Re: Mein lieber Drubb, ...

Geschichten aus Tolkiens Welt vom Herrn der Ringe und anderen Werken.
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Maiglockli
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Freitag 19. Juni 2020, 17:18

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14. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
ich lerne hier jeden Tag mehr über die Elben und meine Freunde. Zum Beispiel weiß ich nun, dass Mallenglîël nicht nur die Laute, sondern auch die Harfe spielen kann! Ja gut, Saiteninstrumente sind ja in der Handhabung recht ähnlich, aber wenn man eine Harfe ganz ganz geschwind spielt, ist das nochmal etwas ganz anderes, meine ich jedenfalls. Es war nämlich so, dass die Elben Mallenglîël mehr oder weniger dazu überredet haben, mit ihnen zu spielen. Sie haben ihr eine Harfe gegeben und dann haben sie zusammen musiziert und auch miteinander gesungen. Hach, war das herrlich! Hihi, der Hernod hatte zum Abend auch ein paar Lieder zum Besten gegeben, aber sie waren Hobbitliedern ähnlicher als Elbenliedern. Lustig war es auf jeden Fall und wir haben alle viel gelacht. Dann ist noch etwas passiert, eine neue Entwicklung, wenn man so will. Wir hatten ja bei dem Troll, der uns im Wald überrascht hatte, ein Medaillon gefunden. Ich weiß jetzt, dass wir dem Troll am Tag nicht begegnet wären und dass er wohl Wanderern aufgelauert hat, weil man das Kommen eines Trolls durch die Erschütterung des Bodens vorhersehen kann. Nun, Mallenglîël hatte seit unserer Ankunft versucht, den Besitzer des Anhängers zu finden oder mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Sie war endlich erfolgreich! Es stellt sich heraus, dass das Medaillon dem Sohn eines der Elben gehört und dieser Sohn wurde mal von einer Gruppe Trolle angegriffen oder hat sie selbst angegriffen, das hab ich nicht so ganz verstanden. Er kam davon, aber ein Troll auch und der hatte sein Medaillon geklaut. Der Elb, der Vater des Sohnes, war sehr froh, den Anhänger wieder zu haben. Sein Sohn ist gerade irgendwie in einem Düsterwald unterwegs, und der Vater wird ihm das Medaillon zurückgeben, sobald er wieder da ist. Hihi, der Elb hat sich ganz doll gefreut. Er wollte Mallenglîël und Hernod unbedingt danken und weil er sowas wie ein Schneider ist, wollte er gern etwas nähen. Mallenglîël und Hernod haben gesagt, dass sie gern möchten, dass der Elb mir ein Kleid macht! Uiuiui! Da war der Elb begeistert von der Idee, weil er noch nie für einen Hobbit etwas gemacht hat. Ich kann es gar nicht fassen, Mallenglîël und Hernod sind so lieb! Ich habe mich dann noch lang mit ihnen unterhalten. Mallenglîël meinte, dass wir zwei Möglichkeiten dafür haben, wie es weiter geht. Entweder verbringen wir den Winter in Bruchtal oder wir brechen vor Wintereinbruch wieder auf. Sie hat zu Hernod gesagt, dass es im Winter nicht möglich ist. Was auch immer ‚es‘ ist. Wir haben uns also geeinigt, dass wir in fünf Tagen, spätestens aber in einer Woche weiterziehen werden. Hernod will weiter nach Eregion und Mallenglîël ist sehr an den dortigen Ruinen interessiert. Dort gibt es wohl sehr viele elbische Relikte und auch welche von Zwergen, aber Mallenglîël hofft, auch einiges von Menschen zu finden, bevor die Elben und Zwerge in diese Region gekommen sind. Wir sind also seit gestern dabei, unsere Abreise vorzubereiten. Hernod wollte gern ein Pony oder ein Pferd mitnehmen, aber Mallenglîël war dagegen. Sie sagte, wir könnten es sowieso nicht lang mitnehmen und Hernod hat zugestimmt. Also, ich weiß ja nicht, wo die beiden noch hin wollen, aber ich komme sehr gern mit. Euch geht es doch hoffentlich gut, nicht wahr? Lasst es euch auf jeden Fall gutgehen! Grüße bitte alle recht herzlich von mir.
Deine Maiglockli


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Im September, in Bruchtal.
Es findet ein Gespräch, eine entscheidungssuchende Besprechung statt zwischen Hernod und Mallenglîël bezüglich des zukünftigen Reiseweges, von welcher Maiglockli keine Kenntnis hat.

