Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

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Monabella
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Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Monabella » Montag 29. Juni 2020, 14:27

TEIL I

Es beginnt mit einem Brief aus Gondor. Dieser ist an die mutigen Mitstreiter adressiert, die vor längerem die gefährlichen Geheimnisse um einen uralten magischen Spiegel aufgeklärt und einen bösen Geist (einen Umaia) erneut gebannt hatten. In dem Brief wird uns mitgeteilt, dass Herr Avanthelion - ein gondorischer Gelehrter, der uns damals bei der Spiegelgeschichte mit Nachforschungen unterstützt und die Gefahren mit uns durchgestanden hatte - verstorben ist. Wir alle hatten den mutigen alten Herren ins Herz geschlossen. Der Brief war im Auftrage Prinz Imrahils von Dol Amroth von einem Hauptmann Teglion verfasst worden und man bat uns um Mithilfe, die mysteriösen Todesumstände des Gelehrten aufzuklären. Also rüsteten wir uns alle, die lange und auch immer noch gefährliche Reise nach Dol Amroth anzutreten.

Dort eingetroffen sammelten wir uns an der Brücke zur Kaserne der Schwanenritter und wurden von Hauptmann Teglion abgeholt.
Nach kurzer Begrüßung berichtete er uns von weiteren Details von Avanthelions Dahinscheiden. Der Gelehrte war früh am Morgen tot auf dem Boden liegend in seiner Studierstube in der Bibliothek von Saphadzîr aufgefunden worden. Der Garnisonsarzt hatte ihn auf die Todesursache hin untersucht, hatte jedoch nichts Konkretes feststellen können. Keine äußeren Verwundungen, keine Würgemale oder Anzeichen eines schweren Schlags, keinerlei körperliche Gebrechen. Teglion nahm an, dass der ehrwürdige Herr einfach aufgrund seines hohen Alters verstorben war. Angeblich machen auch Gerüchte über einen Selbstmord die Runde, was jedoch bei einigen Mitgliedern unserer Gruppe – wie zum Beispiel den Zwergenherren Halldin und Svartur - sofortige Empörung hervorrief. Nun, wir alle waren uns gewiss, dass Selbstmord bei dem alten, ehrwürdigen Gelehrten nicht in Betracht gezogen werden konnte.

Weiterhin erfuhren wir, dass Avanthelion die Bibliothek vor seinem Tod seit etlichen Tagen nicht mehr verlassen hatte und auch seine Mahlzeiten dort eingenommen hatte. Diese wurden zur Bibliothek geliefert und dort auf den Eingangsstufen übergeben – wie sich etwas später vor Ort herausstellte.
Wir wurden also von Hauptmann Teglion in die riesigen Marmorhallen der Bibliothek von Saphadzîr geführt und dort ein Bibliothekar namens Pethebir herbeigerufen. Er war derjenige, der morgens Avanthelions Leiche gefunden hatte. Leider konnte Pethebir nur wenige Auskünfte geben. Er wusste lediglich, dass Avanthelion zuletzt in Aufzeichnungen über das Dritte Zeitalter in Gondor geforscht hatte – nach was genau, war ihm jedoch nicht bekannt.

Interessant waren jedoch drei Informationen: Im Register der Bibliothek werden alle Besucher namentlich erfasst, einen Tag vor Avanthelions Tod war jedoch ein Besucher einfach nur mit der Initiale „S“ eingetragen worden! Laut Aussage von Pethebir würde der Oberbibliothekar dies gelegentlich so handhaben, wenn es ihm opportun erschien… nun, in diesem Fall vielleicht, weil „S“ eine stadtbekannte Persönlichkeit war? Zumindest sollte man dies weiterhin im Auge behalten.
Zweitens: Pethebir hatte den Eindruck, dass von der Leiche ein Geruch nach Schnaps oder Gewürzen ausgegangen war. Er konnte es jedoch nicht näher spezifizieren.
Die dritte Information war dann eher ein Fehlen derselbigen - nämlich Avanthelions Schlüssel! Pethebir teilte mit, dass bei Avanthelions Leiche die Schlüssel zu seinen Gemächern nicht zu finden waren….obwohl der alte Gelehrte diese ansonsten nach Pethebirs Kenntnisstand immer bei sich gehabt hatte! Wie seltsam, nicht wahr?

