Eine Heimkehr
Verfasst: Dienstag 7. Oktober 2014, 13:51
Der Hobbit betrachtet sich in der Pfütze, die der lange Herbstregen in einer Bodensenke zurückgelassen hatte. Er ist alt geworden - das lange, graue und nasse Haar fällt ihm strähnig vor die Augen … die Haut im Gesicht ist faltig und von so einigen Narben geziert, an deren Ursprünge er nicht gerne zurückdenkt. Überhaupt versucht er Tag für Tag die Erinnerung an die vergangen Jahre zu vertreiben. Wie viele waren es gewesen? Er weiß es nicht - es kommt ihm vor wie ein ganzes Leben, das er fern der Heimat verbracht hatte. Wieder versucht er die Erinnerung fortzuwischen, wie den Staub von einem vergessenen Bücherschrank. Doch so einfach ist es nicht. Er schüttelt den Kopf. Sein ganzes Leben? Nein, da war etwas vorher - eine Frau, Kinder, Freunde … oder war das alles nur ein Traum?
Erst vor 2 Wochen war er in Bree angekommen - ein Ort von dem seine Eltern früher nur mit einem Stirnrunzeln und bösen Blicken gesprochen hatten. Aber darüber musste er schmunzeln … er hatte anderes gesehen … ganz anderes. Dagegen war dieser Ort das Paradies … aber zu laut war es … ja, viel zu laut. Wie sehnte er die Stille der Natur herbei als er beim Keilerbrunnen stand und das Treiben eines Marktes betrachtete. Gerede, Gejohle, Musik … das war ihm zu viel.
Dann hatte er fast sein letztes Geld zusammengekratzt um sich wenigstens ein wenig anständige Kleidung zu besorgen. Doch der Herr … wie hieß er noch - es fällt ihm nicht ein … hatte die Sachen nicht wie versprochen in den Efeubusch nach Hobbingen geliefert, wo er eine Woche später schließlich Rast machte. Nun war sein Geld fort und er sah immer noch so geschunden aus wie die vielen Jahre zuvor. Doch auch das hatte er mit einem Kopfschütteln bei Seite geschoben. Es machte nichts aus … nicht wirklich … er kannte es bereits betrogen und bestohlen zu werden.
Dann war er dem Weg weiter gefolgt bis er einige Tage später sein Ziel erreicht hatte – Lützelbinge. Hier, so sagte es ihm seine Erinnerung, hatte er sein Glück zurück gelassen. Doch die Reaktion der Leute war verletzender als so manche Wunde, die er in der Vergangenheit überstehen musste. Man wollte nicht mit ihm reden, betrachtete ihn mit verachtenden Blicken und die Kinder schienen ihn zu fürchten. Nur soviel hatte er erfahren: Seine Frau war schon vor vielen, langen Jahren fortgezogen - irgendwo ins Ostviertel … irgendwo … irgendwo? Er würde sie suchen, er würde sie finden … auch wenn es ihm schmerzhaft bewusst ist, dass er das was er all die Jahre gesucht hatte, auch nicht fand und nun wie ein Versager, der sein Leben fortgeworfen hat, heimkehrt. Heim? Wo ist das? Heim? Was ist das?
Dann wirft er einen Kiesel in die Pfütze und das Bild zerreißt in kleinen Wellen …
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Erst vor 2 Wochen war er in Bree angekommen - ein Ort von dem seine Eltern früher nur mit einem Stirnrunzeln und bösen Blicken gesprochen hatten. Aber darüber musste er schmunzeln … er hatte anderes gesehen … ganz anderes. Dagegen war dieser Ort das Paradies … aber zu laut war es … ja, viel zu laut. Wie sehnte er die Stille der Natur herbei als er beim Keilerbrunnen stand und das Treiben eines Marktes betrachtete. Gerede, Gejohle, Musik … das war ihm zu viel.
Dann hatte er fast sein letztes Geld zusammengekratzt um sich wenigstens ein wenig anständige Kleidung zu besorgen. Doch der Herr … wie hieß er noch - es fällt ihm nicht ein … hatte die Sachen nicht wie versprochen in den Efeubusch nach Hobbingen geliefert, wo er eine Woche später schließlich Rast machte. Nun war sein Geld fort und er sah immer noch so geschunden aus wie die vielen Jahre zuvor. Doch auch das hatte er mit einem Kopfschütteln bei Seite geschoben. Es machte nichts aus … nicht wirklich … er kannte es bereits betrogen und bestohlen zu werden.
Dann war er dem Weg weiter gefolgt bis er einige Tage später sein Ziel erreicht hatte – Lützelbinge. Hier, so sagte es ihm seine Erinnerung, hatte er sein Glück zurück gelassen. Doch die Reaktion der Leute war verletzender als so manche Wunde, die er in der Vergangenheit überstehen musste. Man wollte nicht mit ihm reden, betrachtete ihn mit verachtenden Blicken und die Kinder schienen ihn zu fürchten. Nur soviel hatte er erfahren: Seine Frau war schon vor vielen, langen Jahren fortgezogen - irgendwo ins Ostviertel … irgendwo … irgendwo? Er würde sie suchen, er würde sie finden … auch wenn es ihm schmerzhaft bewusst ist, dass er das was er all die Jahre gesucht hatte, auch nicht fand und nun wie ein Versager, der sein Leben fortgeworfen hat, heimkehrt. Heim? Wo ist das? Heim? Was ist das?
Dann wirft er einen Kiesel in die Pfütze und das Bild zerreißt in kleinen Wellen …
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