Sie öffnet die Türen. Er geht an ihr vorbei, in beiden Händen eine von Elbenhand gezeichnete Karte, den Blick darauf gerichtet. Sie schließt die Türen und folgt.
Du bist also nicht von diesem Entschluss abzubringen.
Wie könnte ich denn auch! Ich will die alten Königreiche sehen, mit all der Großartigkeit, was denkst du denn! Dort gibt es mit Sicherheit noch sehr viel Wissen aus Númenor, schließlich wurden die Orte von jenen von Númenor gegründet. Wohin soll ein Mensch denn schon wollen, wenn nicht dort hin!
Er breitet die Karte auf einem Tisch vor ihnen aus.
Die Großartigkeit, von der du sprichst, ist längst nicht mehr.
Aber die Erinnerung an sie hat überdauert! Warst du denn überhaupt mal dort?
Weshalb sollte ich in ein Reich der Menschen gehen.
Sie beantwortet die gestellte Frage damit nicht.
Na, weil die Geschichte dieser Menschen und die Geschichte deiner ach so geliebten Elben miteinander verbunden sind? Welchen Grund bräuchtest du noch?
Das Volk der Eldar zu lieben, ist kein Grund, um Menschenreiche zu besuchen.
Na, von mir aus, ist mir alles recht, aber ich will da hin.
Ihm scheint ein Argument einzufallen.
Die Kleine will auch!
Ihr Blick wird dunkler.
Du solltest sie aus deiner Sache heraushalten.
Sie ist alt genug, um selbst Entscheidungen zu treffen!
Sie ist älter als du.
Ein Ausdruck des Erstaunens.
Tatsächlich? Die Kleine, älter als ich?... Hah… Haha, das ist ja ulkig!
Tu es nicht als lustigen Umstand ab. Ohne sie wärst du tot.
Und das ist doch ein Grund mehr, sie mitzunehmen! Sie ist meine kleine Beschützerin, ist das nicht süß? Du wärst mir ja lieber gewesen, aber-
Ein bitterer Ausdruck der Kränkung mit scharfem Ton.
-Du bist ja einfach abgehauen.
Sie seufzt, das Thema leid.
Eine Pause.
Was? Nervt es dich, ja? Gut, wenigstens ignorierst du das nicht! Warum bist du eigentlich so stur? Es hätte doch etwas mit uns werden können…
Ein Funken Hoffnung.
Nein.
Klar und deutlich.
Du bist sterblich. So etwas kann nicht werden.
Sowas könnte aber werden! Liebe macht doch alles möglich, so ist es doch.
Dazu muss die Liebe bestehen.
Ein Ausdruck des Verletzt-Seins.
Warum machst du das immer! Das hättest du doch wirklich freundlicher sagen können!
Zu welchem Zweck? Es hätte dir erneut die Gelegenheit zur Missinterpretation gegeben.
Ein verächtliches Schnauben und das Verschränken von Armen.
Miss-! Von wegen! Was soll denn daran falsch zu verstehen sein, wenn du meine Kampfart lobst oder mir Komplimente dazu machst, wenn du mich sogar als mutig und heldenhaft für einen Menschen bezeichnest, oder: Wenn du mich auf ein verdammtes Pferd hievst!!
Schweigen. Ein gleichgültiger Blick.
Du hättest das nicht tun müssen, eh! Du hättest mich da krepieren lassen können, und ich bin mir sicher – du kannst mir nichts anderes erzählen! – dass du mich gleich zu einem Teil geheilt hast und ohne das hätte ich nie den Hauch einer Chance gehabt! Also bin ich dir wohl doch nicht ganz so egal wie du gern hättest.
Der gleichgültige Blick bleibt bestehen.
Ich lasse einen Adan nicht sterben, wenn ich es verhindern kann.
Pfft, ja, red dir das nur ein…
Ihm wird angesehen, dass er sich nicht mehr gegen das Wahrhaben sträuben kann.
…Du hättest ja aber auch mal an meine Gefühle denken können.
Du verstehst dich selbst nicht.
Verwirrung, in gewissem Sinne Bestätigung der Aussage.
Was meinst du jetzt damit?
Du sprichst von Liebe. Du liebst mich nicht. Ich kann es in deinen Augen sehen.
Oh, bedauerst du es?
Hoffnung.
Nein.
Erschütterung.
Auch das hättest du freundlicher sagen können!
Du streitest es nicht ab.
Huh? Oh, ach… Warum ist denn das, was ich fühle, nicht auch Liebe? Wie soll das denn auseinandergehalten werden, geht doch gar nicht.
Ausweichend, nicht festlegend. Sich dessen bewusst, dass es, wenn überhaupt, nur Lust ist.
Für die Eldar ist es anders.
Ah. Ja, klar. In allem etwas Besonderes.
Eine Pause.
Er schnauft leise.
Ist das nun geklärt? Das Thema ermüdet mich. So sagt man es doch in eurer Sprache, oder nicht?
Mürrisch.
Ja, kann man wohl so sagen, was weiß ich…
Kurzes Schweigen.
Wir brauchen noch immer einen Plan.
Ja, das ist mir schon klar! Lass mich doch mal meine Gefühle verarbeiten, wenn du sie schon alle ablehnen und runterreden musst!
Er seufzt.
Na schön. Also, du sagtest, du kennst dich mit den Pässen aus. Dann erzähl mal.
Wir können den Hohen Pass nehmen und danach dem Anduin folgen. Wir können den Pass über das Caradhras nehmen. Wir können über Enedwaith und Dunland zur Pforte von Rohan gehen.
Warte mal! Ich hab auch von einem Schwertelpass gehört, was ist damit?
Den nehmen wir nicht.
Ernst. Endgültig.
…Na schön, gut. Hm… Oh! Aber warum müssen wir uns denn mit dem Gebirge abquälen! Haha! Wie wäre es, wenn wir-
Sich einer hervorragenden Idee sicher.
Nein.
In seiner Begeisterung gestoppt.
Hä? Was, nein?
Du willst unter dem Gebirge einen Weg gehen, den wir nicht gehen werden.
Aber das ist doch hier aufgezeichnet! Möglich ist es doch, oder ist es etwa nicht? Ich hab gehört, dass es möglich ist.
Es ist nicht möglich.
Hmpf. Dann ist es halt eben nicht möglich. Hm…
Er betrachtet die Karte.
Wir sind sowieso in Eregion unterwegs, wozu also wieder zurück nach Bruchtal und einen der Pässe nördlich von dort nehmen… Hm… Rohan… Rohan im Winter? Hm…
…Es gäbe die Möglichkeit, vom Rothornpass aus zu dem goldenen Wald zu gehen, jedoch-
Ah! Ja, lass uns doch das machen! Du bist eine Elbin, also werden sie uns doch sicher nicht rauswerfen, oder? Ha! Ja, lass uns diesen Weg gehen. Ja, das ist gut, das ist…
Er verfolgt den Weg auf der Karte und setzt zum Einzeichnen an.
Er zögert. Er blickt auf, verlegen grinsend.
…Würdest du wohl so freundlich sein, ehhh… und…
Sie zeichnet wortlos den Weg ein.
Er hebt die Karte hoch und betrachtet diese begeistert.
Oh! Oho, hervorragend schaut das aus, oh, ja, ja, den Weg, den nehmen wir! Nichts geht über einen gut durchdachten Plan, jaha!
Du nimmst die Sache zu leicht. Es gibt viele Gefahren auf dem Weg.
Ach, Gefahren gibt es auf jedem Weg. Gefahren gibt es auch in Bree! Deshalb versteck ich mich aber noch lange nicht unter einem Gasthaustisch mit einem Krug Bier!
Er lacht.
Sie faltet die Karte sorgfältig zusammen.
Hah. Nach diesem ganzen Gerede von vorhin, das hat mich richtig runtergezogen. Zum Glück habt ihr Elben Ahnung von Wein! Los, lass uns zum Abend essen! Und sitz diesmal nicht wieder so einfach rum! Man sollte doch meinen, dass du dich bei Elben wohler fühlst, aber irgendwie…
Das soll nicht dein Belang sein.
Ich wünschte, es wär mein Belang…..
Er grinst sie vielsagend an.
Hör auf damit. Hör endlich auf damit.
Sie wirkt ausgelaugt.
Hehe, jaja, ist ja gut, war doch nur ein Scherz! Weißt du, wenn ich ehrlich sein soll – und wenn du so gemein zu mir bist, bin ich es auch einfach mal – die Elben hier sind viel liebenswürdiger als du.
Eine Pause. Er spricht weiter.
Die sind wenigstens fröhlich und reden überhaupt mal miteinander! Und du hockst nur allein für dich rum. Hmpf. Willst nichts mit deinen Freunden zutun haben. Hast noch nicht einmal Wein mit uns getrunken!
Dies ist also der wahre Grund seiner Aufregung.
Und ich werde es auch in Zukunft nicht tun.
Haha, sag niemals nie, so heißt es doch so schön! Irgendwann werden wir noch alle zusammen ordentlich feiern. Spätestens bei den Menschen! Hehe!
Er geht mit einem breiten Grinsen, ein Kneipenlied anstimmend. Sie verlässt den Raum nach ihm und schließt die Türen.
"Ich hoffe, meine Briefe kommen überhaupt irgendwann bei Dir an… Aber bestimmt tun sie das! Da bin ich mir ganz sicher! Irgendwann bestimmt. Hoffe ich."