Hautpmann Teglion erwähnte just in diesem Moment, dass am Grab des Gelehrten nachträglich eine infame Inschrift in den Stein gekratzt worden sei, die wir uns unbedingt ansehen sollten. Selbstredend wollten wir diese auch umgehend in Augenschein nehmen und wurden von Teglion daraufhin zum Grabmal des Gelehrten geführt. Es befand sich im Garten des Palastes.
Dort wies der Hauptmann auf den Grabstein, wo deutlich zu lesen war:

„Kein Leben ohne Tod, keine Ernte ohne Saat! S.“

Nun, wiederum „S“? Das war wohl kaum ein Zufall!

In diesem Moment schob sich ein Unbekannter möglichst unauffällig an den Mitgliedern unserer Reisegruppe vorbei und ließ dabei beiläufig einen Zettel fallen. Evenila bemerkte es und griff sofort nach dem Papier, hob es auf und versuchte, noch einen Blick auf den Mann zu erhaschen...dieser war jedoch schon verschwunden.
Sie las die Nachricht auf dem Papier, die eindeutig besagte, Teglion auf keinen Fall davon wissen zu lassen. Also wartete sie eine günstige Gelegenheit ab, als der Hauptmann ein Stück weiter weg mit Soldaten sprach.
Auf dem Zettel stand geschrieben:

„Ihr schwebt alle in großer Gefahr, werdet Hautpmann Teglion schnell los und lasst euch nicht von ihm und seinen falschen Absichten täuschen. Trefft mich unten am Hafen, an der Mole am Kai, wo ein Schiff mit dem Namen Nildis vertäut ist. Gezeichnet, A., ein enger Freund Avanthelions.“

Wir blickten uns vielsagend an. Nebenbei hatten wir den Eindruck, dass uns Teglion aus der Ferne argwöhnisch im Auge behielt… oder war das nur Einbildung? Als er zurückkam, wimmelten wir ihn jedenfalls möglichst unverdächtig ab und erzählten etwas von Hunger, Erschöpfung und dass wir uns nun zunächst einmal beraten müssten. Dann liefen wir rasch zum Hafen, um an den Molen nach dem Schiff Nildis Ausschau zu halten. Dort angekommen stießen wir auf einen Mann, der sein Gesicht so verhüllt hatte, dass nur seine Augen zu sehen waren. Dieser stellte sich als Askanion vor, womit sich die Signatur „Gezeichnet, A.“ auch schon aufgeklärt hatte.
Von ihm erfuhren wir, dass Avanthelion einem verbotenen Geheimkult namens „Der Verdorrte Baum“ auf der Spur gewesen war uns sich all seine Nachforschungen in letzter Zeit darum gedreht hatten. Offenbar hatte der alte Gelehrte großes Übel für Gondor von diesem Kult befürchtet. Askanion warnte uns außerdem vor Hauptmann Teglion und sagte, dass diesem nicht zu trauen sei. Teglion habe den Tod des Gelehrten nur oberflächlich zur Schau für die Öffentlichkeit untersuchen lassen und dann schnell zu den Akten gelegt. Außerdem habe er eine offizielle Fahndung nach Askanion ausgerufen, da Teglion offenbar wusste, dass Askanion in engem Briefkontakt mit Avanthelion gestanden hatte. Auf jeden Fall waren einige Briefe nicht vollständig bei Askanion angelangt.
Mit diesen Worten zog Askanion den letzten Brief hervor, den er von Avanthelion erhalten hatte.
Der Inhalt lautete wie folgt:

„Mein lieber Junge,
wenn Du diese Zeilen hier liest, so bin ich mir meiner Sterblichkeit und den Risiken meiner Recherchen nun schlussendlich doch sehr bewusst geworden und aus dieser Welt verschiedenen. Die größte Enttäuschung ist wohl die Tatsache gewesen [Text verwässert und abgerissen].
Sei versichert, dass ich eine Kopie von den Texten gemacht habe, die ich hier fand und Sie in die Weiße Stadt schicken ließ, damit sich Archivar Frerik darum kümmern kann. Ich habe viel und noch mehr dieser Tage über die Saat des verdorrten Baumes nachdenken können und bin davon überzeugt, dass trotz der großen Anstrengungen, die unser Königreich mit seinen Verbündeten auch in den letzten Jahren unternommen haben mag, wir einen Krieg erleben werden, wenn das nicht aufhört.
Ich bitte dich inständig, dich um den Kult des verdorrten Baumes zu kümmern und diesen auszumerzen [Wort wurde anders geschrieben], mir zur Liebe [Textstücke abgerissen]….
In Liebe,
Avanthelion"

Nicht alle aus unserer Gruppe trauten dem Gondorer mit dem verhüllten Gesicht, er war jedoch derzeit unsere beste Anlaufstelle und hatte uns wichtige Informationen geliefert. Er teilte uns mit, dass wir für weitere Nachforschungen nach Minas Tirith kommen müssten, er würde uns auf dem Schiff dorthin bringen. Also vereinbarten wir mit ihm ein weiteres Treffen, für den Morgen des nächsten Tages zur neunten Stunde.

Anschließend kehrten wir noch einmal zur Bibliothek zurück und verschafften uns in einem günstigen Moment ungesehen Zutritt zu Avanthelions Gemächern. Aufmerksam sahen wir uns um. An der einen Wand bemerkte ein Elbenherr einen Teppich mit einem höchst ungewöhnlichen Motiv. Dieses zeigte einen verdorrten Baum, welcher offenbar ein Schößling des Weißen Baums vor dem Königspalast in Minas Tirith war. Im Wurzelwerk des Baums waren Namen von links nach rechts aufgelistet, dahinter handschriftlich mit Zeichen ergänzt.
Die Namen lasen sich folgendermaßen:

Silurd........Morquat......Teglion (?)........AT (?)..........S (1)

Nun, da hätten wir also gleich zweimal „S“...und der gute Hauptmann Teglion mittendrin! Plötzlich hob eine Elbendame aufmerksam den Kopf, so als ob sie etwas wittern würde. Sie sog ein paarmal tief die Luft ein und rief dann laut: „Schierling!“ Evenila zuckte zusammen...Schierling...ein absolut tödliches Gift! Das passte!
Die Notizen und Schriftstücke auf dem Schreibtisch sahen durchsucht aus, beim hastigen Überfliegen stellte man fest, dass Etliches fehlt.
In diesem Moment vernahmen wir von draußen näherkommende Schritte und drängelten uns rasch aus dem Raum. Da kam auch schon Pethebir um die Ecke gebogen und fragte uns überrascht, was wir hier wollten. Natürlich hätten wir ihm kaum die Wahrheit sagen können, weshalb wir rasch etwas von einer Suche nach Kochbüchern erzählten, was er mit leichtem Ärger zur Kenntnis nahm. Die Kochbücher befanden sich in einem völlig anderen Trakt, aber es reichte für den Moment als Ausrede und wir strebten möglichst schnell dem Ausgang der Bibliothek zu. Dort sammelten wir uns auf den Stufen und überdachten die Situation noch einmal, bevor wir uns für die Nachtruhe eine Unterkunft suchen wollten.


