Berenthil,

ich unterstreiche die Zusammenarbeit unserer beider Häuser und überlasse Euch den Gefangenen und Eurem Urteil.
Verbrecher solchen Ausmasses würden auch bei uns in Rohan keine Gnade erfahren.
Es bleibt mein Dank an das Haus Berenthil unter Achtung der Herkunft des Beschuldigten.

gez. Than Berdrik


Der Fürst überreicht dem Vorsitzendem Richter das Schreiben. Er nickt und zieht die Robe an.
Fern ab von sämtlichen Trubel der Stadt Dol Amroth wird der Gefangene nebst Verteidiger vorgeführt.
Der Verteidiger hat das Wort und versucht eine Auslieferung des Gefangenen zu erwirken.
Alldrik ... stumm ...

Nach Aufnahme der Beweisführung und dem Plädoyer der Verteidigung ziehen die Richter sich für eine Weile zurück.
Bangen des Gefangenen. Wie geht es aus das Urteil. Kann er nach Rohan zurück?

Der Vorsitzende Richter geht nach vorne zur Urteilsverkündung:

Es wurde eröffnet und verhandelt, die Strafsache der Stadt Dol Amroth gegen Herrn Alldrik aus Rohan.
Dem Angeklagten wurden anhand einiger vereidigter schriftlicher Zeugenaussagen folgende Vergehen zur Last gelegt:
Tätlicher Angriff auf die Wachen am Kap von Belfalas. Anschläge auf Bürger in Dol Amroth und am Kap in Form von Vergiftungen
der Lebensmittel und somit der schweren Körperverletzung.
Des vorsätzlichen Mordes an einer Hobbitla.

Die Beweislage ist ununmstritten. Eure eigene Aussage bestätigt alle Anschuldigungen in vollem Umfang. Schriftliche Beweise in Form von Zeugenaussagen der geschädigten Bürgerinnen und Bürger. Auch auf die Tatsache hin, das niemand zu Tode kam sind solch Taten
in Gondor hoch geahndet. Schlussendlich zum Mord bereit was die vorsätzliche Tötung der Hobbitla eindeutig belegt.
Der Verteidiger plädierte für eine Auslieferung nach Rohan und dortigem weiteren Verfahren.
Wir haben dies abgelehnt. Der Than aus Rohan bestätigt das Ihr, Herr Alldrik, unserer Gerichtsbarkeit unterliegt.


Alldrik ... stumm ...

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Dem Volke zum Wohle ergeht folgendes Urteil:
Herr Alldrik wird zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Hinrichtung wird sofort vollstreckt im Beisein des Carnifex, des Bestatters, der hier Anwesenden.

Zum Verurteilten:

Ein letztes Wort sei Euch gewährt.

Alldrik bleibt stumm.

Zeit für den Henker...


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