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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Dienstag 23. Juni 2020, 16:27

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16. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
die Elben hier wissen ganz ganz viel über Heilkunde! Sie haben mir einiges über Heilpflanzen erklärt und noch über anderes, was auch ein Hobbit machen kann, der keine elbischen Heilkräfte hat. Ich wusste gar nicht, dass Sauberkeit so wichtig beim Versorgen von Wunden ist! Die Elben sind so schlau. Und ich habe gehört, dass es in den Elbenreichen jenseits des Nebelgebirges nochmal andere Heilmethoden gibt und die Menschen von Rohan und Gondor haben auch nochmal ganz andere Herangehensweisen. Hui, ich würde so gern einmal dort hin und all das lernen… Ich möchte ja schließlich alle Hobbits so gut wie möglich behandeln können! Und es kann ja mal der ganz unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ein verwundeter Mensch oder Elb oder Zwerg ins Auenland kommt und versorgt werden muss. Da wäre es gut, etwas über diese Heilmethoden zu wissen. Die Bedeutung der kulturellen Hintergründe der jeweiligen Personen ist dabei auch entscheidend! Ein Elb sollte besser zur Behandlung zu anderen Elben gebracht werden. Ein Mensch aus Rohan oder einer aus Gondor hat vielleicht besondere Riten bei der Behandlung von Kranken. Das muss alles berücksichtigt werden. Hoffentlich habe ich mal die Gelegenheit, mehr zu all dem zu lernen.
Währenddessen lerne ich hier ganz viel über Elben. Wegen der Vorbereitungen für die Reise brauchen wir ja viel zum Essen. Und bei den Mahlzeiten unterhalte ich mich auch immer mit Mallenglîël über die Essgewohnheiten der Elben. Nicht nur Mallenglîël, sondern auch die anderen Elben kennen kein zweites Frühstück, stell Dir das mal vor! Das kann ich mir gar nicht vorstellen, auch wenn es eindeutig so ist! Selbstverständlich habe ich die Elben um das Wissen zu den Essgewohnheiten der Hobbits bereichert. Die Elben haben da gelacht und gemeint, dass wir Hobbits dann ja nur mit Essen und der Zubereitung von Essen beschäftigt sind. So ist es ja auch und was ist da denn das Problem? Einen Krieg hatten wir Hobbits jedenfalls noch nicht mit anderen Hobbits. Immerhin teilen wir sehr gern. Und wenn man satt ist, ist man auch zufrieden. Das konnten die Elben nicht abstreiten. Dann hatte ich mich mit Mallenglîël über das Essen von Tieren und Pflanzen unterhalten. Sie sagt, dass sie die Vorstellung gar nicht mag, dass man Lebewesen kaufen kann. Da habe ich sie gefragt, wie man denn sonst Essen bekommen soll. Sie meinte, wenn das Tier oder die Pflanze tot ist oder schon zu einem Lebensmittel verarbeitet, dann bezahlt man nicht für das Leben und das Lebewesen, sondern für die Leistung, die beim Erlegen oder Sammeln oder der Zubereitung erbracht wurde. Das ist dann etwas anderes. Aber dass man, zum Beispiel, ein lebendes Huhn kaufen kann, das ist für sie ein Unding. Ich glaube aber, dass nicht alle so denken, so wie auch nicht alle Elben Fleisch essen. Das ist aber bei Menschen auch möglich. Hui, interessant ist das schon alles. Bei Elben kochen die Männer auch sehr gern, das hätte ich nicht gedacht. Hier in Bruchtal backen dann eher die Frauen das Brot und die Männer gehen jagen, aber eigentlich machen alle alles, irgendwie. Elben sind da wohl nicht so kleinlich. Ich habe generell das Gefühl, dass sie oft einfach machen was sie wollen, hihi. Wie geht es euch allen? Ist alles gut bei euch? Liebe Grüße an alle!
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Freitag 26. Juni 2020, 16:14

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19. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
wir haben uns gut für unsere Reise vorbereitet. Morgen brechen wir dann auf. Hernod geht es schon viel viel besser und man sieht nur noch eine Narbe von der Wunde. Der Pfeil war nämlich zwischen seinen Rippen durch und hat anscheinend seine Speiseröhre etwas verletzt. Er hatte großes Glück, dass nicht sein Herz getroffen worden ist! Hernod ist selbst auch sehr froh darüber. Umso mehr freut er sich auch, am Leben zu sein und nun endlich weiterreisen zu können. Er meinte, er wird Bruchtal vermissen, mit all den Elben, aber er will auch noch mehr von der Welt sehen. Er sieht diese Verletzung irgendwie als Zeichen des Schicksals, dass er es überstanden hat und weiter reisen darf. Mallenglîël sieht es wohl als Zeichen, uns nicht nochmal allein zu lassen und weiter zu begleiten, deshalb kommt sie mit Hernod und mir mit. Das wird ganz fein! Es macht so viel Spaß, mit den beiden durch die Landschaft zu wandern. Da wird selbst das tristere Land, wo wir langgehen wollen, fröhlich. Hihi, und dann singen wir ganz viel und das wird alles ganz ganz wunderbar, oh ja.
Wunderbar ist auch noch etwas anderes! Der eine Elb, der Vater des Sohns mit diesem Medaillon von dem Troll, der hat mir doch tatsächlich ein Kleid gemacht! Hui, das ist wunderschön! Es passt mir super und es ist ganz hellblau wie ein schöner Frühlingshimmel mit kleinen weißen Wölkchen oder wie ein klarer rauschender Bach mit Schaum drin. So ein edles Kleid hätte ich nie angenommen, aber der Elb und Hernod und Mallenglîël haben darauf bestanden. Der Stoff ist sehr leicht und gleichzeitig irgendwie warm und kühl, und wenn man das Kleid zusammenfaltet, nimmt es gar nicht so viel Platz weg und beim Auseinanderfalten ist der Stoff glatt und nicht knittrig. Hui, das werde ich nur zu besonderen Anlässen tragen, wenn Du oder die Schneeglockli heiraten, zum Beispiel. Jetzt, wo ich das Honigglas nicht mehr mit mir herumtrage, habe ich auch Platz in meiner Tasche für das schöne Kleid. Hihi, der Hernod und ich haben heute mal probehalber unser Reisegepäck geschultert und geguckt, ob wir alles tragen können. Huiuiui, sind wir schwer bepackt gewesen! Aber nicht zu schwer, und wir brauchen davon ja auch alles. Das meiste ist Proviant. Hernod hat mir dann auf einer Karte, die hat er wohl selbst gezeichnet, unseren geplanten Weg gezeigt. Das sieht klein auf der Karte aus, meinte er, aber wir werden wohl so zwei Wochen brauchen, bis wir dort ankommen, wo wir hinwollen. Deshalb genießen wir heute noch ein fantastisches Essen, ich bade nochmal richtig fein und dann sind wir morgen alle bereit, abzureisen. Ich habe mich auch schon bei vielen Elben und dem besonderen Jemand verabschiedet und manche wollen morgen kommen und uns da dann nochmal alles Gute für die Reise wünschen. Wir brechen morgen zum Sonnenaufgang auf, das ist so etwa um sieben Uhr zur Frühstückszeit. Natürlich brechen wir erst nach dem Frühstück auf. Zum zweiten Frühstück werden wir dann das Tal schon verlassen haben und in den Hügeln weiter aufsteigen. Ich bin schon ganz gespannt und ganz aufgeregt! Es wird also noch etwas dauern, bis ich wieder heim komme. Ich vermisse euch alle sehr und denke jeden Tag an euch. Bald bin ich aber wieder da! Grüße bitte Mutter und Vater von mir.
Deine Maiglockli
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Freitag 17. Juli 2020, 13:38