Kommentar der Autorin

Für mich fügt sich bisher alles wie folgt zusammen:
Avanthelion ist dem Kult des Verdorrten Baumes auf der Spur uns stellt Nachforschungen an. Der Kult ist so gefährlich, dass Avanthelion sogar einen Bürgerkrieg befürchtet. Er steht ihn Briefkontakt mit seinem ehemaligen Schüler Askanion und berichtet ihm davon. Einige Briefe werden jedoch abgefangen und der Verdorrte Baum erlangt Kenntnis von Avanthelions Nachforschungen. Dieser ahnt es und sieht sich in Gefahr, weshalb er die Bibliothek nicht mehr verlässt. Ein Anhänger des Verdorrten Baums erhält jedoch Einlass in die Bibliothek und ermordet den alten Gelehrten mit Schierlingsgift. Anschließend nimmt er Avanthelions Schlüssel an sich und sucht dessen Gemächer auf, wo er Informationen vernichtet und Schriftstücke verschwinden lässt. Hauptmann Teglion ist in die Sache verwickelt - entweder bestochen oder selbst ein Mitglied des Kultes. Auf jeden Fall hat er kein Interesse daran, dass Avanthelions Tod wahrheitsgemäß aufgeklärt wird. Askanion wird vom Kult ebenfalls als Bedrohung angesehen, da er von Avanthelions Nachforschungen weiß. Daher soll er unschädlich gemacht werden, indem man ihn fälschlicherweise wegen Mordes an dem Gelehrten einsperrt. Als nächstes müssen wir nach Minas Tirith reisen und dort die Kopien der von Avanthelion zusammengetragenen Schriften einsehen
:)
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Valimaro
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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Montag 29. Juni 2020, 15:41

Vielen Dank liebe Mona, dass du dir die Zeit genommen hast, diese tolle Zusammenfassung des gestrigen Abends zu schreiben - echt toll :) ;super

Mir hat es gestern Abend sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf morgen, wenn es weiter geht. Ist auch sehr spannend deine Schlussfolgerungen dazu zu lesen, das ist für mich immer mit das interessanteste an diesen Events - eure persönlichen Ideen und Theorien und welche Wurzeln diese schlagen :)

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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Waido » Montag 29. Juni 2020, 15:56

Wieder eine tolle verwirrende Rätselgeschichte ;super

...aber.....aber Avanthelion...das kann doch nicht wahr sein ;cry
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Tunvil
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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Tunvil » Montag 29. Juni 2020, 23:30

Danke für die tolle Zusammenfassung, Monablla!
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Monabella
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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Monabella » Mittwoch 1. Juli 2020, 21:47

TEIL II

Am nächsten Morgen trafen wir uns wie vereinbart mit Askanion an den Docks von Dol Amroth und traten die Schiffsreise nach Minas Tirith an. Nach gut acht Tagen Segeln entlang der Küste, dann den Anduin hinauf und schließlich noch einem kurzen Ritt trafen wir in der Weißen Stadt ein. Es wurde vereinbart, dass wir uns einen Tag später erneut mit Askanion treffen wollten, in einem Gasthaus namens "Gespaltener Schild".

Obwohl erschöpft von der ungewohnten Schifffahrt suchten wir sofort die Archive der Stadt auf, die innerhalb der fünften Mauerrings - des Rings der Gelehrten - zu finden waren. Wir betraten die altehrwürdigen Gewölbe und fragten uns sofort nach dem Archivar Frerik durch, der in Avanthelions Brief erwähnt worden war. Zu unserem höchsten Erstaunen wusste der Mann jedoch überhaupt nichts von Kopien, die er, wie ebenfalls in dem Brief erwähnt, erhalten haben sollte. Herr Frerik zeigte sich höchstlich überrascht und teilte uns mit, dass er von Avanthelion keinerlei Aufzeichnungen über Forschungsergebnisse erhalten habe! In der Tat höchst merkwürdig!
Zudem wurde er von einigen aus unserer Gruppe ein wenig forsch und fordernd angesprochen, weshalb der gelehrte Herr zunächst etwas erbost und ungehalten reagierte. Nach einer Weile, in der die Fragen und Anreden höflicher wurden, zeigte er sich schließlich jedoch hilfsbereit und suchte uns die gleichen Chroniken heraus, die er auch schon für Avanthelion zusammengetragen hatte.
Dabei handelte es sich um Baupläne der Zisternen von Minas Tirith und Büchern über die silbernen Bäume von Minas Ithil/Minas Arnor sowie um Genealogien über die Adelslinien aus Gondor. In einigen der dicken Wälzer waren die alten Familien des hohen und niederen Adels samt ihren Stammbäumen niedergeschrieben. Auch Chroniken und Annalen über die Zeit der Truchsesse in Minas Tirith, insbesondere aus dem Dritten Zeitalter, waren darunter.

Natürlich war es nicht möglich, all diese Aufzeichnungen durchzuarbeiten, weshalb uns Frerik die wesentlichen Stellen heraussuchte und vorlas.
Darunter war auch die folgenden Protokollierungen von schrecklichen Ereignissen:


Chronik Denethors II., Truchsess von Minas Tirith,
Eintrag vom 24. September 2995 Drittes Zeitalter, Regierungszeit der Truchsesse des Königreich Gondors
„Wir schreiben das Jahr 2995 Drittes Zeitalter, elftes Regenschaftsjahr von Denethor II, Sohn von Truchsess Ecthelion II, und rechtmäßiger Herrscher sowie Truchsess des Königreichs Gondor.
Wir haben nun endlich, nach monatelanger Suche, das Versteck der Rebellen in der Weißen Stadt durch unsere Spione ausfindig machen können. Der Kult des sogenannten verdorrten Baumes hält sich in den überwässerten Kanälen und Gemäuern der großen Zisternen unserer Stadt auf.
Hauptmann Tyrell befehligte den letzten Schlag gegen diesen Kult, der bereits drohte, unsere Gesellschaft von innen heraus mit Verleumdungen und Kriegstreiberei zu vergiften.
Die Soldaten der Weißen Stadt umzingelten alle Ausgänge der Zisternen und riegelten diese sogleich ab, auf dass niemand mehr in oder aus den Zisternen heraustreten konnte.
Was wir dort fanden war entsetzlich – unzählige Mitglieder von gondorischen Adelsfamilien hatten sich diesem Kult angeschlossen, der die Herrschaft Denethors II. und seiner Dynastie infragestellte.
Tyrell und seine Soldaten hatten den Befehl, keinerlei Gefangene zu machen und so schlachteten wir alle Kultisten ab, denen wir in den Katakomben der verwinkelten Zisterne begegneten. Es war ein schreckliches Massaker, auf das ich nicht stolz bin.
Allerdings konnten wir das angebliche Geheimgewölbe vom verdorrten Baum nicht finden, von dem wir erfahren hatten, dennoch hatte unser Auftrag Erfolg – der Kult des verdorrten Baumes wurde an jenem Tage ein für alle Mal zerschlagen. Gondor hat wieder Ruhe.
Unentschuldbar ist auch die Tatsache, dass vier hochrangige Adelsfamilien Gondors an dem Komplett der Kultisten beteiligt waren.
Gezeichnet, Silurd, erster Adjutant und persönlicher Chronist von Hauptmann Tyrell, 25.September 2995 D.Z."


Eintrag vom 30. September 2995 Drittes Zeitalter, Regierungszeit der Truchsesse des Königreich Gondors
„Wir schreiben das Jahr 2995 Drittes Zeitalter, elftes Regenschaftsjahr von Denethor II, Sohn von Truchsess Ecthelion II, und rechtmäßiger Herrscher sowie Truchsess des Königreichs Gondor.
Heute wurde das Urteil von Denethor II. mithilfe der treuen Soldaten um Tyrell vollstreckt und die einstigen Adelsfamilien der Weißen Stadt, namentlich die Familien Glangost, Falandil, Vareck und am schlimmsten die Familie Carannîr wurden nicht nur alle ihrer Titel, Ländereien und Ämter enthoben, nein, an ihnen wurde öffentlich ein grausames Exempel statuiert, indem ihre Stammhäuser in der weißen Stadt geschliffen wurden und an ihrer statt nun Armenhäuser zur Beköstigung der ärmsten Gondors errichtet werden.
Die Familien wurden vollständig ausgelöscht und die Köpfe der männlichen Familienvorsteher gepfählt und dann öffentlich zur Schau auf der Mauer des Meisterrings auf Lanzen aufgespießt.
Was die Kinder betrifft…wir erhielten den Auftrag, niemanden der Familien in Minas Tirith am Leben zu lassen, um allen zukünftigen Verrätern und Rebellen eine Warnung zu senden.
Allerdings habe ich gesehen, dass sich jemand diesem Befehl widersetzte. Ich werde diesen jemand wohl melden müssen.
Gezeichnet, Silurd, erster Adjutant und persönlicher Chronist von Hauptmann Tyrell, 30. September 2995 D.Z."