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9-22. HernodSeite4.jpg (1.14 MiB) 1809 mal betrachtet



22. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
nun haben wir also Bruchtal verlassen und sind wieder auf Reisen. Hui, wie ist das schön! Wir singen gemeinsam unser Wanderlied und Hernod ist immer ganz lustig, und Mallenglîël erzählt mir viel über die Landschaft. Wir sind auf einem gewundenen Pfad aus dem Tal aufgestiegen und die Aussicht auf das Elbenheim war wundervoll! Dann sind wir hinab zum Lautwasser-Fluss und gehen nun seitdem nach Süden. Oft weht ein frischer Wind von den Bergen her. Glücklicherweise haben wir warme Sachen mitgenommen. Wir haben es auch nicht wirklich eilig. Hier wird es immer hügeliger und es wachsen auch weniger Bäume und Pflanzen in dieser Gegend. Die Sonne kommt aber oft raus und so wird es freundlicher. Hernod meint, dass wir großes Glück mit dem Wetter haben. Am Lagerfeuer habe ich Hernod dann mal nach seinem Namen gefragt. Glimmziegel, das ist ein hübscher Name, habe ich gesagt, und ich wollte gern wissen, ob der Name mal früher eine besondere Bedeutung hatte und ob seine Vorfahren so etwas wie Dachdecker oder Hausbauer gewesen sind. Hernod meinte, dass nur er in seiner Familie so heißt und dass er mir den Grund dafür nur erklärt, wenn es mich wirklich interessiert und seine Vergangenheit mich nicht langweilt. Natürlich interessiert es mich! Hernod ist doch mein Freund. Also hat er mir seine Geschichte erzählt. Er hat gesagt, dass er zuerst mit dem Namen Ziegel geboren worden ist. Seine Mutter ist leider im Wochenbett verstorben. Das ist schlimm. Hernod meinte, dass er gar nicht so traurig darüber sein kann, weil er sie nie kennengelernt hat. Er vermisst sie aber trotzdem, oder vielmehr die Zeit, die sie nie miteinander verbringen konnten. Seine Familie hat irgendwie dem armen Hernod die Schuld am Tod seiner Mutter gegeben und haben ihn nicht viel beachtet. So bald wie möglich ist er dann von Zuhause weggegangen, da war er um die zwölf Jahre alt. Er ist bei einem sehr guten Freund untergekommen und wurde von dessen Familie aufgenommen. Bei einem Schmied und bei Händlern hat er viele kleine Aufträge und Botengänge erledigt und das damit verdiente Geld hat er aus Anstand immer der Familie seines Freundes gegeben. Der Urgroßvater seines Freundes war ein gebildeter Kundiger und der wusste ganz viel. Der hat den beiden Jungen viele Geschichten erzählt und deshalb mag der Hernod die Geschichte so sehr. Als er dann alt genug war, ist er bei dem Schmied, bei dem er immer mal ausgeholfen hatte, in die Lehre gegangen. Bei dem hat er auch das Kämpfen gelernt, weil sich der Schmied auf Handelsreisen gegen Bilwisse verteidigen musste. Als Hernod ausgelernt war, war er erst einmal ein paar Jahre bei dem Schmied angestellt und bald hat Hernod sich dann in Glimmziegel umbenannt. Als er auf einer Handelsreise mal von ein paar Bilwissen überfallen wurde, konnte er sie besiegen und fand alte Aufzeichnungen und Schmuckstücke bei ihnen. Das hat sein geschichtliches Interesse wieder aufleben lassen und seitdem ist er in der Welt unterwegs auf der Suche nach Artefakten und Relikten und so. Er hat schon oft auch diese Hügelgräber durchsucht, aber etwas Schlimmes war ihm bis zu diesem einen Tag noch nie passiert. Da hat er beschlossen, weiter in den Osten zu gehen. Sein großer Traum ist es, irgendwann einmal nach Gondor zu gehen. Ich hoffe, sein Traum erfüllt sich irgendwann. Ich habe Hernod gefragt, was er mit den Relikten, die er immer gefunden hat, gemacht hat. Er sagte, er hat sie meist verkauft. Von dem Geld hat er dann Kindern ermöglicht, Bildung und eine ordentliche Ausbildung zu erhalten und er hat arme Leute, die durch schlechte Ernten unglücklich geworden sind, unterstützt. Nebenbei hat er auch einige Materialien zum Schmieden gekauft, um sich auch damit etwas Geld zu verdienen. Und zum Feiern hat er das Geld auch ausgegeben. Hui, ich hatte gar nicht gedacht, dass Glimmziegel gar nicht sein richtiger Name ist. Ich habe dann zu Mallenglîël gesagt, dass ich froh bin, dass wenigstens sie ihren echten Namen hat. Sie meinte, dass Mallenglîël auch nicht der Name ist, der ihr als erster nach ihrer Geburt gegeben worden ist. Na super. Alle haben andere Namen! Aber Mallenglîël meinte, dass Elben viele Namen haben können und dass das normal bei denen ist. Da bin ich etwas beruhigt. Also, ich denke, dass Honighain ein ganz feiner Name ist! Ich trage ihn mit Stolz! Und ich will ihn nicht ändern. Wozu auch? Ich verstehe auch nicht, warum Hernod seinen Namen geändert hat, oder besser gesagt erweitert. Nun, soll er ruhig machen. Glimmziegel klingt sowieso hübscher. Weißt Du, Hernod ist oft ziemlich grob und auch gern mal leichtsinnig oder übermütig, und er ist laut und lacht viel und feiert gern. Ich bin mir aber sicher, er hat ein gutes Herz. Hernod ist ein guter Kerl. Das weiß ich von der Situation, in der er mich beschützt hat. Wenn er weggerannt wäre, er hätte sich mit Sicherheit hervorragend verstecken können, so zwischen den Bäumen und Büschen, so wie es die Elben auch gemacht hatten. Genau genommen hätte er auch mit mir zusammen wegrennen können, auch wenn wir damit nicht so weit gekommen wären. Ich hatte ihm bei dem Angriff sogar gesagt, dass er allein wegrennen soll. Das werde ich nie vergessen, wie er mich da angeguckt hat. Er hat mich ganz ernst angeguckt und mir gesagt, dass er mich nicht allein lässt. Dass er alles tun wird, um mich zu beschützen. Dann haben wir auch schon die Bilwisse gehört und er hat sich umgedreht und mich hinter ihn geschoben und dann hat er aufgepasst, dass mir nichts passiert. Er hat mit seinem Schwert gegen die Bilwisse gekämpft und als er sich dann, als gerade keine in der Nähe waren, zu mir umgedreht hat, oh, sein Blick war ganz besorgt! Da bohrte sich plötzlich ein Pfeil von hinten in seine Brust und die Spitze ragte vorn aus ihm heraus. Und das alles nur, weil er nicht wegrennen wollte… Ich bin so froh, dass er lebt. Ich bin so froh! Hernod hätte das nicht tun müssen, zu kämpfen und all das. Aber für ihn stand das außer Frage. Hernod ist ein tapferer edler mutiger Kerl. Ich habe ihn sehr gern zum Freund. Ich habe auch mal mit Mallenglîël über ihn gesprochen und sie gefragt, ob sie ihn nicht leiden kann. Die zwei zanken sich ab und zu. Sie meinte, dass Hernod nicht so feige wie viele Menschen ist, die sie kennengelernt hat. Sie zankt sich nur mit ihm, wenn er sie oder die Elben beleidigt. Das ist für mich nachvollziehbar. Andersherum bedeutet das, dass Hernod sie oder die Elben ziemlich oft beleidigt, hihi. Oder Elben sind einfach schnell beleidigt. Wie es auch ist, Hernod ist ein lieber Kerl und es macht großen Spaß, mit ihm zu reisen. Wenn ich aber mal seine Heldentaten vor den Elben angesprochen habe, hat er das alles immer als Nichtigkeiten abgetan und wollte nicht dafür gelobt werden. Da hat er dann nicht mal gegrinst, er sieht das Lob einfach nicht als gerechtfertigt an. Ein seltsamer Kerl ist Hernod. Wie geht es eigentlich euch allen? Bitte bestelle Mutter und Vater liebe Grüße von mir!
Deine Maiglockli


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Der Schein eines Lagerfeuers erhellt das halb im Schatten liegende Gesicht eines Hobbitmädchens, das schläft. Ein Mensch und eine Elbin sitzen ein Stück weit entfernt und unterhalten sich leise.

In Bree ist ein Name wie der deine recht ungewöhnlich. Tragen diese Menschen nicht viel öfter Pflanzennamen?
Er weitet seine Augen und lacht erstaunt auf.
Du hast mich ja sofort durchschaut! Oh je, vor dir kann man aber auch gar nichts geheim halten.
Belustigtes Schmunzeln. Ein ruhiger Ausdruck bei ihr.
Ja, ich bin genaugenommen ein Bastardkind, wurde oft gehänselt, weil ich schon in jungen Jahren etwas größer war als gewollt. Hab mir halt irgendwann selbst den Namen gegeben.
Entspannt, es als Nichtigkeit abtuend. Sie schweigt, hört zu.
Er fährt ruhiger fort, ernster.
Hab meine Eltern nie kennengelernt. Weder Mutter noch Vater. Deshalb hab ich nie zur Familie gehört. Ist mir aber auch lieber so, ich bin denen nichts, rein gar nichts schuldig. Gewalttätig waren sie nicht, nur heimelig war’s dort nicht. Bin dann nach etwas über sieben Sommern weg von dort. Ich leb lieber auf eigene Faust mein Leben.
Sie beobachtet ihn. Nach einer kurzen Weile spricht sie wieder.
Es ist ungewöhnlich, dass Bilwisse in der Umgebung von Bree anzutreffen sind.
Ein wissender Blick.
Du kennst dich gut mit Breeländern aus.
Ein Grinsen. Es wandelt sich langsam zu einem wehmütigen Ausdruck und er sieht zum Feuer.
…Hätte ich der Kleinen denn sagen sollen, dass es Menschen waren? Wie soll ich erklären, dass Menschen Menschen morden? Das kann ich nicht erklären. Das kann ich nicht verstehen. Wie kann sowas sein?
Eine Frage an sie, auch wenn er sie nicht ansieht.
Die Antwort darauf suche ich bereits seit vielen Jahren.
Stille.
Ein betrübtes Seufzen.
Ich verstehe es einfach nicht… Wir sind doch eine Art, ein Volk!
Ein Anflug von Stolz, der in Beschämen und Leid untergeht.
Ein Volk, das sollten wir sein… Aber stattdessen bringen wir uns gegenseitig um. Heimlich in der Nacht, heimtückisch am hellichten Tage, abends in einer Kneipe, weil jemand die Schulter des anderen angerempelt hat… Und dann gibt es immer Blut. Unter der Haut, aus der Haut raus, aus der Nase, ausgespuckt… Menschenblut, das von Menschen vergossen wird. Warum können sie nicht verstehen, dass gerade das…
Er endet mit einem Seufzen. Kein weiteres Wort.
Du wirst keine Antwort finden, und wenn du selbst Menschenblut vergießt, wirst du dich von der Antwort nur immer weiter entfernen.
Er reibt sich über die müden Augen.
Ich frage mich manchmal, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich sie damals nicht getötet hätte… Die Narbe, die ich hab, erinnert mich jeden Tag an diese Sache, diesen Überfall und Kampf… Vielleicht hätte ich sie bewusstlos schlagen und zu den Wachen bringen können. Oder ich hätte mich einfach selbst töten lassen.
Der Sinn hinter deiner Tat ist nicht übel, kann jedoch nicht das Übel deiner Tat verschleiern.
Er nickt. Er seufzt.
Du verstehst es.
Sie sagt nichts.
…Verstehst du auch, warum ich nach Gondor will? Das ist das Reich der edelsten Menschen. Diese Menschen waren gut. Gut waren sie, sie waren gerecht und ehrenhaft! Ich will dort stehen, wo sie standen, und von ihrem Wissen und ihren Gedanken lesen.
Er sieht sehnsüchtig gen Himmel.
Sie betrachtet mit Sehnsucht die Sterne.
Eine Pause.
Die Großartigkeit dieser Menschen ist längst nicht mehr.
Das sagtest du mir schonmal. Und ich sage dir erneut: Es ist mir egal! Ich will in diesen Erinnerungen schwelgen! Die Erinnerung ist dort noch immer lebendig! Finde mal in Bree einen ehrlichen, herzensguten Menschen, der dir nicht dein Geld abknöpfen oder dich aufknöpfen will! Ich hab nie so einen dort kennengelernt.
Vielleicht verkehrtest du in den falschen Kreisen.
Ja, vielleicht. Kann sein. Mag schon sein, dass ich nur die schlechten Menschen anziehe, weil ich selbst ein schlechter Mensch bin.
Er schmunzelt.
Die Menschen sagen, dass Gegensätze sich anziehen.
Dann sind alle Menschen, denen ich bisher begegnet bin, in ihrem Kern gut!
Ein bitteres Lachen. Der Blick wieder ins Feuer gerichtet.
Wie sehr du es auch versuchst, dich unbeliebt zu machen, deine Freundin aus dem Auenland zweifelt nicht an dir. Sie gibt dich nicht auf.
Ein bitteres Lächeln wird vom Feuer erhellt.
Sie weiß doch gar nichts von der Welt…
Von der Welt mag sie wenig wissen, doch von anderem weiß sie viel, auch wenn sie selbst es nicht erkennt.
Ein leichtes Nicken.
Du versuchst, mich aufzuheitern, nicht? Danke…
Schweigen.
Ein Blick zum Feuer, ein Blick zu den Sternen.
Ein Blick im Traum zu den Auen der Heimat.
"Ich hoffe, meine Briefe kommen überhaupt irgendwann bei Dir an… Aber bestimmt tun sie das! Da bin ich mir ganz sicher! Irgendwann bestimmt. Hoffe ich."