Hier fand Archivar Frerik einen losen Zettel, den offenbar Avanthelion zwischen die Buchseiten gesteckt hatte und auf dem folgendes notiert war:

"Letzte Worte von Fürst Carannîr, Herrscher von Pelargir, vor seiner Hinrichtung auf dem Schafott auf dem Richtplatz der Weißen Stadt:
'Kein Leben ohne Tod, keine Ernte ohne Saat.
Denkt an mein Vermächtnis für diese Stadt, die Zeit der Truchsesse wird enden sowie das Versagen der Königslinie enden wird.
Ich danke den Menschen, die an uns und unsere Sache geglaubt haben und bin zuversichtlich, dass mein Blut überleben wird und wir aus dem Grab zurückkehren werden.
Macht entsteht, Macht wird vergehen.
Nichts bleibt für immer, alles ist vergänglich.
Und auch die winzige Saat aus der Asche, vermag den stärksten Baum verdorren zu lassen.'

Aufgezeichnet von Avanthelion, Bibliothekar und Chronist der alten Archive.
(ich war an jenem Tag Zeuge der Hinrichtung und kann die wahrheitsgemäße Wiedergabe bestätigen)"



Wir alle waren von diesen Informationen einigermaßen entsetzt. Frerik berichtete uns dann noch von einem Geheimgewölbe, das es angeblich damals in den Zisternen der Stadt gegeben haben und dem Kult als Versteck gedient haben sollte. Er wies jedoch darauf hin, dass ein solches Gewölbe niemals gefunden worden war, obwohl die Soldaten alle Gänge sorgfältig untersucht hatten. Nun, zu Denethors Gefolgsleuten hatten jedoch keine Zwerge gehört und wie jeder weiß, sind Zwerge echte Meister, was Geheimgänge und das Aufspüren von verborgenen Tunneln anbelangt! Frerik schien dennoch davon überzeugt, dass auch wir nichts finden würden, händigte uns jedoch die Lagepläne der Zisternen aus. Diese wurden sogleich an Herrn Svartur weitergegeben, der sie grob studierte und dann in Verwahrung nahm.
Zuletzt stellten wir Frerik eingehendere Fragen zu den Kindern der damals hingerichteten Adeligen und insbesondere zu diesem Adjutanten Silurd. Immerhin war sein Name auf dem Wandteppich des verdorrten Baums gestanden, den wir in Avanthelions Gemächern gefunden hatten.
Wir erfuhren von Frerik, dass Fürst Carannîr drei Kinder gehabt habe, eine Tochter und zwei Söhne. Der Name der Tochter war Silla, an die Namen der Söhne vermochte er sich nicht zu erinnern (Und wieder mal ein "S"!).
Weiter hörten wir, dass Silurd in all den Jahren in eine sehr hohe Position aufgestiegen und nun ein Mitglied des Stadtrates war, welcher den König beriet. Da man bei so jemanden nicht einfach ohne vorherige Empfehlung hereinschneien konnte, war Frerik so freundlich, eine Nachricht an den jetzigen Ratsherren zu senden, in der er unser Kommen ankündigte. Evenila hatte auch ein wenig das Gefühl, dass Frerik froh war, uns los zu werden.

Wir verabschiedeten uns zügig und eilten sofort zur Sonnenkuppel im sechsten Ring, in welcher der Stadtrat tagte, wo wir Silurd auch vorfanden. Nach einer kurzen Begrüßung und sehr knappen Vorstellung unsererseits, begannen wir Fragen zu den damaligen Ereignissen zu stellen. Dabei gingen wir eher zurückhaltend und vorsichtig vor, da wir nicht wussten, was wir Silurd erzählen konnten. Immerhin mussten wir ihn als einen potenziellen Widersacher betrachten. Er zeigte sich, wie Evenila schon befürchtet hatte, wenig erfreut und auch wenig gesprächig. Einzelne Mitglieder unserer Gruppe gingen auch hier in ihrem Eifer, Licht ins Dunkel zu bringen und mehr zu erfahren, recht forsch vor, woraufhin Silurd recht pikiert und ärgerlich reagierte. Andere jedoch, wie zum Beispiel die Damen Silberglöckchen und Eilantha, sprangen bei und taten ihr Bestes, den Ratsherren wieder milder zu stimmen... immerhin hätte er uns ansonsten ohne Weiteres aus der Stadt werfen oder sogar einsperren lassen können.
Nach und nach erzählte uns Silurd, dass Avanthelion damals die Befehle zum Durchsuchen der Adelshäuser und der Enteignung der Familien ausgegeben und unterzeichnet hätte...laut seinen Worten hätte Avanthelion alles getan, um sich bei Denethor beliebt zu machen, da er damals noch eine militärische Karriere anstrebte. Der Ratsherr fügte hinzu, dass Avanthelion dafür sein Fähnchen stets nach dem Wind gehängt habe - es machte allen Anschein, dass er nicht sonderlich viel von Avanthelion hielt. Außerdem hätte Avanthelion die Kinder der angeklagten Adeligen wegholen lassen - angeblich, um die Kinder höchstselbst vor Denethor zu bringen und damit sein Ansehen zu steigern!

Währenddessen trank Silurd einen Becher Wein nach dem anderen. Diener liefen beständig mit gefüllten Tabletts in der Sonnenkuppel umher und versorgten die Ratsherren mit Getränken, wovon Silurd eifrig Gebrauch machte. Plötzlich schien ihm jedoch übel oder schwindelig zu werden. Er stammelte noch etwas davon, dass wir den Sohn finden sollten und dass der Sohn der Schlüssel sei. Dann wurde blass, Schweißperlen zeigten sich auf seiner Stirn und er begann zu taumeln, fragte uns, ob etwas mit dem Wein nicht in Ordnung gewesen sei. Mit einem Mal war der selbe kräuterige Geruch wahrzunehmen, wie in Avanthelions Gemächern - Schierling! Jemand hatte den Wein vergiftet!
Silurd ging in die Knie und brach zusammen. Da Evenila jedoch eine Heilkunde-Ausbildung genossen hatte und sie immer einen Grundstock an nützlicher Ausrüstung mit sich herumschleppte, konnte sie Silurd rasch ein Gegengift verabreichen. Gleichzeitig stürmte Herr Halldin wie ein Blitzgewitter zu den nahen häusern der Heilung und trieb dort einige Blätter Athelas (Königskraut) auf, welches wir Silurd zusätzlich noch zum Kauen gaben. Der Ratsherr wurde ohnmächtig und wurde von Dienern zu den Hallen der Heilung hinübergetragen.

Völlig überrascht und auch ein wenig ratlos standen wir herum. Mit dieser Wendung hatten wir nicht gerechnet. Ein Teil unserer Gruppe suchte auf dieses Erlebnis hin erst einmal ein Wirtshaus auf, um alles mit ein paar schoppen Wein und Bier hinunterzuspülen. Am nächsten Morgen wollten wir uns dann wieder mit Askanion treffen.