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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Samstag 20. März 2021, 19:45

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24. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
ich habe Appetit auf Eierkuchen. Nun finde mal Eier im Halimath in der Wildnis. Ich hab es versucht, ganz ehrlich! Hernod ist extra für mich auf jeden Baum geklettert, bis Mallenglîël ihm gesagt hat, dass die hier heimischen Vögel schon längst nicht mehr brüten. Dann hat er sich nach wilden Hühnern umgesehen. Hihi, wir hatten ganz viel Spaß dabei! Mallenglîël hat uns ein Reh geschossen und das haben wir dann zu einem Eintopf verarbeitet, mit Wurzeln und so. Das hat sehr gut geschmeckt. Ich glaube, Elben können es irgendwie schaffen, dass einfach alles schmeckt, egal was es ist. Sowas können wir Hobbits ja auch. So ein Elb ist schon recht praktisch. Mallenglîël führt uns auf bequemeren und begehbareren Pfaden durch das Land und sie passt immer auf, dass uns kein Angreifer oder ein wildes Tier überrascht. Zur Nacht hält sie immer Wache und hat dann ihr Schwert auf ihrem Schoß und dann bin ich mir sicher, dass uns bestimmt nichts passieren kann. So ein Mensch auf der Reise ist aber auch nützlich. Hernod ist sehr stark und manchmal trägt er mich, wenn wir zu sehr unebenem Gelände kommen. Er meinte, ich bin noch leicht im Vergleich zu den ganzen Sachen, die er immer als Schmied tragen musste, hihi. Wir kommen oft an Heidekraut vorbei, aber die Beeren sind schon von den Vögeln weggegessen. So schnell vergeht die Zeit. Mallenglîël hat mir mal gesagt, für Elben vergeht die Zeit zu schnell und gleichzeitig nicht schnell genug. Oder so ähnlich. Elben sind und bleiben seltsam. Vor allem, wenn sie sich anschleichen und ganz plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen. Heute trat einfach so ein Elb aus dem Gebüsch hervor, den hatte ich als einen der Elben aus Bruchtal wiedererkannt. Der hat Mallenglîël gegrüßt und dann hat er Hernod und mich gefragt, was Erebreneth bei uns macht. Ich habe nichts verstanden. Es stellt sich heraus, dass Mallenglîël einen Spitznamen hat. Erebreneth, so wird sie scheinbar von einigen genannt, die ihren Namen nicht kennen. Sowas wie man bei uns etwas wie „die eine mit der Zahnlücke“ oder „der Ohm“ sagt. Da weiß dann jeder, wer gemeint ist. Mallenglîël zieht viel allein durch die Gegend und der Spitzname bedeutet bei den Elben auch so ungefähr, dass sie allein durch die Gegend zieht. Also sowas wie „die einsam-durch-die-Gegend-Ziehende“ heißt das dann bei uns. Ich frage mich, warum die Elben immer alles so kompliziert machen müssen. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, wurde Mallenglîël schon in Bruchtal Erebreneth genannt, aber nur, wenn sie nicht dabei war. Ich glaub, sie weiß gar nicht, dass sie einen Spitznamen hat. Habe ich eigentlich einen Spitznamen? Sowas wie „die nervige kleine Schwester“, hihi! Oder „die, die Briefe schreibt, so lang wie mein Arm“! Aber sieh es als einen Vorteil, lieber Bruder, so verlernst Du das Lesen nicht und lernst mal etwas von der Welt, auch wenn Du nur zuhause hockst und auf dem Feld und im Wald arbeitest. Geht es den Bienen eigentlich gut? Bei Deiner Pflege ganz sicher! Ich würde mich so gern mal wieder mit Dir unterhalten. Hast Du jemanden kennengelernt, den Du gernhast? Hihi, es ist schade, dass Du mir nicht zurückschreiben kannst, aber Du bist darüber bestimmt froh, so ungern wie Du irgendwas schreibst. Wie geht es den anderen? Bitte grüße alle recht herzlich von mir.
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Freitag 16. April 2021, 21:34

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27. Halimath (September)
Mein lieber Drubb,
stell Dir vor, nicht einmal Hernod kennt ein zweites Frühstück, und dabei ist er doch eigentlich ein Breeländer. Besser stellst Du es Dir lieber doch nicht vor, weil das eine ganz furchtbare Vorstellung ist. Angesichts der Reise, auf welcher wir uns gerade befinden, muss ich bedauerlicherweise oft auf das zweite Frühstück verzichten. Die Teezeit lasse ich mir aber nicht nehmen! Ich habe meinen kleinen Teekessel immer dabei und brühe die Blätter mehrmals auf. In der freien Natur schmeckt jeder Aufguss ganz besonders. Die Teezeit ist immer sehr schön. Wir machen dann immer eine kleine Pause, genießen den Tee und unterhalten uns miteinander. Gestern hatte ich Hernod zum Beispiel von diesem Text über die Menschen erzählt, welchen mir der besondere Jemand in Bruchtal gezeigt hatte. Hernod hatte den Text auch gelesen und er hat mir gesagt, dass er einiges darin schon wusste, anderes für ihn aber neu war und er nun das, was er weiß, besser versteht. Das freut mich. Er hat auch gesagt, dass er einiges weiß, was nicht in dem Text steht, und Mallenglîël wollte das auch wissen. Hernod wollte das aber nicht sagen. Das hat mich neugierig gemacht. Schade, dass er nichts davon erzählen will. Mallenglîël hat mal gesagt, dass es manchmal besser ist, über ein Geheimnis nachzudenken als alles zu wissen. Alles zu wissen wäre vielleicht langweilig. Ich weiß ja nicht so recht. Hernod wollte heute von Mallenglîël auch etwas wissen. Er hat ihr Schwert auch bemerkt und hat sie gefragt, warum sie das immer so versteckt auf dem Rücken trägt und es nie benutzt. Hernod hat ja selbst ein Schwert und er trägt das ganz offen am Gürtel und benutzt das für alles Mögliche. Er nimmt das zum Jagen und zum Ausweiden und wenn mal zu viele Pflanzen da sind, macht er den Weg frei. Er meinte, dass er das Schwert selbst geschmiedet hat und deshalb darf er auch damit machen, was er will. Macht Sinn. Mallenglîël hat ihm auf seine Frage geantwortet, dass ihr Schwert jemand anderem gehört und sie es nur verwahrt, bis sie es der Person zurückgeben kann. Es wurde vor langer Zeit geschmiedet gegen ein Übel, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Hernod hat gefragt, ob es dann nicht wirksam gegen modernes Übel ist. Mallenglîël meinte, dass es so wirksam ist wie ein Elbenschwert wirksam sein kann. Seltsam, dass sie es dann trotzdem nicht benutzt. Sie sagte, dass sie nicht die Person ist, die das Schwert geführt hat und sie respektiert die Klinge und deren Schwertkämpfer. Elben sind schon seltsam. Es ist doch nur ein Schwert. Hernod hat mir gesagt, dass ein Schwert durchaus etwas Besonderes sein kann. Für ihn als Schmied ist jedes seiner Schwerter etwas Besonderes und er hat mir erklärt, dass das bei Elben dann nochmal extremer ist. Mallenglîël hat das dann noch konkretisiert. Elben geben nämlich einen Teil ihrer Selbst in alles, was sie machen und herstellen, und die Objekte erfüllen dann immer den Zweck, den ihr Erschaffer für sie vorgesehen hat. Wenn der Erschaffer also nur gute Absichten hat, kann das Objekt nicht für Böses verwendet werden. Das klingt schön. So ist es ja auch mit unserem Tee und unserem Honig. Wie steht es eigentlich um das Geschäft? Ich hoffe sehr, dass alles gut ist. Wie geht es euch allen? Bitte grüße alle herzlich von mir.
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Donnerstag 22. April 2021, 22:07