Kommentar der Autorin:
Es ist höchst seltsam, dass Frerik nichts von Kopien weiß, die er laut Avanthelions Brief erhalten haben soll. Hier gibt es meiner Ansicht nach letztendlich drei Möglichkeiten:
1. Askanion hat uns etwas Falsches vorgelesen, besser gesagt, gelogen
2. Frerik hat uns angelogen
3. Die Aufzeichnungen wurden von Avanthelion versendet, kamen aber niemals in Minas Tirith an, da auch sie genau wie einige der Briefe abgefangen wurden.

Als Motive für all die Ereignisse kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht:
1. Jemand hat den Kult wieder aufleben lassen, der seine Tätigkeiten im Untergrund weiterführt und Avanthelion ermorderte, weil er ihm in die Quere kam
2. Es handelt sich um eine alte Rache. Eines oder mehrere der Kinder von damals haben überlegt und wollten es Avanthelion heimzahlen.
3. Vielleicht eine Kombination aus beidem?
Seltsam ist, dass Silurd vergiftet wurde. Bisher nahmen wir an, dass er ebenfalls zum Kult des Verdorrten Baums gehört. Wäre er dann aber tatsächlich von seinen Mitkultisten vergiftet worden? Vor allem - warum ausgerechnet dann, wenn wir ihn aufsuchen? Ist uns jemand gefolgt, bzw. werden wir beobachtet? Wer wusste, dass wir Silurd aufsuchen wollten und zu welchem Zeitpunkt wir mit ihm reden würden? Oder war schon länger ein Mord an dem Ratsherren geplant - vielleicht aus einem völlig anderen Grund - und wir waren einfach nur zufällig zugegen?

Es bleibt mysteriös und spannend!! ;) 8-)
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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Donnerstag 2. Juli 2020, 07:41

Vielen Dank für deine Zusammenfassung liebe Mona ;thx

Sehr aufschluss- und erkenntnisreich zugleich ;super

Vor allem den blauen Text habe ich mir wie eine Episode von X-Factor, dem Unfassbaren, vorgestellt - und mit der Stimme von Jonathan Frakes gelesen ;fun3

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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Donnerstag 2. Juli 2020, 08:15



https://www.youtube.com/watch?v=TLlBWZ7rc34

So kann man sich das ungefähr vorstellen :lol:

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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Donnerstag 2. Juli 2020, 17:37

Hui, das klingt alles sehr spannend! Vielen Dank, liebe Monabella, dass du die RP-Abende zusammenfasst und für alle zugänglich hier veröffentlichst :)
ich lese die Texte sehr gern. Die Geschichte ist aufregend und die Reaktionen und Handlungen der RP-Teilnehmer sind sehr interessant.


Hihihi, und dieser X-Faktor-Vergleich ist überaus treffend und passt perfekt zu all den feinen Theorien :D

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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Valimaro » Freitag 3. Juli 2020, 16:42

Danke liebe Maiglockli ;thx

Gestern kamen noch ein paar Theorien dazu und ich glaube, manchen Teilnehmer*innen qualmt ganz schön der Kopf^^
Ich werde am Wochenende noch einen iC-Thread zum Event erstellen, wo ich einmal die Indizien aufliste, die ihr bereits als Gruppe erfahren/erhalten habt. Denn vielleicht braucht ihr eine Übersicht des bisherigen Standes der Ermittlungen.

Und da Evenila gestern leider verhindert war (gute Besserung!), schreibe ich spätestens am Sonntag hier die dritte Zusammenfassung für den gestrigen Abend. Ich orientiere mich dabei an Monabella und ihrem Stil und werde am Ende in blau dann auch die Theorien und Fragen auflisten, die gestern im TS zwischen den Teilnehmer*innen ausgetauscht worden sind.

Es ist immer höchst interessant und amüsant zugleich, wenn man euch beim RPlern so lauscht^^ ;freunde

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Re: Zusammenfassung 1. Teil des RP-Events "Die Saat des verdorrten Baumes

Ungelesener Beitragvon Halldin » Freitag 3. Juli 2020, 17:13

Svartur und ich hatten ganz am Ende noch ein paar Theorien aufgestellt, das war auch ganz interessant :lol:
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