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4. Winterfilth (Oktober)
Mein lieber Drubb,
nun haben wir endlich Hulsten erreicht! Dieses Land macht seinem Namen auch alle Ehre. Hier und da wachsen alte Stechpalmen. Zuerst dachte ich, es seien Steine, die mit roten Edelsteinen geschmückt wären. Es ist eine hübsche Abwechslung zu all den Dornbüschen und den Mooren, an denen wir in den letzten Tagen vorbeigekommen sind. Wir haben mittlerweile Winterfilth und man merkt schon deutlich, dass die kältere Jahreszeit immer näher kommt. Der Wind hat sich zum Glück ein wenig gelegt. Von unserem Lager aus können wir schon sehr gut die Berge sehen! Hui, sind die groß! Mallenglîël hat uns erzählt, wie die drei großen Bergspitzen heißen, welche wir erkennen können. Der größte, das ist auch der nördlichste, hat eine Mütze aus Schnee und wenn die Sonne zu Tagesbeginn und zum Abend draufscheint, glüht er feuerrot. Das ist das sogenannte Rothorn. Die Elben nennen es Caradhras und die Zwerge nennen es Barazinbar. Klingt wie Zimt und Zimt ist ja auch irgendwie rot, also passt das. Die drei Berge bilden wohl irgendwie ein Dreieck. Die anderen beiden liegen weiter südlich und die Spitze des Dreiecks zeigt nach Osten. Dieser Berg, also der am weitesten östlich, der heißt der Graue, bei den Elben heißt der Fanuidhol und bei den Zwergen ist das der Bundushatûr. Der dritte heißt der Weiße oder Celebdil oder auch Zirak-zigil. Der eine hat also Schnee und der andere nicht. Huiuiui, wenn ich so daran denke, dass wir bald da rauf wollen… In all den kalten Schnee… Da trifft es sich gut, dass ich Zwergenstiefel dabei habe. Auf Elbisch heißen die Berge übrigens Rothorn, Wolkiger Kopf und Silberzinne. Im Zwergischen, das heißt übrigens Khuzdul, werden sie Rothorn, Kopf von Wolkenschatten und Silberzinne genannt, also ziemlich ähnlich. Die Zwerge haben auch noch Kurzformen, das sind dann Baraz, Shathûr und Zirak. Klingt alles ziemlich ausländisch. Also, für mich macht es Sinn, dass die Elben Namen für Berge haben, die bei denen fast vor der Bruchtal-Haustür stehen, und Zwerge haben sowieso für jeden Berg und jeden Erdhaufen einen Namen, aber dass Mallenglîël sich das alles auch noch merken kann, hat mich beeindruckt. Hernod hat gesagt, dass er die anderen Namen vielleicht mal gehört hat, aber eigentlich kennt er nur das Rothorn wirklich, aus Geschichten und so. Der Hernod hat dann Mallenglîël gefragt, warum sie neben den Elbennamen auch noch die Zwergennamen kennt, da ist die aufgestanden, an den Rand unseres Lagers gegangen, schaute hinaus aufs Hulstland – das sah so richtig dramatisch aus, der Wind kam sogar in genau dem Moment kurz auf und wehte ihren Umhang etwas hoch – nun, da stand sie nun und guckte aufs Land hinaus und fing an, zu erzählen: In dem Land lebten, vor gaaanz langer Zeit, Elben und sie nannten dieses Land Eregion, das heißt „Land der Hulstbäume“. Sehr kreativ. Jedenfalls, nicht nur Elben lebten hier, sondern auch Zwerge und die haben hier die Steine zerhauen. Und dann meinte Mallenglîël, es ist Zeit zum Schlafen! Och! Sie hat versprochen, morgen weiter zu erzählen. Ich bin schon ganz gespannt! Geht es Dir auch gut? Bitte grüße alle doch recht herzlich von mir. Ich bringe euch ein paar Blätter von den Stechpalmen mit. Hihi, die pieksen ganz doll! Bis bald!
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Montag 3. Mai 2021, 19:04

5.-1. LehrinstitutGoldkerze.jpg
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1. Thrimidge (Mai)
Mein lieber Drubb,
bestimmt hast Du diese Ankündigung im Boten gesehen, über die Eröffnung des Lehrinstituts Goldkerze. Ich war da dabei und hui, war das eine Feier! Das war ganz ganz fein. Ganz viele Leute waren auch da. Natürlich auch Fräulein Idda Goldkerze, sie leitet ja das Institut und hat es deshalb auch eröffnet. Es hatte anfangs geregnet und deshalb war es gut, dass die Führung des Instituts am Anfang stattfand. Hui, das Smial ist vollgepackt mit Bildern und Büchern und allem Möglichen sonst noch. Da kann man wirklich was lernen! Ein Besuch würde Dir auch recht guttun, hihi. Nun, nach der Führung gab es Musik vom Feinsten, Durins Fäuste haben aufgespielt und danach auch noch Notenzauber, es war klasse, und Törtchen gab‘s auch noch! Zwischendrin hat Fräulein Idda ein Rätselspiel veranstaltet und bei den richtigen Antworten wurden die Preise verlost. Die Antwort setzte sich aus Buchstaben weiterer Rätselantworten zusammen, sowas wie“3. Buchstabe des Namens der Tochter vom Hüttinger“ oder „1. Buchstabe der ersten Hauptstadt von Gondor“ und die Lösung war dann „Grosssmial“. Und stell Dir vor! Ich habe doch den ersten Preis gewonnen! Uiuiui! Dabei hab ich doch gar nichts getan, nur was gewusst… Ich gewinne doch sonst nie was! Uiuiui! Das war ein Gutschein für einen Laden in Bree. Herr Krund von den Mondbarden hat Wein gewonnen und der Bango hat Fackeln gewonnen, sehr nützliche Dinge! Uiuiui. Das Institut gibt wohl regelmäßig Vorträge. Du kannst ja auch mal da hin, hihi! Grüße bitte alle!
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Re: Re: Mein lieber Drubb, ...

Ungelesener Beitragvon Maiglockli » Freitag 7. Mai 2021, 16:56

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5. Winterfilth (Oktober)
Mein lieber Drubb,
heute haben wir unser Lager unter ein paar großen alten Steinen und sowas, das wie ganz alte verwitterte umgefallene Säulen aussieht, aufgeschlagen. Wir sind nicht allzu weit gekommen, weil Hernod und Mallenglîël abwechselnd plötzlich in irgendeine Richtung losgelaufen sind, um sich ein paar Steine und Scherben anzugucken. Die beiden sind schlimmer als eine Gruppe Fants beim Wandern! Nun ja, jedenfalls haben wir auch viel miteinander erzählt und Mallenglîël hat uns auch mehr über Eregion erzählt, das hatte sie gestern ja versprochen. Hier lebten also Elben und Zwerge als Nachbarn zusammen, die Elben in Gebäuden – das sind all die Steine, die hier noch herumliegen… ganz schön traurig… - und die Zwerge in Minen in den Bergen. Die Stadt der Elben hieß Ost-in-Edhil, das bedeutet Festung der Elben, und die Stadt der Zwerge hieß Khazad-dûm, also Zwergenbinge oder auch Hadhodrond, Zwergengewölbe auf Elbisch. Die Elben und die Zwerge hier waren sogar sehr gute Freunde, stell Dir das vor! Sie haben gut miteinander zusammengearbeitet, hier wurde nämlich überwältigende Schmiedekunst betrieben. Lange Zeit war alles schön und gut, aber dann kam einer, der sich der Herr der Geschenke nannte und der hat den Elben überall in Mittelerde sein Wissen angeboten, aber viele Elben, auch dieser Elbenkönig Gil-galad, wollten von dem nichts wissen. Der Kerl sah anscheinend sehr freundlich und fein aus und die Elben in Eregion wollten noch besser im Schmieden werden als sie es eh schon waren, und deshalb haben sie ihm zugehört. Mallenglîël meinte, er hat denen dann gesagt, dass Gil-galad und die anderen Elben das super Zeugs nur für sich haben wollen, und dass er aber ganz Mittelerde so hübsch wie die Elbenreiche machen will. Außerdem hat er gesagt, dass die Elben Mittelerde genauso lieben wie er selbst das tut, weil sie noch nicht im Westen sind, und dass es doch dann deren Pflicht ist, das geliebte Mittelerde ganz ganz hübsch zu machen. Weil der das alles so gesagt hat, und weil die Elben ganz viel wissen wollten, haben sie ihn bei sich wohnen lassen und mit ihm zusammengearbeitet. Einer der Elben war Celebrimbor und der hat magische Ringe erschaffen. Und jetzt kommt der Hammer! Gil-galad hatte gut daran getan, diesem Geschenkekerl zu misstrauen, denn der hat im Geheimen noch einen Ring gemacht, um alle Elben zu unterjochen! Das hat Celebrimbor letztlich auch begriffen und es stellte sich heraus, dass dieser Geschenke-Bringer der böse dunkle Herrscher aus alter Zeit war! Als die Elben nicht mehr das getan haben, was er wollte, hat er einen Krieg angefangen. Die Zwerge haben sich in ihren Minen eingesperrt und Eregion wurde verwüstet. Dann wurde Mallenglîël still. Wenn ich so daran denke, dass hier um uns herum all die vielen Elben gestorben sind… Als Elb würde ich da auch traurig gucken. Dann hat sie weiter erzählt. Von all den vielen Ringen, die geschmiedet worden waren, hat der Böse viele an sich genommen, aber drei besonders mächtige konnten die Elben in Sicherheit bringen. Celebrimbor wurde in dem Krieg übrigens getötet. Die Mine der Zwerge wurde seit dem Krieg Moria genannt, das bedeutet Schwarze Grube, von Moria hast Du sicherlich auch schon gehört. Gruseliges Wort. Uiuiui, dass so viel Schlimmes geschehen ist, weil die Elben gern mehr Wissen sammeln wollten… Mallenglîël meinte, dass nach all der Zeit hier überall noch ganz viel Kram von den Elben von damals rumliegt und das wollen sie und Hernod hier finden und untersuchen. Dazu kommt, dass Mallenglîël gern Spuren von Menschen hier finden will, die hier vor den Elben und Zwergen gewesen sein könnten. Ohne all die Trümmer könnte ich mir gar nicht vorstellen, dass hier mal irgendwer gelebt haben soll. Alles hier sieht so verlassen aus. Als Mallenglîël mit der Geschichte fertig war, haben wir uns ein paar alte Scherben angeguckt. Sahen für mich auch eher wie Steine aus. Ich habe dann mal gefragt, ob wir, wenn wir schon so nah am Gebirge sind, auch mal rauf zu all dem Schnee können. Im Auenland gibt es nicht so viel Schnee, da bin ich neugierig. Hernod war von meiner Idee gleich ganz begeistert, hihi! Wir werden also, wenn wir die Gelegenheit dazu haben, etwas nach oben wandern, in den nächsten Tagen, wenn sich Hernod und Mallenglîël genug alte Steine angeguckt haben. Ich dachte ja schon, diese Hügelgräber bei Bree wären alt, aber bei Elben ist ja alles wirklich steinalt! Hihi, als ich das gesagt habe, hat Mallenglîël gelacht und gemeint, diese Ruinen der Elben wären noch gar nicht sooo alt im Vergleich zu anderem. Aber sie sind älter als Bruchtal! Und Bruchtal ist schon steinalt! Uiuiui.
Als wir dann am Lagerfeuer saßen, haben wir uns wieder über ganz andere Dinge unterhalten. Mallenglîël hatte ihr Schwert neben sich gelegt und Hernod hat es so von der Seite ganz genau beäugt und Mallenglîël hat ihn angesehen, so trocken wie die Steine um uns herum, und gefragt, was er so guckt. Hihi! Hernod meinte, dass ja alle Elbenschwerter, zumindest die alten und berühmten, irgendeinen Namen tragen. Er hat ganz interessiert geguckt. Er ist ja auch Schmied. Hernod hat dann weiter gesagt, dass, wenn Mallenglîëls Schwert früher einem richtigen Schwertkämpfer gehört hat, es doch mit Sicherheit einen Namen trägt und es ganz bestimmt von dem Krieger benannt worden ist. Er wollte gern wissen, wie es denn heißt. Mallenglîël hat irgendetwas auf Elbisch gesagt. Sie hat mir gerade gezeigt, wie man es schreibt: Lócencirtar heißt das Schwert. Hernod wollte auch gleich wissen, was das bedeutet. Es bedeutet anscheinend sowas wie Drachenauge-Spalter. Mallenglîël meinte, dass der Name eher abgewandelt ist, eigentlich muss es sowas wie Lócehencirtar oder so heißen, aber der Benenner der Klinge wollte einen Namen, der schön klingt und hat deslab die Silben ein wenig verschnitten. Oder so. Hernod hat jedenfalls nur mit großen Augen gestaunt und gefragt, ob mit dem Schwert wirklich gegen einen Drachen gekämpft wurde. Mallenglîël hat dazu nichts gesagt. Huiuiui, also einem Drachen will ich ja nicht begegnen, da reichen mir ja schon die Geschichten vom lieben Herrn Bilbo! Naja, Mallenglîël hat dann das Schwert irgendwie traurig angeguckt. Ich wollte sie gern mit Musik ablenken und habe gefragt, ob sie auf ihrer Laute spielen kann. Sie sagte, dass sie die in Bruchtal gelassen hat! Weil die Elben dort was besseres damit anfangen können, hat sie gesagt. Da hab ich halt einfach so gesungen. Wir haben dann noch ein wenig über alles Mögliche geredet und uns dann schlafen gelegt. Morgen wollen wir dann weiter nach Süden und noch mehr nach alten Steinen suchen. Mal sehen, ob wir etwas interessantes finden. Geht es euch auch allen gut? Wie ist das Wetter denn so? Grüße alle bitte herzlich von mir und lasst es euch gut gehen!
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